
Hohe Staatsausgaben und überraschend starker Export beleben die deutsche Volkswirtschaft. IfW, RWI und Ifo erhöhen ihre Prognosen für das laufende Jahr.
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Die deutsche Wirtschaft verzeichnete in den vergangenen Jahren eine schwache wirtschaftliche Entwicklung infolge struktureller Ursachen und hoher Energiepreise.
Die großen Institute erhöhen der Reihe nach ihre Prognosen für das laufende Jahr. Hohe Staatsausgaben und ein überraschend starker Export beleben die Volkswirtschaft.
Berlin. Die Prognosen für die deutsche Wirtschaft werden nach einem überraschend guten ersten Halbjahr immer optimistischer. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet für 2026 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,3 Prozent. Im Sommer waren nur 0,8 Prozent vorausgesagt worden. Das RWI-Institut aus Essen rechnet ebenfalls mit 1,3 Prozent Wachstum, das Ifo-Institut sogar mit 1,4 Prozent.
Die drei Institute sind damit noch einen Tick optimistischer als das Berliner DIW-Institut, das seine Prognose am Mittwoch auf 1,2 Prozent verdoppelt hatte. Auch für die Folgejahre liegen die Erwartungen nah beieinander:
2027: Das IfW erwartet 1,0 Prozent Wachstum, das RWI 1,1 Prozent und das Ifo-Institut 1,2 Prozent.
2028: Die IfW-Experten rechnen mit 0,5 Prozent Wachstum, die des RWI ebenfalls und die des Ifo mit 0,8 Prozent.
„Die deutsche Wirtschaft hat wieder Tritt gefasst“, betonten die Kieler Forscher. „Die deutsche Wirtschaft ist dank der Exporte besser durch das erste Halbjahr gekommen, als zunächst zu erwarten war“, sagte auch RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt. Die Erholung sei zwar da, die strukturellen Probleme aber nicht verschwunden. „Hohe Energiepreise, zu viel Bürokratie und schwache Wettbewerbsfähigkeit bremsen Deutschland weiter aus.“
So drohten Rückschläge durch die Folgen des Irankriegs. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre sei zudem zu einem Gutteil strukturellen Ursachen geschuldet, die die Konjunktur weiterhin dämpfen dürften.

Das Wetterphänomen „El Niño“ hat im August zu einem starken Anstieg der Agrarrohstoffe geführt. Der Bloomberg Agriculture Spot Index stieg um über 13 Prozent, während der GSCI-Index um rund sechs Prozent zulegte.

Die Dieselpreise in Deutschland übersteigen seit Wochen deutlich die Benzinpreise. Hauptgründe sind ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien, ein russisches Exportverbot und stark knappe Diesel-Mengen auf dem Weltmarkt.
Nach erneuten US-Angriffen auf den Iran und der iranischen Reaktion ist der Preis für Superbenzin E10 in Deutschland auf einen neuen Rekordwert von durchschnittlich 2,215 Euro pro Liter gestiegen. Die Bundesregierung lehnte einen neuen Tankrabatt ab.

Nach der Ablehnung eines Arbeitgeberangebots hat die Gewerkschaft Ver.di Hafenarbeiter in Hamburg, Bremen und Niedersachsen zu einem 48-stündigen Warnstreik aufgerufen. Gefordert werden 8,2 Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit.

Der Dax notiert am Donnerstagmittag fast unverändert bei 25.863 Punkten. Nach drei Verlusttagen stabilisiert sich der Index unterhalb der 26.000er-Marke, belastet von steigenden Ölpreisen und Inflationsangst.

Der Preis für Superbenzin E10 hat im bundesweiten Durchschnitt mit 2,22 Euro pro Liter einen neuen Rekordstand erreicht. Grund für den Anstieg nach dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs sind gestiegene Rohölpreise sowie das Niedrigwasser am Rhein.