
Intendant Norbert Himmler verteidigt die Entscheidung gegen den Auftritt des Musikers Danger Dan in der Satireshow „Die Anstalt“.
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Der Musiker Danger Dan plante einen Auftritt in der 100. Ausgabe der Satireshow „Die Anstalt“, der vom ZDF kurzfristig abgesagt wurde. Das Lied thematisiert linksextreme Widerstandsformen.
Die Entscheidung des ZDF, den geplanten Auftritt des Musikers Danger Dan in der Satireshow „Die Anstalt“ kurzfristig abzusagen, ist im Fernsehrat des Senders auf ein kontroverses Echo gestoßen. Fernsehräte, die die Sitzung des Gremiums nicht abwarten wollten und sich in einem offenen Brief gegen die Absage ausgesprochen hatten, wiederholten ihre Kritik und warfen dem Intendanten Norbert Himmler „Mutlosigkeit“ vor. Ihnen wurde aus den Reihen des Fernsehrats indes entgegengehalten, dass sie mit einer solchen Aktion die Arbeit des Gremiums entwerteten. Himmler verteidigte die Absage.
Die ZDF-Spitze hätte zu keinem Zeitpunkt zugestimmt, im Programm ein Lied aufführen zu lassen, das man als Aufruf zur Gewalt verstehen könne, sagte Himmler. Eine angemessene Einordnung des Songs wäre in der Sendung selbst unmöglich gewesen. „Wir haben weder die Kunst- noch die Meinungsfreiheit eingeschränkt“, sagte Himmler, das ZDF habe sich „in Ausübung unserer Programmfreiheit“ an den eigenen Programmrichtlinien orientiert.
Das Lied „Keine Angst“ von Danger Dan war für die 100. Sendung der „Anstalt“ im Juli eingeplant gewesen, die sich mit der politischen Radikalisierung in Deutschland und dem Aufstieg der AfD (und des BSW) befasste. Der Song wäre gewissermaßen der Höhepunkt der Show gewesen. Er besteht in einem langen Aufruf, Widerstand zu leisten, sich der Antifa anzuschließen, eigene Gruppen zu bilden und Aktionen zu unternehmen. „Faschos“ solle man ausfindig machen, bei den Nachbarn oder dem Arbeitgeber anschwärzen, Flyer und Plakate produzieren, Namen und Adressen nennen.
Am Ende von „Keine Angst“ heißt es: „Keine Angst, nehmt es selber in die Hand / Die seh’n gefährlich aus, aber wir legen sie lang / Koordiniert euch, fangt an zu trainier’n / Wenn ihr zusammen kämpft, dann kann es funktionier’n / Schon am ersten Tag, wenn ihr die Party macht / Besteht die Möglichkeit, dass es vor der Türe kracht / Also plant immer mit der Konfrontation / Habt Überraschungen dabei, wenn sie komm’ / Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrappt / Ich lasse ihn jetzt einfach mal im Raum, den Elefant / Ist eh klar, was zu tun ist, ich sag nichts mehr dazu / Liebe Grüsse an Lina, Gucci, Maja und Nanuk“. Die „lieben Grüße“ gelten Mitgliedern der sogenannten „Hammerbande“ – einer linksextremen Gruppe, deren Mitglieder vermeintliche Rechtsradikale angriffen und zum Teil inzwischen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.
Die Verdi-Vertreterin im ZDF-Fernsehrat, Cornelia Berger, warf Himmler laut einem Bericht von epd medien aus der Sitzung vor, mit der Absage sei „nachhaltiger Schaden angerichtet“ worden. Das Lied hätte eine nötige Debatte anstoßen können; die Absage könne eine „abschreckende Wirkung auf andere Redaktionen“ haben. Unterstützung erhielt Himmler von Steffen Kampeter, dem Vertreter der Arbeitgeber im Fernsehrat. Er hielt den Verfassern des offenen Briefs vor, mit ihrer Aktion das Aufsichtsgremium zu entwerten.
Programmbeschwerden gegen die Dokumentation „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung?“ wurden laut epd nahezu einstimmig zurückgewiesen. Der Sendung war vorgeworfen worden, sie stigmatisiere Bezieher von Bürgergeld. Der Fernsehrat sah keinen Verstoß gegen die Programmrichtlinien des ZDF, bewertete den Beitrag aber als einseitig. Künftig solle stärker auf Ausgewogenheit geachtet werden.
Finanziell verbucht das ZDF für das Jahr 2025 ein Minus von 78,6 Millionen Euro. Die Einnahmen lagen insgesamt bei mehr als 2,6 Milliarden Euro, 2,2 Milliarden Euro brachte der Rundfunkbeitrag ein, auf Werbung und Sponsoring 165 Millionen Euro. Bei den Ausgaben von ebenfalls rund 2,6 Milliarden Euro entfielen die größten Anteile auf Programmaufwendungen mit 1,39 Milliarden Euro und auf Personalkosten von 480 Millionen Euro.
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