
AI-generated summary
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht kurz bevor. Aktuelle Umfragen zeigen einen deutlichen Vorsprung der AfD vor der CDU, jedoch reicht dies nicht für eine Alleinregierung aus. Die politischen Parteien diskutieren mögliche Koalitionsoptionen nach der Wahl.
Bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind es nur noch wenige Tage. Eine Umfrage sieht die AfD weit vorn - doch zur Alleinregierung würde es demnach nicht reichen. Welche Regierungsoptionen bleiben?
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze stehen sich noch bei mehreren Duellen gegenüber. (Archivbild) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Magdeburg. In den Umfragen ist der Vorsprung groß - gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht alles danach aus, dass die AfD stärkste Kraft wird. Mit Werten um die Marke von 40 Prozent liegt die Partei von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bis zu 20 Prozentpunkte vor der CDU. Doch in Sachsen-Anhalt geht es nicht nur darum, wer Wahlsieger wird - es geht auch um die Frage, welche Regierungsoptionen sich nach dem 6. September bieten. Und da könnte es kompliziert werden.
Nach der neuesten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF kommt die AfD auf 40 Prozent, die Christdemokraten von Ministerpräsident Sven Schulze liegen bei 23 Prozent. Es folgen die Linke mit 13 Prozent, die SPD mit 9 Prozent und die Grünen mit 6 Prozent. Das BSW und die FDP würden mit jeweils 3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die übrigen Parteien kämen zusammen auf 3 Prozent.
In der CDU gibt es Vorbehalte
Bei einem solchen Wahlausgang würde die AfD ihr Ziel einer Alleinregierung verpassen. Landen SPD und Grüne im Parlament, ist eine Mehrheit der Sitze für die AfD, die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden ist, kaum drin. Wenn es so kommen sollte, werde es eine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linken geben, sagte Siegmund. „Das geht ja gar nicht anders.“ Er glaube nicht, dass diese Regierung besonders lange halten werde. „Dann haben wir halt beim nächsten Mal 50 oder 55 Prozent.“
Da niemand mit Siegmunds Partei zusammenarbeiten will, richtet sich der Blick auf die übrigen Parteien. Nach einer Fortsetzung der schwarz-rot-gelben Koalition sieht es nicht aus, für ein schwarz-rot-grünes Bündnis müssten CDU, SPD und Grüne in der letzten Woche deutlich zulegen. Die wahrscheinlichste Option ist aktuell, dass Schulze wie in Sachsen und Thüringen eine Minderheitsregierung schmieden muss - und dabei punktuell die Linke braucht.
Während die anderen drei potenziellen Partner offen für ein solches Modell sind, gibt es besonders in der CDU Vorbehalte. Zwei frühere CDU-Landeschefs warnten Schulze bereits vor einer Tolerierung durch die Linke. „Wir sind doch 1989 nicht auf die Straße gegangen, damit die Linken jetzt wieder an die Macht kommen“, sagte etwa Karl-Heinz Daehre.
Linke formuliert Bedingungen
Manche Landtagsabgeordneten können sich vorstellen, mit wechselnden Mehrheiten zu agieren - also unter auch Einbezug der AfD. Zudem zeigte sich der Landeschef der Jungen Union, Nico Elsner, offen für Mehrheiten mit AfD-Stimmen. Eine Regierungskoalition mit der Partei lehnt er ab. Aber: „Eine richtige Sache wird nicht falsch, nur weil die Falschen zustimmen.“ Im parlamentarischen Verfahren müsse man mit der AfD zusammenarbeiten, weil deren Abgeordnete gewählt seien, so Elsner.
Die Linke möchte einen solchen Schlingerkurs nicht mitmachen. Linken-Bundestagsfraktionschef Sören Pellmann formuliert zudem Bedingungen. „Wir werden nicht um jeden Preis einem CDU-Ministerpräsidenten ins Amt verhelfen. Dann wollen wir inhaltlich mitreden - etwa in der Innenpolitik, in der Bildungspolitik oder bei der gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum“, sagte er der „Rheinischen Post“.
Nagelprobe Wahl des Landtagspräsidenten?
Schulze wird nach der Wahl wohl vor allem als CDU-Landeschef gefordert sein, um die Mitglieder hinter sich zu bringen. Bisher äußert er sich selbst vage, was eine Zusammenarbeit mit der Linken angeht. Persönlich kommt er mit dem Spitzenpersonal der Konkurrenz gut klar: SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann ist jetzt schon Teil seines Kabinetts, Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz nennt er auf Podien auch mal „Suse“, der Austausch mit Linken-Fraktionschefin Eva von Angern ist respektvoll.
Die erste Nagelprobe für die vier Parteien könnte die Wahl eines Landtagspräsidenten in der konstituierenden Sitzung des Parlaments am 6. Oktober werden. Das Vorschlagsrecht liegt bei der stärksten Fraktion, also voraussichtlich bei der AfD. Sollte deren Kandidat jedoch keine Mehrheit erhalten, können die anderen Fraktionen Vorschläge unterbreiten. Hinter vorgehaltener Hand wird das bereits als Testlauf bezeichnet, ob es gelingt, dann einen gemeinsamen Kandidaten zu wählen.
Danach könnten weitere Gespräche folgen, in welcher Form die vier Partner zusammenarbeiten. In der Landesverfassung gibt es keine Frist, wann ein Ministerpräsident gewählt werden muss. Es könnte also durchaus sein, dass Schulzes Regierung eine Weile geschäftsführend im Amt bleiben wird, bis ein neues Modell steht.
So viele Wähler sind noch unentschlossen
Bei der Frage, wen die Wähler lieber als Ministerpräsidenten hätten, tendieren sie mehrheitlich zu Schulze. In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt Schulze demnach mit 48 Prozent deutlich vor Siegmund mit 32 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-„Politbarometer“ vom 25. bis zum 27. August insgesamt 1.053 Wahlberechtigte. 31 Prozent der Befragten wissen noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Verwandte Themen
AfDCDUSPDSachsen-AnhaltZDF
Der deutliche Vorsprung der AfD vor der CDU deckt sich mit den Erhebungen anderer Institute. In einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD war die AfD zuletzt auf 42 Prozent gekommen. Die CDU lag dort bei 22 Prozent.
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.
Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien.
Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige
remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
AI outlook — possibilities, not facts
Die CDU wird eine Minderheitsregierung bilden und punktuell die Unterstützung der Linken benötigen.
Likely · Within weeks
Die Wahl des Landtagspräsidenten am 6. Oktober wird ein erster Test für die Kooperationsfähigkeit der Parteien sein.
Very likely · Within days
Innenpolitik, Bildungspolitik und gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum werden zentrale Verhandlungspunkte sein, falls die Linke einer CDU-Minderheitsregierung zustimmt.
Possible · Within weeks
Fünfzehn Landesverbände des Bündnisses Sahra Wagenknecht fordern den Thüringer Landesvorstand auf, den geplanten Sonderparteitag wegen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September zu verschieben. Der Bundesvorstand will die Koalition mit CDU und SPD in Thüringen aufkündigen, während das Thüringer BSW unter Katja Wolf Ministerpräsident Mario Voigt unterstützt. Die Sachsen-Anhalt-Spitze wirft Wolf vor, den BSW-Einzug in den Landtag zu verhindern und fordert Konsequenzen.

Nach dem US-Vergleich mit Meta über 16, Social-Media-Sucht bei Kindern und Jugendlichen fordert Familienministerin Karin Prien konkrete Konsequenzen auch in der EU und Deutschland. Sie betont die Bedeutung der US-Entscheidung für die geplante EU-Regulierung und prüft die Übernahme einzelner Regelungen in den deutschen Vorschlag.
Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD in Umfragen bei 40 Prozent, deutlich vor der CDU mit 23 Prozent. Eine Alleinregierung der AfD ist unwahrscheinlich, da andere Parteien eine Zusammenarbeit ausschließen. Die wahrscheinlichste Option ist eine Minderheitsregierung der CDU mit punktueller Unterstützung der Linken, wobei interne Vorbehalte bestehen, insbesondere gegen eine Tolerierung durch die Linke.

Eine von US-Präsident Donald Trump verfügte Änderung am Briefwahlrecht in den USA kann vorerst nicht wie geplant umgesetzt werden, da Bundesstaaten bereits mit der Briefwahl beginnen und die Unterlagen bereits bestellt sind. Republikaner verteidigen die Pläne mit dem Argument des Wahlbetrugs, Kritiker sehen darin einen Versuch, die Briefwahl zu erschweren. Die Bundesrichterin Indira Talwani hatte Trumps Pläne bereits gestoppt, wobei der Oberste Gerichtshof ihre Anordnung aufgrund von Verfahrensfehlern aufhob.

Wolfgang Kubicki will die FDP bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt über die Fünfprozenthürde bringen, doch aktuelle Umfragen deuten auf ein schlechtes Ergebnis für die Partei hin.

Thorsten Frei hat seinen ersten Auftritt als Chef der Unionsabgeordneten bei der Spitzenrunde der Koalitionsfraktionen. Dabei wird der Kanzlervertraute kritisch von der SPD und auch von eigenen Parteimitgliedern beäugt.