AfD führt Umfragen vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an
Quick Look
- In Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut ZDF-Umfrage mit 41 Prozent klar vor der CDU (23 Prozent).
- Viele Wähler sind noch unentschlossen.
- Eine AfD-Regierung wäre ein Novum und wird national sowie international beobachtet.
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Why It Matters
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am Sonntag statt. Aktuell regiert eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Die AfD liegt in Umfragen deutlich vorne, könnte aber aufgrund von Sperrklausel und Koalitionsausschlüssen nicht allein regieren.
Noch zwei Tage haben die Parteien, um Wähler zu überzeugen. Die Umfragewerte vor der Landtagswahl sind relativ stabil. Doch sehr viele Wähler scheinen noch unentschlossen.
Die AfD liegt in den Umfragen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt klar vorn. (Archivbild) Foto: Peter Gercke/dpa
Magdeburg. In Sachsen-Anhalt beginnt heute der Wahlkampfendspurt vor der Landtagswahl am Sonntag - und in der jüngsten Umfrage liegt die AfD weiter deutlich vor der CDU. In der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF kommt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf 41 Prozent, ein Punkt mehr als vor einer Woche. Die Christdemokraten hoffen auf eine weitere Amtszeit von Ministerpräsident Sven Schulze und liegen unverändert bei 23 Prozent.
Bei einem Wahlergebnis wie in dieser Umfrage würde die AfD ihr Ziel verfehlen, alleine zu regieren, eine Regierungsbildung an ihr vorbei aber auch schwierig werden. Die CDU wäre demnach auf Unterstützung der Linken angewiesen, um mit SPD und Grünen eine Minderheitsregierung gegen die AfD zu bilden, die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. In der CDU gilt ein Unvereinbarkeitsbeschluss gegen „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit der Linken wie mit der AfD.
Auf Platz drei steht der Umfrage zufolge die Linke mit 11,5 Prozent - das sind 1,5 Punkte weniger, als die Forschungsgruppe in der Vorwoche ermittelt hatte. Die SPD verliert 0,5 Punkte und kommt auf 8,5 Prozent, die Grünen stehen unverändert bei 6 Prozent. Das BSW mit 4 Prozent (plus 1 Punkt) und die FDP mit 3 Prozent würden nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kommen, die übrigen Parteien zusammen 3 Prozent erreichen. Aktuell regiert in Magdeburg ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP.
Deutlicher Vorsprung der AfD auch in anderen Umfragen
26 Prozent der Befragten wissen laut den Meinungsforschern noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 1. bis zum 3. September insgesamt 1.044 Wahlberechtigte. Die Umfrage ist nach Angaben des ZDF repräsentativ.
Der deutliche Vorsprung der AfD vor der CDU deckt sich mit den Erhebungen anderer Institute. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Nius“ lag die AfD zuletzt bei 43 Prozent und die CDU bei 22 Prozent. Infratest dimap sah die AfD in einer Umfrage für die ARD Ende August bei 42 Prozent und die CDU bei 22 Prozent.
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.
Merz bleibt im Wahlkampf abgeschottet
Bundeskanzler Friedrich Merz war am Donnerstag ebenfalls als Wahlkämpfer unterwegs - und warnte erneut vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen einer möglichen AfD-Landesregierung. „Wer möchte, dass Deutschland ein offenes und liberales Land bleibt, und wer möchte, dass Sachsen-Anhalt ein interessanter, auch europäisch interessanter Standort bleibt, der darf am Sonntag nicht die AfD wählen“, sagte er in Leuna bei einem gemeinsamen Besuch der UPM-Bioraffinerie mit Ministerpräsident Schulze.
Einen direkten Kontakt zu Wählern gab es wie beim ersten Wahlkampfauftritt des CDU-Chefs in Quedlinburg nicht - von wenigen Mitarbeitern der Raffinerie einmal abgesehen. Merz traf sich nur mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat. Der Kanzler hatte sich am Montag knapp eine Woche vor der Wahl erstmals im Wahlkampf blicken lassen.
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Schlussspurt im Wahlkampf
Heute veranstalten mehrere Parteien ihre Abschlusskundgebungen und wollen um Stimmen noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler kämpfen. Ministerpräsident Schulze absolviert Termine in Magdeburg, auch die AfD ist mit Spitzenkandidat Siegmund und dem Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla in der Landeshauptstadt präsent.
Grüne und Linke bauen ebenso auf prominente Unterstützung: Linke-Spitzenkandidatin Eva von Angern ist zusammen mit Heidi Reichinnek, Gregor Gysi und Dietmar Bartsch in Magdeburg und Halle. Die Grünen wollen in Halle und Naumburg noch einmal um Wählerstimmen kämpfen, Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz erwartet dazu unter anderem Bundesparteichef Felix Banaszak. Am Samstag, einen Tag vor der Entscheidung, gibt es in Magdeburg und Halle noch weitere Wahlkampfveranstaltungen.
Zur Wahl am Sonntag sind knapp 1,7 Millionen Menschen aufgerufen. Eine AfD-geführte Landesregierung wäre ein Novum - die Wahl wird daher national und international mit großem Interesse verfolgt.
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die AfD wird die Landtagswahl mit Abstand gewinnen, aber keine alleinige Regierung bilden können.
Likely · Within days
Die CDU wird versuchen, eine Minderheitsregierung mit SPD, Grünen und Linken zu bilden.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Ob die AfD trotz Vorsprung eine Regierung bilden kann
- Ob die CDU ihre Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegenüber Linken und AfD aufrechterhalten wird
- Wie hoch die Wahlbeteiligung am Sonntag ausfallen wird





