AfD-Politiker Leif-Erik Holm in ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ unter Druck
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Nach dem Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern geriet AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm bei Markus Lanz zu Themen wie EU, Euro und Russland mehrfach in die Defensive.
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Nach Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern war der AfD-Spitzenkandidat Gast in einer Polit-Talkshow.
Nach dem Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern ist deren Spitzenkandidat Leif-Erik Holm in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ mit Kritik an seiner Partei konfrontiert worden. Insbesondere bei den Themen Europa, Russland und Migration geriet der AfD-Politiker am Mittwochabend mehrfach in die Defensive.
Ausgangspunkt der Diskussion war zunächst die Lage der Union nach den jüngsten Landtagswahlen. Während Kerstin Münstermann, Mitglied der Chefredaktion der „Rheinischen Post“, die Situation von Bundeskanzler Friedrich Merz kritisch bewertete und Zweifel äußerte, ob er „den Winter als Kanzler übersteht“, verteidigte CSU-Politiker Manfred Weber den CDU‑Chef. Merz habe die „Rückendeckung“ der Union und solle nun die angekündigten Reformen umsetzen.
Im weiteren Verlauf rückte jedoch vor allem Holm in den Mittelpunkt. Der AfD-Politiker bekräftigte erneut seine Forderung nach einem Ende der sogenannten Brandmauer und erklärte, eine Minderheitsregierung der Union könne perspektivisch auf die Unterstützung seiner Partei setzen. Auf die Frage von Lanz, ob die AfD damit letztlich die CDU zerstören wolle, entgegnete Holm: „Nein. Uns geht es darum, in die Verantwortung zu kommen, um bessere Politik für das Land zu machen.“
Besonders scharf wurde die Debatte beim Thema Europa. Holm sprach sich für eine grundlegende Neuordnung der Europäischen Union aus. Man wolle die EU „zurückbauen“ und den Nationalstaaten wieder mehr Souveränität übertragen.
Als Lanz wissen wollte, wie stark Mecklenburg-Vorpommern von europäischen Fördergeldern profitiere, konnte Holm keine konkrete Summe nennen. Darauf reagierte der Moderator mit den Worten: „Aber Sie schimpfen über Europa und Sie haben keine Ahnung, wie viel Geld wir aus Europa kriegen.“
Lanz verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern in der laufenden Förderperiode rund zwei Milliarden Euro aus EU-Töpfen erhalte. Holm hielt dagegen, Deutschland zahle insgesamt deutlich mehr nach Brüssel ein, als zurückfließe.
Auch bei der Diskussion über einen möglichen Austritt Deutschlands aus dem Euro geriet der AfD-Politiker unter Druck. Auf die Frage des Moderators, wie viele Arbeitsplätze unmittelbar am Euro hängen, konnte Holm keine Antwort geben. „Warum beschäftigen Sie sich nicht mit sowas, wenn Sie sowas fordern?“, fragte Lanz und verwies auf entsprechende Studien.
„Seriöse Berechnungen von Wirtschaftsinstituten sagen, dass nach fünf Jahren wahrscheinlich ungefähr 2,5 Millionen Arbeitsplätze weg wären.“ Der Schaden läge bei knapp 700 Milliarden Euro, fügte Lanz an. Holm erklärte dagegen, seine Partei sehe erhebliche Probleme in der aktuellen Ausgestaltung der Gemeinschaftswährung, insbesondere wegen der hohen Schuldenstände einiger Mitgliedstaaten.
Kontrovers verlief auch der Austausch über Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Migrationsforscher Gerald Knaus warnte vor den Folgen einer stärkeren AfD auf europäischer Ebene und verwies auf die Sicherheitslage in Europa. Auf die Frage von Lanz, ob er Angst vor Russland habe, antwortete Holm: „Nein, ich habe keine Angst vor Russland.“ Er sehe vielmehr die Gefahr, dass Europa in einen größeren Konflikt hineingezogen werde, und plädierte für mehr Diplomatie und „verbale Abrüstung“.
Später warf Lanz dem AfD-Politiker vor, zentrale Probleme Mecklenburg-Vorpommerns auszublenden. Während Holm die Zahl vollziehbar ausreisepflichtiger Menschen im Bundesland sofort nennen konnte, kannte er wichtige demografische Kennzahlen nicht. Lanz verwies auf den gravierenden Fachkräftemangel sowie die sinkenden Geburtenzahlen und fragte: „Ist das wirklich Ihr großes Problem? Oder ist Ihr Thema die Demografie?“
Zum Ende der Sendung wurde Holm außerdem mit einer parteiinternen Analyse konfrontiert, in der sein Wahlkampf als „zu soft“ und „zu weich“ kritisiert wird. Der AfD-Politiker wies die Vorwürfe zurück und verteidigte seinen Kurs. Man habe bewusst einen gemäßigten Wahlkampf geführt und dennoch ein Rekordergebnis erzielt. Die Kritik aus den eigenen Reihen finde er „nicht nachvollziehbar“.
Immer wieder stellte Lanz dabei die Frage, ob sich die AfD nicht von radikaleren Kräften innerhalb der Partei trennen müsse, um als möglicher Koalitionspartner für die CDU infrage zu kommen. Holm verneinte dies und bezeichnete die AfD als „breit aufgestellte Volkspartei“.
Open Questions
- Wie wird sich die Haltung der CDU zur Brandmauer entwickeln?
