DWD meldet Rekordtemperaturen und extreme Trockenheit mit gravierenden Folgen für Landwirtschaft, Wald und Bevölkerung
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Der Sommer 2024 in Baden-Württemberg war durch extreme Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit geprägt, die weit über die historischen Durchschnittswerte hinausgingen.
Baden-Württemberg hat den wohl wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Das geht aus einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes hervor.
Laut DWD stellten bereits der zweitwärmste Juni und der drittwärmste Juli die Weichen für die historische Bilanz, die ersten Wochen im August trieben die Werte erneut in die Höhe. Nach der Auswertung erreichten die Temperaturen durchschnittlich 21,1 Grad, das sind 4,9 Grad mehr als der Referenzwert. Allein in den vergangenen drei Monaten wurden - über die gesamte Landesfläche gerechnet - erstmals seit Messbeginn rund 35 heiße Tage mit mindestens 30 Grad ermittelt, am Hoch- und Oberrhein waren es hier oder dort sogar mehr als 50.
An zehn Tagen wurde es sogar heißer als 35 Grad, in Rheinfelden sogar an 24 Tagen. In Waghäusel-Kirrlach nördlich von Karlsruhe wurden am 27. Juni nach vorläufigen DWD-Angaben 41,4 Grad gemessen - ein neuer Hitzerekord für Baden-Württemberg.
Und es war nicht nur zu heiß, es war auch zu trocken: Der diesjährige Sommer wird laut DWD als einer der fünft trockensten Sommer seit 1881 abschließen. Mit rund 866 Sonnenstunden zeigt die Bilanz auch den zweithöchsten Sommerwert seit 1951.
Gefährliche Folgen
Die Folgen dieser Hitze waren in diesem Jahr auch deutlich gefährlicher als sonst: Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Baden-Württemberg mehr als 3.600 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben - so viele wie in keinem anderen Bundesland. Das RKI geht davon aus, dass sich die Zahl der Hitzetoten allein in den ersten zwei Augustwochen verdoppelt hat. Besonders ältere Menschen ab 85 Jahren waren betroffen, mehr Frauen als Männer.
Die Zahlen sind laut RKI konservativ geschätzt. Experten warnen, dass die tatsächliche Zahl noch höher liegen könnte, da viele Fälle nicht als hitzebedingt erfasst werden.
Bauern kämpfen ums Überleben
Auf Feldern und Weiden, aber auch in den Futterlagern der Bauern sind die Spuren des Hitze-Sommers noch deutlich zu sehen: Große, karge braune Flächen, Trockenrisse, die Kartoffeln sind deutlich kleiner dieses Jahr und die Maisernte war viel schlechter als sonst. «Die Dürre trifft unsere Landwirtschaft mit voller Wucht», sagt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg. Auf vielen Betrieben fehlt seit Monaten das Wasser.
Auswirkungen der Trockenheit zeigen sich auch im Wald. «Den Wald hat's schwer getroffen», sagt Waldbaureferent Alexander Abt von ForstBW. Selbst manche als klimastabil geltenden Bäume zeigen deutliche Spuren. Viele werfen Blätter ab oder bilden keine Früchte, um sich vor weiterem Flüssigkeitsverlust zu schützen. Äste sterben ab und brechen aus den Baumkronen heraus. Keine Baumart sei wirklich gut durch den Sommer gekommen, sagte Abt.
Flüsse auf Rekordtiefstständen
Die anhaltende Trockenheit lässt auch die Flüsse und Seen im Land auf Rekordtiefstände sinken. Der Bodensee hat seinen niedrigsten Wasserstand in diesem Jahr erreicht - und das ausgerechnet im August, wenn normalerweise noch genug Wasser aus den Alpen nachfließen sollte. Ungewöhnlich ist auch der Zeitpunkt: Den niedrigsten Wasserstand des Jahres erreicht der Bodensee zumeist im Februar oder März.

Eine Sturzflut im Grand Canyon in Arizona hat zwei Todesfälle gefordert, Dutzende zur Evakuierung gezwungen und Infrastrukturen wie Wasserleitungen und Fußbrücken zerstört. Die Parkverwaltung rief zum Wassersparen auf und schloss beliebte Ausflugsziele.

Der Deutsche Wetterdienst bestätigte, dass der Sommer 2026 in Bayern mit einer Mitteltemperatur von 20,0 Grad den Rekord von 2003 erreicht hat. Landesweit wurden erstmals durchschnittlich 28 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und sieben sehr heiße Tage mit über 35 Grad gezählt.

Mitte Juli verhängte München eine Allgemeinverfügung zur Wasserersparnis wegen extrem hohen Verbrauchs und niedriger Grundwasserpegel. Nach Ablauf der Verfügung sank der tägliche Verbrauch von über 400 Millionen Litern im Juni auf meist 270-290 Millionen Liter, während die Grundwasserstände im Mangfalltal und Loisachtal weiterhin niedrig oder sehr niedrig bleiben und eine Niederschlagsreiche Herbst- und Wintersaison für eine grundsätzliche Entspannung nötig ist.
Der Sommer 2026 war in Thüringen nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdiensts der drittwärmste seit Messbeginn mit einem Temperaturmittel von 19,1 Grad, 3,3 Grad über dem Referenzwert von 1961–1990. Es gab landesweit 21 heiße und 5 sehr heiße Tage, einen neuen Temperaturrekord von 40,4 Grad am 27. Juni, sowie ungewöhnlich viel Sonne und wenig Niederschlag. Zudem wurden Tornados in einem Korridor vom Westerwald über Hessen bis nach Westthüringen bestätigt. Nach Schätzungen des RKI starben bis Mitte August rund 290 Menschen an Hitze, und die Landwirte meldeten erhebliche Ernteausfälle.
Der Sommer 2026 war in Berlin und Brandenburg einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit Rekordtemperaturen von bis zu 41,7 Grad in Brandenburg und deutlichem Niederschlagsmangel kämpften die Regionen mit Trockenheit und Waldbrandgefahr.
Der Sommer 2026 in Nordrhein-Westfalen erreicht Rekordwerte: Mit 19,5 Grad Durchschnittstemperatur und zahlreichen Hitzetagen liegt er auf dem Niveau des Rekordsommers 2003. Massive Trockenheit und Niedrigwasserstände prägten die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes.