Thüringen erlebt drittwärmsten Sommer seit Messbeginn
Quick Look
- Der Sommer 2026 war in Thüringen nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdiensts der drittwärmste seit Messbeginn mit einem Temperaturmittel von 19,1 Grad, 3,3 Grad über dem Referenzwert von 1961–1990.
- Es gab landesweit 21 heiße und 5 sehr heiße Tage, einen neuen Temperaturrekord von 40,4 Grad am 27.
- Juni, sowie ungewöhnlich viel Sonne und wenig Niederschlag.
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Why It Matters
Der Sommer 2026 war in Thüringen geprägt von extremen Wetterbedingungen, darunter ungewöhnlich hohe Temperaturen, geringe Niederschlagsmengen und bestätigte Tornadovorkommen in einem Korridor über mehrere Bundesländer.
Der Sommer ist in diesem Jahr nach einer vorläufigen Auswertung der drittwärmste, der jemals in Thüringen gemessen wurde. Das geht aus Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) hervor. Das voraussichtliche Temperaturmittel lag demnach bei 19,1 Grad und damit 3,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.
«Im Sommer summierten sich landesweit rund 21 heiße und rund 5 sehr heiße Tage - mehr als in jedem zuvor ausgewerteten Sommer», schreibt der DWD. Der Gipfel der hiesigen Hitzewelle sei am 27. Juni erreicht worden: Die dort gemessenen 40,4 Grad bescherten Thüringen demnach einen neuen vorläufigen Temperaturrekord.
Hitze, viel Sonne, wenig Regen und ein Tornado-Korridor
Dazu schien die Sonne mit etwa 752 Sonnenstunden deutlich länger als im langjährigen Durchschnitt. «Damit dürfte 2026 als fünftsonnigster Sommer seit 1951 in die Thüringer Klimageschichte eingehen», hieß es in der Mitteilung. Mit voraussichtlich 170 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel der Sommer besonders trocken aus: Die Menge entsprach laut DWD nur 81 Prozent des Mittelwerts.
Auch eine heftige Unwetterlage schaffte es in Verbindung mit einem speziellen Wetterphänomen in die DWD-Bilanz für den Sommer: Am 19. August wurden demnach unter anderem Tornados in einem Korridor vom rheinland-pfälzischen Westerwald über Mittel- und Osthessen bis nach Westthüringen bestätigt. Der Bürgermeister von Ohrdruf (Landkreis Gotha), Stefan Schambach, sprach etwa davon, dass ein Tornado in seiner Stadt eine «Schneise der Verwüstung» hinterlassen habe.
Hitze und Trockenheit als Herausforderung
Das Sommerwetter bedeutete für die Menschen in Thüringen teils auch große Belastung: Nach konservativen Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in diesem Jahr bis Mitte August rund 290 Menschen in Thüringen durch Hitze gestorben. Das seien mehr als in jedem Gesamtjahr seit 2016 gewesen.
Auch für die Ernte der Landwirte waren die Verhältnisse alles andere als ideal. Dem Thüringer Bauernverband zufolge wurden nach vorläufigen Auswertungen teils deutliche Einbußen beim Umfang und bei der Qualität der Ernte eingefahren. «Aus einem vielversprechenden Weizenbestand wurde innerhalb weniger heißer Tage ein enttäuschendes Ernteergebnis», sagte etwa Verbandspräsident Klaus Wagner.
Open Questions
- Wie hoch werden die endgültigen Zahlen der hitzebedingten Todesfälle sein?
- Welche langfristigen Folgen hat die Dürre für die Landwirtschaft in Thüringen?
- Wird es weitere Untersuchungen zu den Tornadovorkommen geben?


