Der Deutsche Wetterdienst verzeichnet Rekordtemperaturen und extreme Trockenheit in NRW.
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Der Deutsche Wetterdienst wertet für seine Klimabilanzen Daten von rund 2.000 Messstationen aus. Der Sommer 2026 wird mit dem bisherigen Rekordsommer 2003 verglichen.
Trocken, heiß und in jeder Hinsicht rekordverdächtig: Der Sommer 2026 in Nordrhein-Westfalen geht als ein Jahrhundertsommer in die Statistik des Deutschen Wetterdienstes ein. Mit 19,5 Grad war es von Juni bis August im Schnitt 3,2 Grad wärmer als im langjährigen Klimamittel. Damit seien die vergangenen Monate «auf Augenhöhe mit dem bisherigen Rekordsommer 2003», teilten die Meteorologen nach Auswertung vorläufiger Daten mit.
Dabei ging es so extrem zu wie noch nie: 20 heiße Tage mit mehr als 30 Grad und fünf sehr heiße Tage mit mehr als 35 Grad hat der Deutsche Wetterdienst in Nordrhein-Westfalen gemessen. Beides sind neue Rekorde für das Bundesland: Noch nie seit Beginn der professionellen Messungen 1881 wurden so viele heiße Tage registriert. Der Spitzenwert von 40,2 Grad wurde zweimal gemessen: Am 26. Juni in Tönisvorst und einen Tag später am 27. Juni in Weilerswist-Lommersum.
Fehlender Niederschlag setzt der Natur zu
Die Hitze ist das eine, der fehlende Regen ist für die Natur noch viel schlimmer: Mit 154 Litern pro Quadratmeter seien lediglich 64 Prozent des üblichen Sommerniederschlags gefallen. Die Folge: Historische Niedrigwasserstände am Rhein und eine Reihe kleiner und großer Waldbrände im Land.
Viel schien die Sonne: Etwa 728 Sonnenstunden ermittelten die Meteorologen für Nordrhein-Westfalen. In einem durchschnittlichen Sommer scheint die Sonne lediglich 554 Stunden.
August bleibt trotz der Schauer zum Schluss heiß und trocken
Selbst der August, der zuletzt kühlere Temperaturen und einige kräftige Schauer brachte, bleibt unter dem Strich deutlich zu warm und etwas zu trocken.
Für seine Sommer-Bilanz nutzt der Deutsche Wetterdienst die vorläufigen Daten seiner bundesweit rund 2.000 Messstationen. Der Blick auf andere Regionen in Deutschland zeigt auch, dass das Wetter dort teilweise noch extremer war. Die größte Hitze erlebten die Regionen im Südwesten.

Eine Sturzflut im Grand Canyon in Arizona hat zwei Todesfälle gefordert, Dutzende zur Evakuierung gezwungen und Infrastrukturen wie Wasserleitungen und Fußbrücken zerstört. Die Parkverwaltung rief zum Wassersparen auf und schloss beliebte Ausflugsziele.

Der Deutsche Wetterdienst bestätigte, dass der Sommer 2026 in Bayern mit einer Mitteltemperatur von 20,0 Grad den Rekord von 2003 erreicht hat. Landesweit wurden erstmals durchschnittlich 28 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und sieben sehr heiße Tage mit über 35 Grad gezählt.

Mitte Juli verhängte München eine Allgemeinverfügung zur Wasserersparnis wegen extrem hohen Verbrauchs und niedriger Grundwasserpegel. Nach Ablauf der Verfügung sank der tägliche Verbrauch von über 400 Millionen Litern im Juni auf meist 270-290 Millionen Liter, während die Grundwasserstände im Mangfalltal und Loisachtal weiterhin niedrig oder sehr niedrig bleiben und eine Niederschlagsreiche Herbst- und Wintersaison für eine grundsätzliche Entspannung nötig ist.
Der Sommer 2026 war in Thüringen nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdiensts der drittwärmste seit Messbeginn mit einem Temperaturmittel von 19,1 Grad, 3,3 Grad über dem Referenzwert von 1961–1990. Es gab landesweit 21 heiße und 5 sehr heiße Tage, einen neuen Temperaturrekord von 40,4 Grad am 27. Juni, sowie ungewöhnlich viel Sonne und wenig Niederschlag. Zudem wurden Tornados in einem Korridor vom Westerwald über Hessen bis nach Westthüringen bestätigt. Nach Schätzungen des RKI starben bis Mitte August rund 290 Menschen an Hitze, und die Landwirte meldeten erhebliche Ernteausfälle.
Der Sommer 2026 war in Berlin und Brandenburg einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit Rekordtemperaturen von bis zu 41,7 Grad in Brandenburg und deutlichem Niederschlagsmangel kämpften die Regionen mit Trockenheit und Waldbrandgefahr.
Baden-Württemberg verzeichnete den wärmsten Sommer seit Messbeginn mit durchschnittlich 21,1 Grad. Die extreme Hitze und Trockenheit führten zu über 3.600 Hitzetoten, Ernteausfällen in der Landwirtschaft sowie Rekordtiefständen bei Flüssen und Seen.