Die deutsche Nationalmannschaft muss bei der Heim-WM auf ihren Star Satou Sabally verzichten. Dennoch gibt es positive Nachrichten zur Fitness von Nyara Sabally und Leonie Fiebich.
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Deutschland richtet die Basketball-WM der Frauen aus. Die Spiele finden in Berlin statt.
Am Ende war es ein Wettlauf mit der Zeit. Deutschlands Starspielerin Satou Sabally verlor ihn in den Wochen vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land. Die 28-Jährige, die ihr Handwerk in Berlin beim TuS Lichterfelde erlernte und inzwischen für New York Liberty in der Women’s National Basketball Association (WNBA) spielt, kann wegen der Folgen einer Gehirnerschütterung nicht am Turnier in ihrer Wahlheimat teilnehmen.
Sabally hatte zuletzt alles versucht, um rechtzeitig zum WM-Start am 4. September doch wieder fit zu werden. Dann aber kam die Ernüchterung. „Ich muss mit großem Bedauern mitteilen, dass ich leider bei der WM in Berlin nicht dabei sein kann. Eine Heim-WM vor eigenem Publikum, vor meiner Familie und mit diesem Team war eines meiner größten sportlichen Ziele“, sagte sie. „Diese Entscheidung fällt mir sehr schwer, aber ich muss meine Gesundheit priorisieren und den gesamten Fokus darauf richten, vollständig gesund zu werden.“
Ohne die beste Spielerin sind die Chancen auf eine Medaille für die deutsche Mannschaft erheblich gesunken. WELT beantwortet im Folgenden die wichtigsten Fragen vor dem Auftakt der Titelkämpfe in Berlin.
Wer sind die Stars im deutschen Team?
Ohne Sabally ruhen die Hoffnungen nun vor allem auf Leonie Fiebich. Die 26-Jährige vom WNBA-Klub New York Liberty ist rechtzeitig fit geworden und soll die deutsche Mannschaft führen. Am Wochenende stieß Fiebich zum Team, nachdem sie am Samstag noch für ihren Verein in den USA auf dem Parkett gestanden hatte. Doch jetzt ist sie in Deutschland – und kennt nur noch einen Gedanken: die Heim-WM. „Ich bin total gehyped, wenn ich ehrlich bin. Wir warten schon so lange darauf und dass es jetzt endlich losgeht, das ist ein bisschen surreal“, sagte Fiebich.
„Leo ist so etwas wie die graue Eminenz im Team. Leo steht für Professionalität, Fitness und Spielintelligenz. Ihre gesamte Art und Weise, wie sie den Raum betritt, hebt das Niveau und die Standards“, sagte Bundestrainer Olaf Lange im Podcast „Basketball Deutschland“ von MagentaSport über seinen Star. „Da sieht man sofort – ohne dass ich als Trainer irgendetwas machen muss – wie sich die Mannschaft an Leo orientiert.“
Während Fiebich mitwirken kann, stand bis zuletzt noch ein Fragezeichen hinter der Teilnahme von Nyara Sabally. Die jüngere der beiden Sabally-Schwestern plagte sich mit Wadenproblemen herum. Doch am Donnerstag gab es Entwarnung. Nyara Sabally, die das deutsche Spiel prägen kann, ist rechtzeitig fit geworden.
Das Team von Lange kann bei der WM mit ihr planen. Die 26-Jährige vom WNBA-Klub Toronto Tempo steht im zwölf Spielerinnen umfassenden Kader für die globalen Titelkämpfe. Als letzte Spielerin strich Lange Patricia Broßmann aus dem Aufgebot. Der Wade gehe es gut, sagte Sabally in Berlin. Die Vorfreude auf den Turnierbeginn bei ihr sei riesig: „So eine Heim-WM ist immer etwas ganz Besonderes und macht es noch mal sweeter“, so Sabally, die wie ihre ältere Schwester in Berlin aufgewachsen ist.
Auch DBB-Coach Lange freute sich, dass Sabally rechtzeitig fit geworden ist. „Nyara ist ein großer Eckpfeiler unserer Mannschaft“, sagte er. „Aber wir müssen ehrlich sein und sehen, wie viel Einsatzzeit sie in den ersten Spielen bekommt. Wir müssen sie immer noch ein bisschen aufbauen.“ Für die Mannschaft sei es aber „psychologisch“ sehr gut, sie dabeizuhaben.
Wer sind die deutschen Gegner?
Auf den schwierigsten Gegner treffen die deutschen Basketballerinnen gleich im ersten Spiel. Am Freitag (17.45 Uhr) geht es in der Uber Arena gegen Spanien. In der Vorbereitung gab es gegen den EM-Zweiten eine knappe Niederlage. Bei der EM im vergangenen Jahr mit der Vorrunde in Hamburg verlor Deutschland ebenfalls gegen Spanien. Weitere deutsche Gegner sind am 5. September Japan und am 7. September Mali.
Wo wird gespielt?
Die Partien finden in Berlin in zwei verschiedenen Arenen statt. In der Vorrunde wird sowohl in der großen Uber Arena als auch in der etwas kleineren Max-Schmeling-Halle gespielt. Ab der K.-o.-Runde finden alle Begegnungen in der Uber Arena statt.
Wie ist der Modus?
In der Vorrunde gibt es vier Gruppen mit je vier Teams. Die Gruppenersten qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale. Die Mannschaften auf den Plätzen zwei und drei spielen in den Play-ins die weiteren Viertelfinalteilnehmer aus. Dabei treffen die Teams aus den Gruppen A und B sowie die Mannschaften aus den Gruppen C und D aufeinander.
Wer sind die Favoriten?
Topfavorit auf den Titelgewinn ist die USA. Das Starensemble aus den Vereinigten Staaten will in Berlin den fünften WM-Titel in Serie gewinnen. Angeführt wird die Mannschaft des Titelverteidigers von WNBA-Superstar Caitlin Clark. Gute Chancen auf eine Medaille können sich zudem Australien, Belgien und Frankreich ausrechnen.
Wie realistisch ist eine deutsche Medaille?
Um die ersehnte Medaille zu holen, muss im deutschen Team schon alles passen. Vor allem der Ausfall von Satou Sabally wiegt schwer. Zwar spielte die 28-Jährige zuletzt nur selten für Deutschland. 2024 unterstrich sie aber sowohl beim olympischen Qualifikationsturnier in Brasilien als auch bei den Sommerspielen in Lille und Paris ihre große Qualität. Dass Nyara Sabally und Fiebich zuletzt ebenfalls wegen Verletzungen pausieren mussten, ist ein weiterer Nachteil. Der Heimvorteil könnte das Team aber pushen.
Wo ist die Basketball-WM im TV zu sehen?
ProSieben und ProSieben MAXX zeigen alle Spiele der deutschen Mannschaft live und exklusiv im Free-TV sowie im kostenfreien Livestream auf Joyn. Darüber hinaus überträgt ProSieben MAXX mehrere Partien der K.-o.-Phase sowie das Finale des Turniers. Als Expertin ist unter anderem 3×3-Olympiasiegerin Sonja Greinacher dabei. Die Deutsche Telekom zeigt über ihre Plattformen MagentaTV und MagentaSport sämtliche Partien des Turniers live.
Gibt es noch Tickets?
Die Basketball-WM stößt auf riesiges Interesse. Rund 200.000 Eintrittskarten sind bereits verkauft – so viele wie bei keiner Frauen-WM zuvor. Für die deutschen Partien gibt es nur noch wenige Resttickets. Das Finale am 13. September ist bereits ausverkauft.
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Deutschland spielt am 6. September gegen Spanien.
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