Angesichts anhaltender Trockenheit und drohender unterdurchschnittlicher Ernten kritisiert der Deutsche Bauernverband die Untätigkeit der Bundesregierung.
Der Deutsche Bauernverband fordert angesichts von Hitzewellen und Trockenheit mehr politische Unterstützung und Flexibilität für landwirtschaftliche Betriebe.
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Westeuropa erlebte den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen, geprägt von Hitzewellen und Trockenheit.
Der Deutsche Bauernverband hat angesichts anhaltender Trockenheit, Hitzewellen und voraussichtlich unterdurchschnittlicher Ernten bessere Hilfeleistungen der Politik gefordert.
Die landwirtschaftlichen Betriebe bräuchten einen Instrumentenkasten, um sich dem Klimawandel gut anpassen zu können, sagte Generalsekretärin Stefanie Sabet im Morgenecho des Westdeutschen Rundfunk. Die Herausforderungen und Belastungen seien vielfältig, die Bundesregierung müsse stärker unterstützen.
Sabet verlangte auch mehr Flexibilität vonseiten der Politik. Sie forderte unter anderem Innovationen in Züchtungen, eine Stärkung des Landschaftswasserhaushaltes und auch des Risikomanagements, um die Betrieb nicht so stark unter Liquiditätsdruck geraten zu lassen. Im Koalitionsvertrag seien viele Dinge vereinbart und es sei »unerklärlich«, warum die Bundesregierung in der aktuell schwierigen Lage »untätig« bleibe. Die Ertragslage sei angespannt, mitunter existenzbedrohend.
Bauern fordern Aufstockung des EU-Programms für Düngemittel
Eine konkrete gebotene Hilfe wäre aus Sicht des Bauernverbands, wenn ein EU-Hilfsprogramm für Düngemittelversorgung mit nationalen Mitteln aufgestockt würde. Das passiere bereits so in anderen EU-Ländern.
Westeuropa erlebte in diesem Jahr den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Die ersten beiden Sommermonate waren von Hitzewellen, Trockenheit und Waldbränden geprägt. Der Klimawandel macht Extremwetterereignisse wie diese intensiver und wahrscheinlicher. Europa ist der sich weltweit am schnellsten erwärmende Kontinent.

Wegen extremer Hitze und Trockenheit drohen französischen Schneckenzüchtern in dieser Saison hohe Verluste. Die Tiere benötigen ein kühles und feuchtes Umfeld, das durch den Klimastress fehlte. 95 Prozent des Bedarfs werden ohnehin importiert.

Die deutsche Getreideernte fiel 2025 mit 41,9 Millionen Tonnen unterdurchschnittlich aus. Hitze und Trockenheit führten regional zu Ernteausfällen. Der Bauernverband fordert finanzielle Hilfen, während Landwirte durch Agroforst und Direktvermarktung gegensteuern.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit in Deutschland führt zu erheblichen Verlusten in der Landwirtschaft. Seit Mitte Juni gingen rund drei Millionen Tonnen Getreide verloren. Der Deutsche Raiffeisenverband erwartet eine deutlich kleinere Ernte von 40,6 Millionen Tonnen Getreide im Jahr 2026.

Trotz Dürre rechnet der Deutsche Weinbauverband mit einem qualitativ hervorragenden Weinjahrgang, erwartet jedoch eine geringere Erntemenge. DWV-Präsident Klaus Schneider fordert zudem Entbürokratisierung, einen Anbaustopp neuer Reben und warnt vor Steuererhöhungen.

Die anhaltende Trockenheit seit Mitte Juni hat in Deutschland zu einem Verlust von rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps geführt. Der Deutsche Raiffeisenverband beziffert die Einnahmeverluste auf 600 Millionen Euro, erwartet jedoch keine höheren Brotpreise.

Nach einem Rekordjahr 2025 wird die Kartoffelernte in Deutschland in diesem Jahr deutlich schlechter ausfallen. Grund dafür sind anhaltende Trockenheit sowie reduzierte Anbauflächen in Deutschland und Europa, wie der Verband der Kartoffelindustrie mitteilt.