
Nach einem Rekordjahr sorgt anhaltende Trockenheit und eine Verringerung der Anbauflächen für eine schlechtere Kartoffelernte in Deutschland und Europa.
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Im Rekordjahr 2025 ernteten Landwirte in Deutschland 13,9 Millionen Tonnen Kartoffeln, was zu sinkenden Preisen führte.
Im vergangenen Jahr fiel die Kartoffelernte in Deutschland besonders gut aus. Mancherorts fanden sich sogar keine Abnehmer mehr für die Massen an Knollen. In diesem Sommer ist die Situation eine andere. Schuld ist das Wetter.
Nach dem Rekordjahr 2025 wird die Kartoffelernte in diesem Jahr nach Einschätzung der Industrie deutlich schlechter ausfallen. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie erklärte, Gründe seien die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen und die Verringerung der Anbauflächen in Deutschland und in Europa. Die Industrie verarbeitet Kartoffeln etwa zu Pommes frites oder Chips.
Kartoffeln als flachwurzelnde Pflanze seien auf regelmäßige und ausreichende Niederschläge angewiesen, erklärte der Verband. Unter der aktuellen Trockenheit litten die Bestände daher deutlich und seien teilweise auch schon "irreparabel geschädigt". Die mittelfristigen Wetterprognosen wiesen aktuell keine Besserung der Niederschlagssituation aus. Dies führe auch zu einer deutlichen Verknappung von größeren Kartoffelknollen, die gerade für die Pommes-frites-Produktion erforderlich wären.
Die Kartoffelanbaufläche in Deutschland ging laut Verband um sieben Prozent im Vorjahresvergleich zurück, in Teilen Europas war der Rückgang sogar zweistellig. Das rückläufige Angebot zeige sich bereits an den Preisnotierungen am Kartoffelmarkt.
2025 hatten die Landwirte in Deutschland laut Bundeslandwirtschaftsministerium 13,9 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet, demnach war es die beste Ernte seit 25 Jahren. Entsprechend waren die Preise für die Erzeuger und in der Folge auch für Verbraucher gesunken.

Wegen extremer Hitze und Trockenheit drohen französischen Schneckenzüchtern in dieser Saison hohe Verluste. Die Tiere benötigen ein kühles und feuchtes Umfeld, das durch den Klimastress fehlte. 95 Prozent des Bedarfs werden ohnehin importiert.

Die deutsche Getreideernte fiel 2025 mit 41,9 Millionen Tonnen unterdurchschnittlich aus. Hitze und Trockenheit führten regional zu Ernteausfällen. Der Bauernverband fordert finanzielle Hilfen, während Landwirte durch Agroforst und Direktvermarktung gegensteuern.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit in Deutschland führt zu erheblichen Verlusten in der Landwirtschaft. Seit Mitte Juni gingen rund drei Millionen Tonnen Getreide verloren. Der Deutsche Raiffeisenverband erwartet eine deutlich kleinere Ernte von 40,6 Millionen Tonnen Getreide im Jahr 2026.

Trotz Dürre rechnet der Deutsche Weinbauverband mit einem qualitativ hervorragenden Weinjahrgang, erwartet jedoch eine geringere Erntemenge. DWV-Präsident Klaus Schneider fordert zudem Entbürokratisierung, einen Anbaustopp neuer Reben und warnt vor Steuererhöhungen.

Die anhaltende Trockenheit seit Mitte Juni hat in Deutschland zu einem Verlust von rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps geführt. Der Deutsche Raiffeisenverband beziffert die Einnahmeverluste auf 600 Millionen Euro, erwartet jedoch keine höheren Brotpreise.
Der Deutsche Bauernverband fordert angesichts von Hitzewellen und Trockenheit mehr politische Unterstützung und Flexibilität für landwirtschaftliche Betriebe.