
Der Deutsche Bauernverband meldet eine unterdurchschnittliche Ernte, während Landwirte wie Thomas Domin mit innovativen Methoden auf den Klimawandel reagieren.
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Die Landwirtschaft in Deutschland leidet unter zunehmenden Wetterextremen wie Hitze und Trockenheit. Der Deutsche Bauernverband vertritt die Interessen der Landwirte gegenüber der Politik.
"Bei Manchen hat schon ein ordentliches Gewitter geholfen, um die Ernte ein wenig zu verbessern", sagt Thomas Domin. Der Landwirt aus Peickwitz an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen muss viel erklären, wenn er beschreiben will, wie seine Erntebilanz und die seiner Nachbarn ausfällt. Das Wetter habe in diesem Jahr seine Segnungen und seine Zumutungen sehr kleinteilig verteilt. In einem Dorf habe es immer mal geregnet, einen Ort weiter kam viel weniger herunter. Entsprechend gut oder schlecht sei der jeweilige Ertrag gewesen.
Für Domin ging die Sache glimpflich aus. Zwar habe der extrem trockene Juni seine Getreideernte arg geschmälert und auch die Qualität der Körner beeinträchtigt, aber die Futtermittel für seine Kühe, Schweine und das Geflügel seien ganz gut gewachsen. Immerhin müsse er da wahrscheinlich fast nichts dazukaufen.
Ein Glück, denn die geringere Getreideernte werde natürlich weniger Erlös einbringen, zumal die Erzeugerpreise gerade im Keller seien. Dem stünden hohe Kosten für Diesel, Düngemittel und Pflanzenschutz gegenüber. Die wirtschaftliche Lage von Thomas Domin und den anderen Landwirten im Osten Deutschlands war schon mal deutlich besser.
Der Südwesten als "Sahelzone Deutschlands"
In anderen Regionen wären viele Bauern froh, wenn sie ihre Situation so beschreiben könnten. Im Südwesten ist sie für manche landwirtschaftlichen Betriebe geradezu dramatisch schlecht. Hier haben Hitze und Trockenheit wochenlang das Wettergeschehen bestimmt. Kein Tag unter 30 Grad im Schatten - und nicht einmal Gewitter.
Das Wort von der "Sahelzone Deutschlands" macht die Runde, aber das ist eher Galgenhumor als wirklich zum Lachen. Denn bei vielen Landwirten ist die Ernte extrem schlecht bis hin zum Totalausfall.
Winterraps am härtesten getroffen
Entsprechend auch die Zahlen, die der Deutsche Bauernverband heute vorgestellt hat. Die Getreideernte deutschlandweit fiel mit 41,9, Millionen Tonnen unterdurchschnittlich aus. Es sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr (2025: 45,2 Millionen Tonnen). Der Ertrag pro Hektar ging sogar um neun Prozent zurück, weil auch die Körner kleiner und von geringerer Qualität sind.
Am härtesten hat es den Winterraps getroffen. Der Ertrag der wichtigen Energie-, Lebensmittel- und Futterpflanze brach um 20 Prozent ein. Hier begünstigten Hitze und Trockenheit auch die Vermehrung von Schädlingen. Erdfloh und Kohlschotenmücke machten den Pflanzen zu schaffen, auch weil wirksame Mittel zu ihrer Bekämpfung nicht verfügbar waren.
Können alle Betriebe weitermachen?
"Ein zu trockenes Frühjahr und dann Hitze und anhaltende Trockenheit haben viele Bestände erheblich geschädigt. Der Standort hat in diesem Jahr über den Ertrag entschieden wie selten zuvor", fasst der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, die Bilanz zusammen. Angesichts der Lage fordert er Unterstützung von der Politik. So sollten aus Sicht des Verbands ein Großteil der EU-Direktbeihilfen eher ausgezahlt und die Düngemittelbeihilfen erhöht werden, von 60 auf 180 Millionen Euro.
"Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ohne die notwendige Liquidität sind sie nicht in der Lage, die nächste Ernte zu finanzieren", so Rukwied. Auch die immer wieder erhobene Forderung nach einer Senkung der Agrardieselsteuern - zumindest bis Ende November - ist wieder dabei. Dennoch wird für manche Bauern trotzdem die Frage im Raum stehen, ob sie ihren Hof aufgeben müssen. Denn keiner weiß, wie es in den nächsten Jahren mit der Witterung, den Erträgen und den Produktionskosten weitergehen wird.
Mehr Bäume und Naturhirse aus Äthiopien
Für den Bauern Thomas Domin ist das keine Option. Er hat sich schon längere Zeit Gedanken gemacht, wie er seinen Hof an den Klimawandel anpassen kann. Bereits 2014 hat er begonnen, seine Felder durch Baumreihen voneinander zu trennen. "Agroforst" heißt das. In seinem Fall sind es schnellwachsende Gehölze wie etwa Erle, Pappel, Weide und Robinie.
Inzwischen sind Bäume und Sträucher groß und die Vorteile offensichtlich. Mal abgesehen davon, dass es mehr Schatten gibt, wird auch der Wind ausgebremst und damit weniger Erde weggeweht. Auch die Feuchtigkeit aus Verdunstung bleibt länger am Ort und kommt den Ackerfrüchten zugute. Außerdem erhöht sich so die Biodiversität, und es wurden neue Rückzugsräume für Wildtiere, Vogelarten und Insekten geschaffen.
Zusätzlich experimentiert Domin mit hitze- und dürreresistenten Getreidesorten. Er hat schon Teff angebaut, eine Naturhirse aus Äthiopien, die mit kargen Böden und wenig Düngemittel auskommt. Doch darauf liegt ein Patent, das den Anbau extrem erschwert. Jetzt probiert er Norddeutschen Champagnerroggen. Der kommt ganz gut und widersteht der Witterung, aber der Ertrag ist viel geringer als bei den gängigen Kulturen.
Eigene regionale Vermarktung hilft
Domin arbeitet mit einem Bäcker aus der Region zusammen, der seinen Champagnerroggen verarbeitet. Die Produkte verkauft der Landwirt in seinem Hofladen. Insgesamt ist sein Hofladen ein Weg, etwas mehr Konstanz in seine Erlöse zu bringen. Hier verkauft er vor allem Produkte aus seiner Tierzucht. Er schlachtet auch selbst und verarbeitet das Fleisch. Durch die Direktvermarktung kann er den Preis an den Kosten orientieren, kein Dritter hält die Hand auf und verteuert die Produkte. Die Kunden wissen das zu schätzen und kommen von weit her nach Peickwitz.
Wenn Thomas Domin Wünsche an die Regierung richten dürfte, würde er als erstes um eine Neuordnung der Mindestlohnregeln bitten. Seine Saisonarbeiter bekommen Mindestlohn, das verlangt das Gesetz. Und eigentlich findet Domin das auch gut so. Aber es ist für ihn extrem teuer, denn seine Fachkräfte wollen natürlich deutlich mehr als Hilfsarbeiter bekommen, und in der Summe sind die Personalkosten dann sehr hoch. Angesichts der geringen Erlöse in Jahren wie diesem belastet das seinen Etat schwer.
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Forderung nach Auszahlung von EU-Direktbeihilfen und Erhöhung der Düngemittelbeihilfen.
Likely · Within months

Wegen extremer Hitze und Trockenheit drohen französischen Schneckenzüchtern in dieser Saison hohe Verluste. Die Tiere benötigen ein kühles und feuchtes Umfeld, das durch den Klimastress fehlte. 95 Prozent des Bedarfs werden ohnehin importiert.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit in Deutschland führt zu erheblichen Verlusten in der Landwirtschaft. Seit Mitte Juni gingen rund drei Millionen Tonnen Getreide verloren. Der Deutsche Raiffeisenverband erwartet eine deutlich kleinere Ernte von 40,6 Millionen Tonnen Getreide im Jahr 2026.

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Die anhaltende Trockenheit seit Mitte Juni hat in Deutschland zu einem Verlust von rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps geführt. Der Deutsche Raiffeisenverband beziffert die Einnahmeverluste auf 600 Millionen Euro, erwartet jedoch keine höheren Brotpreise.
Der Deutsche Bauernverband fordert angesichts von Hitzewellen und Trockenheit mehr politische Unterstützung und Flexibilität für landwirtschaftliche Betriebe.

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