Parteitag in Flensburg nominiert 45-Jährigen mit rund 95 Prozent der Stimmen als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2027.
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Der SSW vertritt als Partei der dänischen und friesischen Minderheit die Interessen in Schleswig-Holstein und ist von der Fünf-Prozent-Hürde befreit.
Der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer, ist zum Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt worden. Bei einem Parteitag in Flensburg erhielt der 45-Jährige 100 von 105 gültigen Stimmen und damit gut 95 Prozent. Er war einstimmig vom Landesvorstand vorgeschlagen worden.
Die endgültige Liste der Partei der dänischen und friesischen Minderheit zur Landtagswahl (18.4.2027) wird auf einem außerordentlichen Landesparteitag am 5. Dezember gewählt.
Die SSW-Landesvorsitzende Sybilla Nitsch nannte Dirschauer zuvor einen fokussierten und lösungsorientierten Politiker. Er sei ein Vollblutminderheitenpolitiker und die richtige Frontfigur für die anstehende Landtagswahl: «immer an der Sache orientiert, hart in den Verhandlungen, aber immer mit Herz, gerade für die Menschen, die es in unserer Gesellschaft am schwersten haben».
Dirschauer versicherte, he werde sich «mit aller Kraft und Herz und Seele für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen». Mit ihm an der Spitze werde der SSW (Südschleswigsche Wählerverband) eine starke Stimme für alle Menschen in Schleswig-Holstein sein, die sonst nicht Gehör finden.
Dirschauer: SSW wird Land nicht unregierbar machen
Der SSW nehme die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein ernst und habe ein politisches Angebot, dieses Land in eine sozialere, skandinavischere und grünere Zukunft zu führen, sagte Dirschauer. Dies gehe aber nur, wenn der SSW wieder so stark wie möglich in den Landtag einziehe.
Für den SSW ist es laut Dirschauer daher klares Ziel, wieder mindestens in Fraktionsstärke im Landtag vertreten zu sein. Bei der Wahl 2022 erreichte die Minderheitenpartei 5,7 Prozent der Zweitstimmen. Ihr bis dahin bestes Ergebnis hatte die von der Fünf-Prozent-Hürde befreite Partei 1950 mit 5,5 Prozent erzielt.
Es sei nicht unbedingtes Ziel, in eine Landesregierung einzuziehen, sagte Dirschauer. «Der SSW hat in seiner langen Geschichte gezeigt, dass wir mit konstruktiver Opposition viel für die Menschen erreichen können.» Der 45-Jährige versicherte aber, das Land nicht unregierbar zu machen. Entscheidend sei, wie die Ziele des SSW am besten umgesetzt werden können. Man gehe ohne Koalitionsaussage in die Wahl und spreche mit allen demokratischen Parteien.
Eckpunkte für Zukunftsfestigkeit des Landes beschlossen
Darüber hinaus beschloss der Parteitag einen Entschließungsantrag mit «Eckpunkten, um Schleswig-Holstein zukunftsfest zu machen». Demnach wolle man mehr pragmatische und ideologiefreie Lösungen aus Skandinavien, etwa in den Bereichen Bildung, Kinderbetreuung und Digitalisierung, übernehmen. Zudem soll der Mittelstand statt Prestigeprojekten gefördert und regionale Wertschöpfung generiert werden. Auch soll massiv in Infrastruktur und die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung investiert werden.
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Ausserordentlicher Landesparteitag zur Wahl der endgültigen Landesliste
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