Dax fällt unter 26.000 Punkte wegen steigender Energiepreise und Nahost-Konflikt
Quick Look
- Der Dax schloss am Mittwoch 1,7 Prozent tiefer bei 25.576 Punkten, nachdem er unter die Marke von 26.000 Punkten gefallen war.
- Anleger reagierten verunsichert auf steigende Öl- und Gaspreise infolge der Eskalation im Nahen Osten, nachdem das US-Militär fünf iranische Öltanker zerstört hatte.
- Die Erwartung einer Zinserhöhung durch die EZB belastete zusätzlich die Märkte.
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Why It Matters
Seit Ende August hatte der Dax sein Rekordhoch von 26.618,41 Punkten erreicht, seitdem verlor er 1000 Zähler. Der Ölpreis war nach Kriegsausbruch im Februar zeitweise bei knapp 120 Dollar, fiel im Juli auf 70 Dollar aufgrund von Friedenshoffnungen, ist seitdem jedoch wieder gestiegen.
Frankfurt. Der deutsche Aktienmarkt geriet zur Wochenmitte spürbar unter Druck. Am Mittwoch baute der Dax seine Verluste aus und setzte sich deutlich unter der Marke von 26.000 Punkten fest. Am Abend schloss er 1,7 Prozent tiefer bei 25.576 Punkten. Damit war es einer der verlustreichsten Handelstage seit März.
Der deutsche Leitindex notierte zuletzt am 31. Juli so tief. Seit seinem Ende August erreichten Rekordhoch von 26.618,41 Punkten hat er 1000 Zähler verloren.
Anlegerinnen und Anleger reagierten verunsichert auf weiter steigende Energiepreise im Zuge der erneuten Eskalation im Nahen Osten. Öl der Nordseerohölsorte Brent zur Lieferung im November stieg am Mittwoch über die Marke von 100 Dollar pro Barrel (159 Liter). Das war zuletzt Ende Mai der Fall.
Nach Kriegsausbruch im Februar lag der Ölpreis zeitweise bei knapp 120 Dollar. Im Juli hatten Hoffnungen auf einen baldigen Frieden den Ölpreis wieder auf das Vorkriegsniveau von 70 Dollar fallen lassen. Inzwischen ist die Lage wieder angespannter. Seit Anfang August ist der Preis für Brent-Öl um mehr als ein Viertel gestiegen.
Das US-Militär hatte in der Nacht nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker zerstört und einen davon versenkt. Teheran wiederum hatte nach eigenen Angaben umgehend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien reagiert.
Auch der Preis für europäisches Erdgas (TTF) zog daraufhin noch weiter an und erreichte wieder einen neuen Höchststand. Erstmals seit Ende 2022 stieg der Preis zur Lieferung im Oktober an der Börse in Amsterdam über 80 Euro je Megawattstunde (MWh). Zum Vergleich: Vor einem Monat lag der Preis noch bei 52 Euro.
Steigen die Energiepreise, wirkt dies unmittelbar inflationstreibend und belastend auf die Konsumstimmung. Damit einher geht die Erwartung, dass die Zentralbanken mit Zinserhöhungen auf den wachsenden Preisdruck reagieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte bei ihrer morgigen Sitzung mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit die Zinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhen.
Die Geldpolitik dürfte in den nächsten Tagen erneut ein wichtiger Taktgeber für die Märkte sein. Nach dem EZB-Entscheid am Donnerstag folgt am Freitagnachmittag die Veröffentlichung der Erstschätzung der US-Inflationsrate für den Monat August. Dieser Termin sorgt an den Märkten regelmäßig für viel Bewegung, auch hierzulande.
Zuletzt lag die Teuerung in den USA bei 3,4 Prozent. In der neuen Woche entscheidet die US-Notenbank Fed ebenfalls über die Zinsen. Anders als in Europa ist der Ausgang des dortigen Zinsentscheids aber völlig offen.
Die Aussicht auf höhere Zinsen hat in den vergangenen Wochen mehrfach zu signifikanten Verkäufen am Anleihemarkt geführt. Im Gegenzug haben die Anleiherenditen teils mehrjährige Höchststände erreicht.
Zehnjährige deutsche Bundesanleihen warfen am Mittwoch 3,45 Prozent ab. Die Rendite erreichten damit ein erneutes 15-Jahres-Hoch. Zweijährige Papiere rentierten erstmals seit knapp anderthalb Jahren oberhalb von drei Prozent. Auch in anderen europäischen Volkswirtschaften lagen die Bondrenditen nahe ihrer zuletzt markierten Verlaufshochs.
Der Handel im Leitindex Dax war in den letzten Tagen einmal mehr geprägt durch sehr geringe Tagesumsätze. Nur wenige Händlerinnen und Händler wollten kaufen oder verkaufen.
Auch am Dienstag wechselten nur 42 Millionen Dax-Aktien den Besitzer. Am Montag waren es bedingt durch den Feiertag in den USA sogar nur knapp 36 Millionen. Das Handelsvolumen bewegt sich – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – bereits seit Mitte August auf diesem Niveau.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Europäische Zentralbank wird bei ihrer morgigen Sitzung die Zinsen erhöhen.
Very likely · Within hours
Die Veröffentlichung der US-Inflationsrate für August wird an den Märkten für Bewegung sorgen.
Likely · Within days
Open Questions
- Wie lange wird die aktuelle Eskalation im Nahen Osten anhalten?
- Wird die EZB tatsächlich die Zinsen erhöhen, und wie stark wird die Reaktion der Märkte sein?
- Wie werden die steigenden Energiepreise die Verbraucherstimmung und die Inflation in Europa langfristig beeinflussen?





