
Anleger treibt die Angst, etwas zu verpassen. Gestützt wird der Markt unter anderem durch US-Inflationsdaten und starke Quartalszahlen von Unternehmen wie SMA Solar und Thyssenkrupp.
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Der DAX erreichte kürzlich ein neues Allzeithoch bei 26.573 Zählern. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,4 Prozent.
Der DAX legt im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 26.434 Punkte zu. Der deutsche Leitindex war gestern mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 26.331 Punkte aus dem Handel gegangen. Zuvor hatte er jedoch ein neues Allzeithoch bei 26.573 Zählern erreicht. Anschließend nahmen Anleger Gewinne mit.
"Weder Unruhen in Nahost noch Zinssorgen oder hitzebedingte Belastungen der deutschen Wirtschaft erzeugen günstigere Einstiegskurse. Immer mehr Anleger beschleicht die Angst, etwas zu verpassen", sagt Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank.
"Für den heutigen Donnerstag richtet sich die zentrale Frage darauf, ob der Leitindex seine Handelsspanne oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 26.000 Punkten nachhaltig verteidigen kann", kommentiert Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades.
Nach Ansicht des Marktbeobachters sei aber auch eine charttechnische Konsolidierung möglich. "Eine temporäre Bereinigung nach einer derart dynamischen Rally ist markttechnisch absolut üblich und stellt den übergeordneten Aufwärtstrend vorerst nicht infrage", so Sohlleder.
Die Aussichten für weitere Rekordstände in dieser Woche sind für den DAX trotzdem nicht schlecht. Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners verwies auf die Nachwirkungen des positiv aufgenommenen US-Inflationsberichts vom Mittwoch. "Eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September wird von den Börsen jetzt zunehmend ausgepreist", sagte der Experte. "Die gestrigen Inflationsdaten haben die Börsen hier nachhaltig beruhigt."
Die Terminmärkte würden die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September nur noch mit rund 35 Prozent einpreisen, schreibt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.
Im Jahresvergleich stiegen die US-Verbraucherpreise um 3,4 Prozent. Im Juni hatte die Inflationsrate bei 3,5 Prozent gelegen. Die Verbraucherpreise sind für die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve von großer Bedeutung. Steigt die Inflation, könnten sich die Notenbanker gezwungen sehen, die Leitzinsen zu erhöhen. Die sinkende Inflationsrate deutet darauf hin, dass die Fed den Zins im September bei der nächsten Zinssitzung stabil halten könnte.
Das ist für den Aktienmarkt eine gute Nachricht. Denn steigen die Zinsen, würden sich Kredite verteuern, eine Belastung für Unternehmen und Verbraucher - und damit für die Konjunktur. Auch die Kosten für den Staat, sich weiter zu verschulden, würden deutlich höher. Außerdem würden Anlagealternativen wie festverzinsliche Wertpapiere durch höhere Zinsen attraktiver für Investoren. Sie könnten sich vom Aktienmarkt abwenden und in Anleihen investieren.
Für freundliche Stimmung am Markt sorgt auch die Bilanzsaison. Der Solartechnikkonzern SMA Solar präsentierte heute starke Quartalszahlen. Nach einem Verlust im Vorjahr stand in diesem Jahr ein Gewinn von mehr als 70 Millionen Euro in den Büchern. Einerseits sorgten US-Zollrückerstattungen für einen Sondereffekt. Andererseits machten auch die wegen des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Energiepreise Solaranlagen attraktiver: Die Nachfrage in der Sparte für Haus- und Gewerbeanlagen zog um fast ein Viertel an.
Auch beim Industriekonzern Thyssenkrupp fällt die Bilanz positiv aus. Vor allem eine starke Stahlsparte sorgte für gute Ergebnisse und steigende Umsätze. Thyssenkrupp befindet sich derzeit im Umbau. Das Management möchte aus dem Traditionskonzern eine Finanzholding machen.
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Fed hält den Zins im September bei der nächsten Zinssitzung stabil.
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