Deutscher Wetterdienst: Sommer 2026 war zweitwärmster seit Aufzeichnungsbeginn
Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,6 Grad und extremen Hitzewellen fordert der Sommer laut RKI-Schätzungen über 15.000 Todesopfer.
Quick Look
- Der Sommer 2026 war in Deutschland der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
- Laut DWD ist der Klimawandel für die beispiellosen Hitzewellen verantwortlich, die laut RKI-Schätzungen bis Mitte August rund 15.800 Hitzetote forderten.
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Why It Matters
Der DWD nutzt Attributionsstudien, um den Einfluss des Klimawandels auf Wetterextreme zu bewerten. Die Referenzperiode für Temperaturvergleiche ist international auf 1961 bis 1990 festgelegt.
Der diesjährige Sommer war laut einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Das voraussichtliche Temperaturmittel lag bei 19,6 Grad. "Nach vorläufigen Berechnungen dürfte nur der Jahrhundertsommer 2003 mit 19,7 Grad wärmer gewesen sein", hieß es vom DWD.
Im Sommer 2026 lag die Temperatur demnach 3,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. "Beispiellos war 2026 die Häufigkeit der Hitze", hieß es vom DWD. Im Deutschlandmittel seien rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad ermittelt worden.
DWD macht Klimawandel für Extremwetter verantwortlich
"Auffällig und außergewöhnlich waren insbesondere die Extreme", hieß es. "Die Hitzewelle Ende Juni erreichte in Ausmaß und Folgen Dimensionen, wie sie in Deutschland bislang nicht beobachtet wurden." Die Temperaturen lagen zeitweise deutlich über 40 Grad, tropische Nächte brachten auch nachts kaum Abkühlung.
"Eine DWD-Attributionsstudie zur Hitzewelle Ende Juni 2026 ergab: Ohne den Klimawandel wäre eine Hitzewelle dieses Ausmaßes statistisch unmöglich gewesen", so die Experten. Mit Attributionsstudien lässt sich abschätzen, inwieweit der vom Menschen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität individueller Wetter- oder Klimaextreme verändert hat.
Mehr als 15.000 Hitze-Tote
Und das Wetter hatte tödliche Folgen: In diesem Jahr sind in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mitte August etwa 15.800 Menschen durch Hitze gestorben. 9.600 dieser Todesfälle entfielen auf die Extremhitze Ende Juni, wie es im jüngsten Wochenbericht hieß. Weitere 4.000 Sterbefälle seien auf die hohen Temperaturen in den ersten zwei Augustwochen zurückzuführen. Der Bericht betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis zum 16. August.
Waldbrände und Probleme bei Schiffen
In der Eifel kam es im August im Hürtgenwald zu einem einwöchigen Großbrand. Häuser wurden evakuiert, Menschen mussten einen Ortsteil verlassen. Auch im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze brach ein Großbrand aus.
Open Questions
- Wie entwickeln sich die Hitzeschutzmaßnahmen für die Bevölkerung?
- Welche langfristigen ökologischen Folgen haben die Waldbrände im Hürtgenwald?




