
Nach der Niederlage im Wembley-Stadion gegen Spanien steht die taktische Ausrichtung von Thomas Tuchel erneut in der Kritik.
AI-generated summary
England schied bei der letzten Weltmeisterschaft im Halbfinale aus. Der Verband verpflichtete Thomas Tuchel mit dem expliziten Ziel, den WM-Titel zu gewinnen.
Es gibt im internationalen Fußball einfachere Aufgaben: Mit Spanien war am Samstagabend ausgerechnet der Welt- und Europameister zu Gast im Londoner Wembley-Stadion. Es war Englands erstes Länderspiel nach der Weltmeisterschaft im Sommer, wo sie im Halbfinale ausgeschieden waren. Dafür machen seitdem nicht wenige im Land Nationaltrainer Thomas Tuchel verantwortlich.
Gegen Argentinien hatte er beim Stand von 1:0 auf eine Fünferkette in der Abwehr umgestellt, statt mutig weiter anzugreifen. Es ging nach hinten los, durch zwei späte Gegentore schied England aus dem Turnier aus. Die Enttäuschung darüber sitzt bis heute tief. Im Rahmen des aktuellen Lehrgangs sagte Rechtsaußen Bukayo Saka, die Niederlage in Atlanta habe bei ihm eine „Narbe“ hinterlassen.
Viel wird seitdem von einer englischen DNA gesprochen. Die soll sich näher an dem Fußball orientieren, der traditionell in der Premier League gespielt wird: körperbetont, schnell, direkt. Der Offensivspieler Anthony Gordon forderte, England solle nicht versuchen, den auf Ballbesitz und Kontrolle getrimmten Stil der Spanier zu kopieren, sondern „in die andere Richtung zu gehen und unsere Stärken wirklich auszuspielen“.
Schon zuvor hatte der normalerweise auf maximale Kontrolle ausgerichtete Tuchel sinniert, er müsse einen Kompromiss eingehen – „das Chaos umarmen“ –, um das Beste aus seiner Mannschaft herauszukitzeln. Auch, die Einschränkung ließ er sich nicht nehmen, wenn das nicht gerade eine „ökonomische“ Spielweise sei.
Gegen Spanien unterlag England am Ende einer unterhaltsamen Partie mit 2:3. Kapitän Harry Kane hatte einen Elfmeter zum möglichen 3:1 für England verschossen; „an einem anderen Tag hätten wir hier gewonnen“, sagte er anschließend. Doch Schuld an der Niederlage war entgegen seiner Andeutung nicht nur Pech. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass England nach etwa einer halben Stunde nur ein Tor hinten lag, obwohl Spanien gut und gerne Chancen für vier Tore hatte. Stattdessen erzielten die Engländer nach 35 Minuten das 1:1 durch einen Konter aus dem Bilderbuch – vollendet durch Gordon, der genau diese Situationen eingefordert hatte. Ein abgefälschter Kopfball von Kane führte zum 2:1-Pausenstand.
England hielt dagegen, aber wie schon gegen Argentinien brachte die Mannschaft die Führung auch hier nicht über die Zeit. Die Phasen des spanischen Ballbesitzes dehnten sich aus, ihre spielerische Dominanz wuchs, durch Tore in der 60. und 74. Spielminute drehten sie das Spiel. Am Ende erschien das Resultat leistungsgerecht, fast schon folgerichtig, auch wenn sich England im Vergleich zum Argentinien-Spiel besser, weil kämpferischer präsentierte.
„Es war ein kleiner Trost, den die heimischen Fans dankbar annahmen“, schrieb die BBC in einer Analyse: „Doch der Klassenunterschied in den entscheidenden Momenten war weiterhin unübersehbar.“ Weil Spanien auf Kontrolle und eben nicht auf Chaos setze. So bleibe England eine „Beinahe-Mannschaft“ ohne nennenswerte Erfolge seit dem WM-Titel 1966.
Man muss nicht zwischen den Zeilen lesen, um das als Kritik an Tuchel zu entziffern. Englands Fußballverband hat ihn mit dem expliziten Auftrag verpflichtet, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Das ist ihm nicht gelungen. Und aufgrund des „transaktionalen Charakters seiner Verpflichtung“, wie es der gemäßigte „Guardian“ bezeichnete, wird in Teilen der Medien mal mehr und mal weniger laut über seine Ablösung spekuliert. Dass er ausgerechnet als Deutscher das nationale Traineramt bekleidet, steigert die Fallhöhe zusätzlich. Intern dagegen wird der dritte Platz bei der WM Berichten zufolge als hinreichender Erfolg gewertet, um mit Tuchel auch in die Europameisterschaft in zwei Jahren zu gehen. Fürs Erste ist er also wohl nicht ernsthaft in Gefahr.
Der Trainer lenkte den Blick nach der Niederlage am Samstag trotzdem auf die Dinge, die aus seiner Sicht gut gelaufen waren. Chaos hatte er trotz individueller Fehler und Unkonzentriertheiten wie vor dem 0:1 nach gerade einmal zwei Spielminuten nicht gesehen. Stattdessen lobte er das Pressing, wodurch England mehr Bälle in Spaniens Spielfeldhälfte erobert habe als umgekehrt. Im Angriff habe es eine klare Struktur mit vielen Seitenwechseln und aufrückenden Außenverteidigern gegeben. „Viel Gutes dabei, aber leider hat das Ergebnis nicht gestimmt“, resümierte er.
Doch mit fortschreitender Dauer seines Engagements dürften die Ergebnisse immer wichtiger werden. Am Dienstag ist England zu Gast in Tschechien, am Samstag in Kroatien, bevor es in der Woche darauf abermals gegen die Tschechen geht – dieses Mal in London. Die Nations League mag keinen besonders hohen Stellenwert haben, aber der Druck ist hoch. Gegen Spanien ist es verzeihlich, ab einem gewissen Punkt die Kontrolle zu verlieren. Aber gegen nominell schwächere Gegner müssen die Engländer ihr Spiel durchsetzen, müssen Phasen des Chaos und der Kontrolle beherrschen und gezielt aussteuern. Daran wird auch Tuchel gemessen werden.
AI outlook — possibilities, not facts
England spielt am Dienstag gegen Tschechien.
Very likely · Within days

The DOSB selected Munich as the German applicant for the Olympic Games and Paralympics with a vote of 90 to 51 against Cologne and the Rhine-Ruhr region. Federal President Steinmeier and politicians emphasized the national unity behind the project.
The 117th handball northern derby between THW Kiel and SG Flensburg-Handewitt ended 31:31 after a Kiel winning goal in the last second was disallowed due to a step error according to video evidence. Players and those responsible expressed sharp criticism of the decision.

The German national chess team won bronze at the Olympics in Samarkand. It is the first medal for Germany since 2000. Gold went to hosts Uzbekistan and silver to India.
The DOSB has nominated Munich as a German candidate for the 2036, 2040 or 2044 Olympic Games. Now the IOC's international selection process begins, in which Germany has to assert itself against competitors such as India, Qatar and Turkey.
Jürgen Klopp has formed a new coaching team at the DFB since taking office as national coach on August 15, 2026. His closest colleagues include Marc Kosicke, Peter Krawietz, Pepijn Lijnders, Sven Bender, Rudi Völler as well as the goalkeeping coaches Kronenberg and Wessels.
Tigst Assefa wins the Berlin Marathon, but misses the world record after an injury-related collapse in the final kilometers. The Ethiopian was taken to hospital after the race with a tendon injury.