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BackEskalation im Nahen Osten: US-Angriffe, iranische Reaktionen und Siedlergewalt
Eskalation im Nahen Osten: US-Angriffe, iranische Reaktionen und Siedlergewalt
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Handelsblatt1 hour agoWorld7 min readGermany

Eskalation im Nahen Osten: US-Angriffe, iranische Reaktionen und Siedlergewalt

US-Präsident Trump droht Iran, während in der Straße von Hormus Tanker angegriffen werden und im Westjordanland Siedler randalieren.

Quick Look

  • US-Streitkräfte haben iranische Raketenwerfer angegriffen, woraufhin der Iran US-Stützpunkte in Jordanien attackierte.
  • Gleichzeitig flammen Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus auf, und im Westjordanland kommt es zu gewaltsamen Übergriffen radikaler Siedler.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich nach wiederholten Zwischenfällen in der Straße von Hormus und gegenseitigen Militärschlägen deutlich verschärft.

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US-Präsident Donald Trump zufolge wird das iranische Ölzentrum auf der Insel Charg von den USA „in Stücke gerissen“. In den sozialen Medien nennt er jedoch keine weiteren Details. Ein beigefügtes Video, das gewaltige Explosionen zeigt, ist einer Überprüfung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wahrscheinlich künstlich generiert.

Zuvor haben US-Streitkräfte zwei Raketenwerfer auf einer anderen Insel angegriffen. Dies sind die ersten bekannten US-Angriffe auf den Iran seit Ende Juli. Als Reaktion darauf feuert der Iran auf US-Stützpunkte in Jordanien.

Der Betrieb auf der wichtigen Ölinsel läuft nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft NIOC trotz gegenteiliger Behauptungen von Trump normal weiter. „Trumps Beiträge sind lächerlich, und die Lage auf Charg ist ruhig und stabil“, zitiert das Portal Nournews den NIOC-Chef Hamid Bovard.

In der Straße von Hormus ist ein Supertanker iranischen Angaben zufolge nach zwei Minentreffern in Brand geraten. Das Schiff sei vollständig zum Stehen gekommen, berichtet das Staatsfernsehen unter Berufung auf eine Mitteilung der Revolutionsgarden. Der Tanker habe versucht, die wichtige Wasserstraße illegal zu passieren. Angaben zum Namen des Schiffes oder zum Schicksal der Besatzung machen die Garden nicht. Sie warnen zugleich, dass anderen Schiffen bei einem Verstoß gegen iranische Vorschriften für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus dasselbe drohe.

Die Luftwaffe der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf eine Drohne reagiert, die über den Hoheitsgewässern des Landes entdeckt worden war. Das unbemannte Fluggerät sei aus Richtung des Irans gekommen, teilte das Ministerium mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Die iranische Armee hatte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim von einem Angriff mit Dutzenden Drohnen auf ein Ziel in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesprochen. Demnach wurde der Flugplatz Minhad südöstlich von Dubai ins Visier genommen. Das emiratische Verteidigungsministerium wies Berichte über einen Raketenangriff auf den Flugplatz zurück. Meldungen, wonach der Stützpunkt Ziel von Raketen geworden sei, seien falsch.

Das US-Finanzministerium plant nach den Worten von Scott Bessent wöchentlich neue Sekundärsanktionen gegen den Iran. Zunächst stünden Banken im Fokus, sagt Bessent der Nachrichtenagentur Reuters. Man werde den Geldhäusern klarmachen, dass es nicht in Ordnung sei, iranisches Geld zu verwalten und das Regime zu unterstützen.

Der nächste Schritt könne sein, ein Institut vollständig vom dollarbasierten Finanzsystem abzuschneiden. Bessent will diese Botschaft auch beim anstehenden Treffen der G20-Finanzminister übermitteln: Wer die wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran nicht kappe, müsse mit Sekundärsanktionen rechnen.

Der Iran hat eigenen Angaben zufolge zwei Stützpunkte des US-Militärs in Jordanien angegriffen. In einer von mehreren staatlichen iranischen Nachrichtenagenturen verbreiteten Erklärung der mächtigen Revolutionsgarden hieß es in der Nacht, die kombinierte Drohnen- und Raketenattacke sei Vergeltung für einen US-Angriff auf die iranische Insel Larak. Das Königreich Jordanien habe acht Raketen zerstört, die in den Luftraum eingedrungen waren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf das Militär.

Dem US-Sender Fox News zufolge blieben die Angriffe zunächst ohne größere Auswirkungen. Fast alle anfliegenden Raketen seien abgefangen worden, berichtete der Sender unter Berufung auf US-Kreise.

Das US-Verteidigungsministerium hat einen Medienbericht zumindest in Teilen dementiert, wonach mehrere hochrangige US-Militärs vor einer Verlängerung des US-Einsatzes gegen den Iran gewarnt haben. „Vieles davon ist schlichtweg falsch“, schrieb Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der Plattform X. Er betonte, dass die Veröffentlichung streng geheimer Lageberichte ein „Verbrechen“ sei.

In einem Statement an die Deutsche Presse-Agentur sagte Parnell, dass der Artikel „ein schlecht recherchierter Bericht voller Ungenauigkeiten“ sei. Zu internen operativen Abläufen oder bestimmten Risikobewertungen wolle er sich nicht öffentlich äußern.

Zuvor hatte die „Washington Post“ unter Berufung auf mit einem geheimen Dokument vertraute Personen berichtet, dass mehrere hochrangige US-Militärs Verteidigungsminister Pete Hegseth darauf hingewiesen hätten, dass eine Verlängerung großangelegter Operationen gegen den Iran nicht tragbar sei. Zudem könnten dadurch die Fähigkeiten der Streitkräfte, Bedrohungen auch in der Heimat abzuwehren, eingeschränkt werden, schrieb die Tageszeitung unter Berufung auf das sogenannte Secretary of Defense Orders Book (SDOB).

Die US-Regierung will ihr Vorgehen gegen Finanzgeschäfte mit dem Iran verschärfen und noch in dieser Woche eine weitere Bank mit Sanktionen belegen. Finanzminister Scott Bessent sagte der AP am Sonntag (Ortszeit) vor dem G20-Finanzministertreffen im US-Bundesstaat North Carolina, die USA wollten damit den wirtschaftlichen Druck auf die Islamische Republik erhöhen. Bei dem Treffen in Asheville will er sich einzeln mit seinen Amtskollegen aus den großen Industrie- und Schwellenländern treffen, um sie für eine wirtschaftliche Isolation des Iran zu gewinnen.

„Wenn es sein muss, wird das finanzielle Gewalt sein“, sagte Bessent im Interview. „Wir zeigen den Menschen, dass wir wissen, wer ihr seid, ihr wisst, wer ihr seid, und dass das aufhören muss.“

Bessent hatte kürzlich eine neue Kampagne angekündigt, mit der Länder, die weiterhin Geschäfte mit der bereits sanktionierten Islamischen Republik machen, dazu bewegt werden sollen, ihre finanziellen Beziehungen zum Iran abzubrechen. Andernfalls drohten Vergeltungsmaßnahmen der USA.

Nach einem US-Angriff auf zwei Raketenwerfer im Iran haben die iranischen Revolutionsgarden mit Vergeltung gedroht. Der aggressive Akt habe zum Tod und zur Verletzung mehrerer ihrer Kämpfer und Landsleute geführt, zitierte die Nachrichtenagentur Fars eine Mitteilung der Revolutionsgarden. Dies werde eine Bestrafung des Aggressors nach sich ziehen, hieß es weiter. Eine genaue Zahl von Toten oder Verletzten wurde nicht genannt.

Zuletzt hatte die US-Regierung eigentlich erklärt, künftig den Fokus auf wirtschaftlichen Druck gegen den Iran legen zu wollen. Der Angriff war die erste Attacke auf Ziele im Iran seit Ende Juli. Damit habe man verhindern wollen, dass Seeminen in der Straße von Hormus verlegt werden, schrieben amerikanische Medien unter Berufung auf einen US-Beamten.

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Angriffe im Iran geflogen. Ziel seien zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak gewesen, berichteten das Nachrichtenportal „Axios“ sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten.

In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) am Abend auf der Plattform X. Den Angaben nach kam es bereits am Samstag zu dem Vorfall zwölf Seemeilen nördlich der Stadt al-Chasab.

Derzeit lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor, hieß es weiter. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar. Die Behörden ermittelten, teilte UKMTO mit. Zuletzt hatte die Behörde einen Angriff am Dienstag auf einen Öltanker vor der omanischen Küste gemeldet.

In einer weiteren Mitteilung von UKMTO am Sonntag hieß es, dass Angriffe, Angriffsversuche und Belästigungen der iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus andauerten, darunter Drohnenüberflüge, gezielte Überwachung von Handelsschiffen und gelegentliche Funksprüche. Dies zeige, dass der Iran weiter den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle. Der Handelsverkehr durch die Meerenge bleibe auf einem reduzierten Niveau, wenn auch mit einem leichten Anstieg gegenüber den jüngsten Tiefständen.

Radikale israelische Siedler haben Medienberichten zufolge Mitglieder eines US-Fernsehteams und eine palästinensische Familie im besetzten Westjordanland angegriffen. Dabei seien ein Mann und eine Frau verletzt worden, hieß es. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, der Vorfall habe sich im Dorf Dschalud südlich von Nablus ereignet. NBC News berichtete, dass mehrere Journalisten des US-Senders attackiert worden seien.

Die Journalisten hätten eine Familie zu ihrem Haus begleitet, das diese bereits vor längerer Zeit hatte verlassen müssen. Wafa berichtete, die Siedler hätten unter anderem die Windschutzscheibe des Fahrzeugs eingeschlagen, in dem Mitarbeiter des US-Senders NBC News unterwegs waren. „Sie sprangen heraus, schlugen uns und sprangen dann zurück ins Auto“, zitierte NBC News seinen Korrespondenten.

Die israelische Armee teilte dazu mit, Sicherheitskräfte seien auch in Dschalud im Einsatz, „um weitere Unruhen zu verhindern und die Ordnung in der Region wiederherzustellen“. Man verurteile „alle Formen von Gewalt aufs Schärfste“.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen Kommandeur des militärischen Flügels der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen gezielt angegriffen. Der Mann habe sich in einem Medikamentenlager in einem angrenzenden Gebäude des Al-Aksa-Krankenhauses in Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Küstenstreifens versteckt gehalten, hieß es in der Mitteilung des Militärs. Das Krankenhaus selbst sei nicht angegriffen worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Laut Krankenhaus wurden bei einem israelischen Drohnenangriff drei Palästinenser verletzt.

Bei weiteren Angriffen der israelischen Armee im Gazastreifen wurden nach palästinensischen Angaben insgesamt drei Palästinenser getötet. Zwei Palästinenser seien bei einem Luftangriff auf ein Motorrad im Südwesten der Stadt Gaza und ein dritter bei einem Angriff auf einem Feld östlich von Deir al-Balah getötet worden, hieß es nach Angaben von Rettungskräften. Das Militär äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Die Ölförderung in der Region Kurdistan im Irak wurde nach Angaben der Regierung wieder hochgefahren. Die Unternehmen hätten die Förderung wieder aufgenommen, die nach Drohnenangriffen während des Iran-Kriegs unterbrochen gewesen sei, erklärt der zuständige Minister Kamal Mohammed. Aktuell würden 220.000 bis 230.000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag gefördert. Ein Sprecher des irakischen Ölministeriums sagt, die Ölexporte aus der Region zum türkischen Hafen Ceyhan hätten inzwischen ein Volumen von rund 150.000 Barrel pro Tag erreicht.

Israels Inlandsgeheimdienst hat bestätigt, dass ein Sohn des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wegen einer akuten Bedrohung aus den USA zurückkehren musste. „Tatsächlich bestand eine erhebliche Gefahr für Jair Netanjahu“, hieß es in einer Mitteilung von Schin Bet. „Aufgrund dieser Bedrohung und nach einer Lageeinschätzung wurde entschieden, ihn gemeinsam mit seinem Sicherheitsteam dringend nach Israel zurückzubringen.“

Der Geheimdienst äußerte sich allerdings nicht zu angeblichen Mordplänen des Irans gegen einen seiner Söhne, von denen Benjamin Netanjahu zuletzt gesprochen hatte.

Der US-Sender Newsmax hatte berichtet, der 35-jährige Jair Netanjahu sei Ende vergangenen Jahres Ziel eines iranischen Attentatsplans gewesen. Der israelische Geheimdienst habe im vergangenen Dezember davon erfahren und habe die US-Behörden informiert, berichtete der Sender unter Berufung auf eine Person aus dem Umfeld der US-Strafverfolgung. Demnach hätten sich bereits iranische Agenten „vor Ort“ in Miami befunden und den Wohnsitz von Jair sowie seine Bewegungen überwacht.

Dutzende maskierte israelische Siedler haben im besetzten Westjordanland erneut palästinensische Häuser angegriffen. Die Angreifer umzingelten am Samstag am Rande des Dorfes Kusra ein Gebäude und warfen es mit Steinen, wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. In dem Haus hätten sich sieben Palästinenser gefunden.

Das eintreffende israelische Militär ging den Zeugen zufolge jedoch gegen die Palästinenser vor. Die Soldaten hätten Tränengas in das Haus gefeuert, die Bewohner gefesselt, ihnen die Augen verbunden und sie geschlagen, sagte der Hauseigentümer Luaj Bajrudi. Die Siedler hätten dagegen unbehelligt abziehen können, erklärte der Sanitäter Saddam Odaj, der sich ebenfalls in dem Gebäude befand. Ihm zufolge wurden vier Menschen durch Tränengas und zwei weitere durch Steinwürfe verletzt.

Das Militär teilte mit, die Truppen seien angerückt, um Randalierer zu vertreiben und die Bewohner zu schützen. Zu den Vorwürfen der Misshandlung äußerte sich die Armee zunächst nicht.

Die iranische Regierung hat im Konflikt mit den USA angekündigt, trotz der neuen Wirtschaftssanktionen nicht nachzugeben. Der Iran werde sich auch von den Verschwörungen der USA und Israels nicht von seinem Kurs abbringen lassen, hieß es in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung der Führung in Teheran. Diplomatie und Verteidigung gehörten untrennbar zusammen, um die nationalen Interessen, die Sicherheit und die territoriale Integrität des Landes zu schützen.

Die iranische Führung werde beide Wege gleichzeitig verfolgen. Zudem wolle sie sich darauf konzentrieren, die Inflation einzudämmen, Arbeitsplätze zu schaffen, die heimische Produktion zu fördern und die Abhängigkeit vom Dollar schrittweise zu verringern. Am Freitag hatte das Außenministerium die US-Sanktionen als „Staatsterrorismus“ und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Sie gefährdeten die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen.

Die Marine der iranischen Revolutionsgarden weist US-Angaben zurück, wonach die Straße von Hormus geöffnet sei.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Das US-Finanzministerium wird wöchentlich neue Sanktionen gegen iranische Banken verhängen.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Welche konkreten Banken werden von den USA sanktioniert?
  • Wie reagieren die G20-Staaten auf die Forderungen des US-Finanzministers?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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