
US-Präsident Trump droht mit weiteren Maßnahmen, während Wirtschaftsverbände vor den Folgen eines Handelskrieges warnen.
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Die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen den USA und Kanada sind gescheitert. Infolgedessen wurden Zölle auf kanadische Waren in Kraft gesetzt.
»Kanada will die Vorteile eines Bundesstaates, ohne einer zu sein!!!« schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social am Sonntag, in seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit dem Scheitern der Verhandlungen. »Außerdem haben sie unsere großartigen Landwirte über viele Jahre mit massiven Zöllen belastet. Damit ist jetzt Schluss!!!« Mit der Aussage spielt Trump auf den von ihm immer wieder propagierten Anschluss Kanadas an die USA an. Einen solchen Schritt hatte Carney in seiner Reaktion auf das Handelsdebakel noch einmal kategorisch ausgeschlossen.
Mit der eskalierenden Rhetorik – und den ganz konkreten Zollmaßnahmen – wächst die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den Nachbarstaaten. Wirtschaftsverbände in beiden Ländern warnen vor schweren ökonomischen Folgen und dringen auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Aussagen der US-Regierung machen aber wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Konflikts.
Neue Zölle könnten die Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher erhöhen, wichtige Lieferketten stören und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten. Davor warnte Joshua Bolten, der Vorsitzende der US-Managervereinigung Business Roundtable, in der die Chefs von rund 200 großen Konzernen zusammengeschlossen sind. Beide Regierungen sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren, und schädliche Zölle abschaffen, forderte er.
Es geht um Möbel, Wein – und Hockeyschläger
Ähnlich äußerte sich der Chef des kanadischen Industrieverbandes, Dennis Darby. »Unser Wunsch wäre, dass sie schnell wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ich glaube aber nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird,« sagte Darby der Zeitung »Globe and Mail« am Samstag.
Darby ist auch Mitglied des Beratungsgremiums von Premierminister Carney für die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA. Besonders problematisch sei die anhaltende Ungewissheit für die Investitionsbereitschaft von Unternehmen, so Darby. Wenn das Hin und Her langfristig anhalte, könne dies das Vertrauen der Firmen in Investitionsentscheidungen untergraben. Die Lage sei bereits von Unsicherheit geprägt gewesen und könne nun »noch volatiler« werden, warnte er.
Verhandler der beiden Nachbarstaaten hatten bis in die Nacht zum Samstag über eine Vereinbarung beraten, um die von Trump angekündigten Zölle abzuwenden. Nach den geplatzten Verhandlungen traten noch in der Nacht Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Güter in Kraft. Betroffen sind kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar – also etwa fünf Prozent der Einfuhren insgesamt –, darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.

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