Kretschmer nennt Sachsen-Anhalt nach AfD-Wahlsieg „geschichtlichen Fehler“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mit spöttischen Worten kommentiert und das Bundesland als „geschichtlichen Fehler“ bezeichnet.
Quick Look
- Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete Sachsen-Anhalt nach dem starken AfD-Wahlsieg als „geschichtlichen Fehler“.
- Bei einer Theaterveranstaltung in Dresden äußerte er sich zum schlechten Abschneiden der CDU und forderte eine Ursachenanalyse.
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Why It Matters
Sachsen-Anhalt entstand 1947 aus mehreren kleineren Gebieten und wurde 1952 aufgelöst. Bei der Wiedervereinigung 1990 wurde das Land mit neuen Grenzen wiedergegründet.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den Wahlsieg der AfD im Nachbarland Sachsen-Anhalt mit einem bitteren Scherz kommentiert: „Sachsen-Anhalt ist leider ein geschichtlicher Fehler“, sagte er am Abend der Wahl auf einer Jubiläumsveranstaltung eines Dresdner Privattheaters. „Wir hätten dieses Land vielleicht aufteilen sollen“, fuhr Kretschmer fort und erntete einige Lacher im Publikum.
Wie „Sachsen Fernsehen“ berichtet, hatte Moderatorin Kim Fisher den Ministerpräsidenten auf das sich abzeichnende Ergebnis in Sachsen-Anhalt angesprochen und um eine Einschätzung gebeten. Die CDU verlor stark an Zustimmung und fuhr mit 17,2 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in diesem Bundesland ein. Die AfD kam auf 43,8 Prozent.
„Ansonsten ist es natürlich eine äußerst bittere Entwicklung“, fügte Kretschmer hinzu. Er habe nur eine Hoffnung: „Dass wir nicht in einer oder zwei Wochen wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern dass wir jetzt wirklich endlich anfangen zu schauen: Was bewegt die Menschen, warum wählen sie so? Was kann man, wenn man Bundesregierung ist, ändern?“ Die letzten Worte seines Statements gingen im Applaus unter.
Kretschmer war zu Gast beim 30. Jubiläum der Comödie Dresden, einem Privattheater in der Dresdner Altstadt. Mit seiner Bemerkung spielte Kretschmer auf die Geschichte Sachsen-Anhalts an. Das Bundesland entstand 1947 aus mehreren kleineren Gebieten. Neben den preußischen Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, die drei Jahre zuvor aus der preußischen Provinz Sachsen hervorgegangen waren, gehörten dazu das jahrhundertelang eigenständige Anhalt sowie kleinere braunschweigische Exklaven. In dieser Form wurde das Land 1952 aufgelöst. Im Zuge der Wiedervereinigung 1990 wurden verschiedene territoriale Optionen diskutiert, darunter auch eine Fusion eines Teils des ehemaligen Sachsen-Anhalts mit Sachsen. Schließlich entstand das Land Sachsen-Anhalt 1990 jedoch mit leicht veränderten Grenzen im Vergleich zu 1947 neu.
Der sächsische Ministerpräsident hatte die Wahl im September 2024 knapp vor der AfD gewonnen und regiert in Sachsen in einer Koalition aus CDU und SPD als Minderheitsregierung. Dieses sächsische Modell, in dem ein Konsultationsmechanismus allen Parteien der Opposition offensteht, war in den vergangenen Wochen immer wieder als Option für Sachsen-Anhalt diskutiert worden. Zum einen hat die AfD in Sachsen eine Mitarbeit jedoch stets abgelehnt. Zum anderen sind die Mehrheitsverhältnisse in Sachsen-Anhalt nun anders, da die CDU auf alle Parteien außer der AfD angewiesen wäre, um eine Mehrheit für Gesetzesvorhaben zu organisieren.
Open Questions
- Welche konkreten Konsequenzen zieht die CDU aus dem Wahlergebnis?
- Wie reagieren andere Parteien auf Kretschmers Äußerungen?

