Breaking
ARIran: Two oil tankers collide with mines in the Strait of Hormuz and warnings of unauthorized crossingKRTestimony of rescued Indonesian sailor following tugboat capsize accident off BusanTRThe owner of the Tuğberk İmamoğlu ship, which sank in a shipwreck in the Sea of Marmara, spokeDEFatal knife attack in Erkner: dispute over their child as a possible motiveDEAttempted attack on a substation near Cologne: investigation into sabotageFRGunshots during a rave party in Switzerland: one dead and five injuredITGas prices rise due to tensions in the Strait of HormuzFROccitanie: Carole Delga calls for the temporary nationalization of the Fiber Excellence factoryDEVolkswagen facing historic escalation: savings plan dispute comes to a headDEEU plans new sanctions against Russia after drone incident in LeipzigARIran: Two oil tankers collide with mines in the Strait of Hormuz and warnings of unauthorized crossingKRTestimony of rescued Indonesian sailor following tugboat capsize accident off BusanTRThe owner of the Tuğberk İmamoğlu ship, which sank in a shipwreck in the Sea of Marmara, spokeDEFatal knife attack in Erkner: dispute over their child as a possible motiveDEAttempted attack on a substation near Cologne: investigation into sabotageFRGunshots during a rave party in Switzerland: one dead and five injuredITGas prices rise due to tensions in the Strait of HormuzFROccitanie: Carole Delga calls for the temporary nationalization of the Fiber Excellence factoryDEVolkswagen facing historic escalation: savings plan dispute comes to a headDEEU plans new sanctions against Russia after drone incident in Leipzig
BackKrieg gegen die Ukraine: Entwicklungen und Reaktionen nach Drohnenvorfall in Leipzig
Krieg gegen die Ukraine: Entwicklungen und Reaktionen nach Drohnenvorfall in Leipzig
Developing
Die Zeit1 hour agoWorld5 min readGermany

Krieg gegen die Ukraine: Entwicklungen und Reaktionen nach Drohnenvorfall in Leipzig

EU bestellt nach Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig russische Diplomaten ein. Medwedew droht Deutschland, während in der Ukraine bei schweren Luftangriffen mehrere Menschen getötet werden.

Quick Look

  • Nach einem Drohnenvorfall in Leipzig bestellen EU-Staaten russische Diplomaten ein.
  • Gleichzeitig melden Behörden schwere russische Luftangriffe mit Toten und Verletzten in Kyjiw, Odessa und weiteren ukrainischen Regionen.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Krieg in der Ukraine hält an, begleitet von gegenseitigen Angriffen auf kritische Infrastruktur und militärische Stellungen.

Font size

Russische oder ukrainische Angaben zu Details einzelner Angriffe und zur Zahl Verletzter und Getöteter lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.

Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen haben die Europäische Union und mehrere Mitgliedsstaaten russische Gesandte und Botschafter einbestellt. Dies teilten die EU-Außenbeauftrage Kaja Kallas sowie Vertreter von Frankreich, Finnland und Belgien bei einem informellen Treffen der EU-Außenminister in Irland mit.

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot sagte, er habe einen Vertreter der russischen Botschaft in Paris einbestellt, um gegen das Vorgehen des Landes zu protestieren. Zudem müssten Sanktionen auf europäischer Ebene beschlossen werden, insbesondere gegen die russische Schattenflotte. Diese wird auch für Angriffe auf öffentliche Versorgungsnetze in Europa verantwortlich gemacht.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will mit den EU-Außenministern über den Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen beraten. Die Tat weise alle Merkmale von staatlich gefördertem Terrorismus auf, sagte Kallas bei einem informellen Treffen der Außenminister in Irland. Auch für den Fall, dass Russland seine Angriffe auf die Ukraine weiter eskaliere, müssten sich die EU-Staaten über ein gemeinsames Vorgehen verständigen.

Nach den neuen Sanktionen gegen Russland hat Ex-Präsident Dmitri Medwedew Deutschland gedroht. »Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik«, schrieb Medwedew, derzeit Vizechef des russischen Sicherheitsrats, auf Telegram. Gemeint seien Rüstungsbetriebe, die für die Ukraine arbeiten, und »durchaus auch einige andere Orte in Berlin«. Medwedew ist für seine extremen Äußerungen und Beschimpfungen, besonders gegen Deutschland, bekannt.

Medwedew wies die Anschuldigungen der deutschen Behörden zurück. Diese hätten den versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle erfunden. Zudem beschimpfte der frühere russische Präsident die »derzeitige deutsche Führung« als »neonazistisch« und »extrem russophob«.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Schäden an etwa 100 Schiffen des Landes durch ukrainische Drohnenangriffe eingeräumt. »Ich denke, dass sie uns einen realen Schaden verursacht haben«, sagte Putin in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. »Es sind Menschen gestorben, Seeleute, darunter auch ausländische.« Es seien auch Bürger Aserbaidschans und der Türkei getötet worden.

Die Ukraine sei aber nicht in der Lage, Russland mit ihren Attacken kritische Schäden zuzufügen, sagte Putin. Der Gesamtschaden der Attacken liege nach vorläufigen Berechnungen bisher bei einem Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts. »Das ist kein kritischer Schaden für uns. Und sie können uns auch keinen kritischen Schaden zufügen«, behauptete der Präsident. Die Ukraine hatte insbesondere im Schwarzen und dem benachbarten Asowschen Meer Öltanker und Getreidefrachter attackiert.

Die Ukraine weitete zuletzt ihre Angriffe mit weitreichenden Drohnen auf das russische Hinterland deutlich aus. Immer wieder gingen dabei auch Ölraffinerien und Logistikzentren in Flammen auf. Putin sagte, inzwischen sei der Schutz für die Raffinerien deutlich verbessert worden. Unternehmen hatten indes beklagt, dass der russische Staat – anders als von Putin immer wieder versprochen – kein Garant für die Sicherheit sei.

Die Ukraine hat erneut russische Angriffe auf die Schwarzmeerstadt Odessa gemeldet. Dabei seien acht Menschen verletzt worden, schrieb der Leiter der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Lyssak, auf Telegram. Zudem seien Infrastruktur und Wohngebäude beschädigt worden.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat auf angekündigte umfassende Drohnenangriffe der Ukraine reagiert. Es handle sich um »Staatsterrorismus«, auf den Russland reagieren werde, sagte Putin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor alle Fluggesellschaften vor Gefahren über Russland gewarnt. Der russische Luftraum werde durch ukrainische Drohnenangriffe »faktisch« geschlossen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

»Ich weise darauf hin, dass sie uns darum bitten, die Verhandlungen wieder aufzunehmen«, sagte Putin mit Blick auf Selenskyj. »Mit Terroristen werden aber keine Verhandlungen geführt.« Die Verhandlungen unter US-Vermittlung liegen nach Darstellung Putins auf Eis. Allerdings seien insbesondere die von US-Präsident Donald Trump geschickten Gesandten willkommen in Moskau.

Die Ukraine hat bei einem Treffen der Verteidigungsministerinnen und Verteidigungsminister der EU keine neuen Zusagen für die Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen bekommen. Es habe Appelle und Gespräche gegeben, leider sei ein konkreter Erfolg aber ausgeblieben, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in Irland. Die Bemühungen würden fortgesetzt.

Kallas hatte zu Beginn der Beratungen gesagt, man wisse, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe. Es wäre deshalb gut, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung einsetzen könne. Welche EU-Länder Raketen abgeben könnten, sagte Kallas nicht. Nach Angaben von Diplomaten soll es vor allem um Griechenland und Spanien gehen. Die Ukraine hatte ihren aktuellen Bedarf an Abfangraketen zuletzt mit etwa 300 Stück angegeben.

Die russische Armee hat nach den Worten von Präsident Wladimir Putin im August 270 Quadratkilometer in der ukrainischen Region Donezk erobert. Dies entspricht etwa der Fläche der Stadt Erfurt. Zudem sei eine große Gruppe ukrainischer Soldaten eingekesselt worden, sagte Putin nach einem Gipfeltreffen in Kirgisistan. Russische Truppen rückten auf die Städte Slowjansk und Kramatorsk vor, und man plane große Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Warnung an Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und Passagiere ausgesprochen, die den russischen Luftraum nutzen. »In Russlands Luftraum werden sich Drohnen in einem Ausmaß befinden, das berücksichtigt werden muss«, schrieb Selenskyj auf X. »Die sicheren Tage im russischen Luftraum sind vorbei.« Das ukrainische Militär hatte zuletzt seine Gegenangriffe auf die russische Infrastruktur verstärkt, darunter Raffinerien, Öldepots und Häfen.

Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Eisenbahndepot in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw sind nach offiziellen Angaben sieben Menschen getötet worden. Es gebe Brände und schwere Schäden, schrieb Bahnchef Olexander Perzowskyj auf Facebook. Zugleich hätten sich zahlreiche Bahnmitarbeiter in Schutzräumen in Sicherheit bringen können.

Schon vorher war bekannt geworden, dass ein schwerer Luftangriff mit Raketen und Drohnen drei Menschen in der Stadt Boryspil getötet hatte. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach nach der Nacht von insgesamt zwölf Toten und zahlreichen Verletzten in der Ukraine. Auch Odessa, Charkiw, Saporischschja, Cherson und andere Städte seien angegriffen worden, schrieb er auf der Plattform X.

Die Hafeninfrastruktur in der südukrainischen Region Odessa ist nach Angaben der ukrainischen Behörden von einem schweren russischen Angriff getroffen worden. Auch Anlagen der Energieversorgung seien Ziel des Beschusses gewesen, teilte der ukrainische Rettungsdienst auf Telegram mit. Durch den Angriff sei zudem in einem Wohnhaus ein Feuer ausgebrochen. Dabei sei mindestens ein Mensch verletzt worden.

Ukrainische Truppen sind nordwestlich von Lyman sowie südöstlich von Borowa vorgerückt. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht. Demnach zeigen geolokalisierte Aufnahmen ein Vorrücken im Norden der Ortschaft Nowoseliwka, die in der Region Donezk bei Lyman liegt. Weitere Aufnahmen deuten laut ISW darauf hin, dass ukrainische Soldaten auch in der Nähe von Olhiwka russische Angreifer zurückdrängten. Olhiwka ist eine Siedlung südöstlich von Borowa in der Region Charkiw.

Russische Angreifer stießen hingegen im Kampf um die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka an mehreren Frontabschnitten weiter vor. Auch das meldet das ISW unter Berufung auf den ukrainischen Militärbeobachter Kostyantyn Mashovets. Südlich der Stadt besetzten russische Soldaten ein größeres Gebiet, das die Ortschaft Sofijiwka umschließt.

Ein Drohnenangriff hat im Hafengebiet von Ust-Luga ein Feuer ausgelöst. »Im Hafengebiet von Ust-Luga sind infolge des Drohnenangriffs Schäden entstanden, und es brennt«, teilte der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, im Onlinedienst Telegram mit. Die Bemühungen zur Abwehr des Angriffs dauerten demnach an.

Ust-Luga ist ein wichtiger russischer Exporthafen im Nordwesten des Landes. Er liegt am finnischen Meerbusen in der Nähe der estnischen Grenze und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Dünger, Öl und Kohle aus Russland. Nach Angaben der russischen Behörden wurde er bereits mehrfach angegriffen.

Bei Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind am frühen Morgen lokalen Behörden zufolge mindestens neun Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Gouverneur Tymur Tkatschenko schrieb auf Telegram auch von Schäden in der Stadt Boryspil östlich von Kyjiw. Dort seien ein Wohnhaus und eine Industrieanlage getroffen worden. Zudem seien neun Menschen in der Stadt verletzt worden, schrieb Tkatschenko auf Telegram.

Auch aus anderen Landesteilen gab es in der Nacht Berichte über russische Angriffe, darunter aus dem Raum Odessa am Schwarzen Meer. Die ukrainische Luftwaffe meldete Angriffe auf Charkiw, Sumy und Saporischschja.

Die Verteidigungsministerinnen und Verteidigungsminister der EU beraten heute im irischen Wicklow über die weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkrieg gegen Russland. Dabei wird es unter anderem um die Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie gehen. Auch die Zukunft der EU-Mission Eumam zur Ausbildung ukrainischer Soldaten soll besprochen werden.

Weiteres Thema der Gespräche wird die EU-Weltraumstrategie für Sicherheit und Verteidigung sowie die Lage am Golf und im Nahen Osten sein.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • EU-Staaten beraten über weitere Sanktionen gegen die russische Schattenflotte.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Welche konkreten Sanktionen wird die EU gegen die russische Schattenflotte beschließen?
  • Wie wird Deutschland auf die Drohungen von Dmitri Medwedew reagieren?

Related Topics

This article was originally published by Die Zeit.

Related Stories

More on this topicukraine