1,78 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über die künftige Zusammensetzung des Landtags
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Die AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Die Wahlbeteiligung liegt am Wahltag deutlich über den Werten von 2021.
1.788.930 Sachsen-Anhalter sind am 6. September aufgerufen, über die künftige Zusammensetzung des Landtags abzustimmen.
Die Wahl wird mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet, weil mit der AfD erstmals eine Partei an der Regierungsbildung beteiligt sein könnte, die vom Verfassungsschutz als »gesichert rechtsextrem« eingestuft wird. Sie könnte sogar die absolute Mehrheit holen.
Annika Benzing: Ist die Abwanderung schuld? Seit zwanzig Jahren sind sie befreundet. Meine Kollegin Mariya Abramova schreibt über sich und ihre langjährige Freundin und darüber, wie verschieden ihr Blick auf ihre gemeinsame Heimat Sachsen-Anhalt ist. Während sie die Herausforderungen und Probleme in Sachsen-Anhalt als besonders groß wahrnimmt, sagt ihre Freundin, es sei doch so, wie überall auch. Was die beiden noch unterscheidet? Mariya Abramova zog weg, ihre Freundin blieb.
Ferdinand Otto: Das Moped ist politisch! Mit einigem Erfolg hat die AfD es geschafft, die Simme zu einer Art nostalgnostalgischer Reminiszenz in diesem und anderen Wahlkämpfen für sich arbeiten zu lassen. Spitzenkandidat Siegmund lud zu Simson-Ausfahrten mit dem DDR-Klassiker ein. Ganz so leicht wollen die Grünen dieses Symbol dann offenbar doch nicht hergeben: Hier auf der Wahlparty parkt ein entsprechend lackiertes Exemplar. Aufschrift »Volle Ladung Zukunft«.
Katrin Scheib: Was bedeutet die Einstufung der AfD als "gesichert rechtsextrem"? In Umfragen zur Landtagswahl liegt die AfD weit vorn, womöglich könnte sie sogar allein regieren. Der Verfassungsschutz hat mehrfach vor ihrer Wahl gewarnt, die Behörde stuft die Landespartei als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung" ein.
Katrin Scheib: Und was ist mit den ausländischen Arbeitskräften? Geht die AfD aus der heutigen Wahl als stärkste Partei hervor, dann ist mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt zu rechnen. Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle geht davon aus, dass Tausende Stellen im Land unbesetzt bleiben, wenn die Partei wie angekündigt weiter Stimmung gegen Zuwanderer mache. Reint Gropp, Präsident des IHW, spricht sogar von einem spürbaren Verlust an Wohlstand in Sachsen-Anhalt.
Sarah Kohler: Wahlbeteiligung um 16 Uhr mehr als 20 Prozentpunkte höher als 2021. Nach Angaben der Landeswahlleiterin hatten um 16 Uhr bereits 65,3 Prozent der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt ihre Stimme abgegeben. 2021 waren es um diese Zeit 41,0 Prozent gewesen.
Francesco Schneider-Eicke: Wahlscheinpanne macht Wahlhelfern zusätzliche Arbeit. Die selbst ernannten Wahlbeobachter in Halle sind besonders misstrauisch, seitdem bekannt wurde, dass in der Stadt durch einen technischen Fehler knapp 1.200 Briefwahlunterlagen doppelt versendet wurden. Manipulationen der Wahl sind dadurch aber nicht möglich: Wahlscheine sind durch eine Wahlscheinnummer eindeutig gekennzeichnet.
Katrin Scheib: Beschimpft und körperlich angegriffen. Auch das war ein Aspekt des Wahlkampfes: deutlich mehr Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten. Die Gewerkschaft DJU hat gezählt und kam zu dem Ergebnis: Insbesondere rund um AfD-Veranstaltungen sei es vermehrt zu Auseinandersetzungen gekommen.
Alicia Kleer: Ob er hier eine Zukunft sieht, weiß Mohammad erst nach der Wahl. In einem Starbucks in der Nähe des Domplatzes sitzen Mohammad Alnaser, 31, und ein Freund aus Bayern, der gerade zu Besuch ist. Beide stammen aus Syrien. Seit neun Jahren lebt Alnaser in Magdeburg. Er fühlt sich hier sehr wohl. »Das ist meine Stadt«, sagt er.
Ferdinand Otto: Diese Wahl wird an der Fünfprozenthürde entschieden – also bei den Grünen. Der Wahlkampf für die Grünen lief nach einer einfachen Formel: Wir stehen zwischen der AfD und der absoluten Mehrheit. Diese Wahl wird zu großen Teilen an der Fünfprozenthürde entschieden. Die Rechnung: Je mehr Fraktionen in den Landtag kommen, desto unwahrscheinlicher wird eine absolute Mehrheit für die AfD.
Christian Parth: Kundgebung von Linksextremisten. Am Magdeburger Hauptbahnhof hat sich die Antifa-Initiative Jugend Sachsen-Anhalt versammelt, etwa 100 Menschen. Die linksextremistische Gruppierung geriet wegen ihrer israelfeindlichen Ausrichtung ins Visier des Verfassungsschutzes.
Francesco Schneider-Eicke: »Wenn die regieren, sind die Baseballschlägerjahre zurück«. Im Zentrum von Halle war die Stimmung der Menschen gestern Abend überwiegend zuversichtlich, dass es zu keiner absoluten Mehrheit der AfD kommen werde. Am Vorabend der Wahl versammeln sich rund 2.300 Menschen bei einer Antifa-Demo in Halle.
Katrin Scheib: Mit geballter linker Faust. Statt maximal mittig diesmal klare Kante: Wer Cem Özdemir bisher nur als Wahlkämpfer in seinem Heimatbundesland Baden-Württemberg kannte, der erlebte ihn unlängst in Wernigerode entschieden anders: Der Grünenpolitiker setzte auf Attacke.
Tilman Steffen: Konfettiregen und Koalitionsangebot. Mit einer wie immer opulent installierten Show hat die AfD am Samstagabend in Magdeburg ihren Wahlkampf beendet. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund senkte die Hürde für eine Regierungsübernahme erneut ab: Auch mit einer knappen Einstimmenmehrheit im Parlament wolle er eine Regierung bilden.
Francesco Schneider-Eicke: Auszählung der Briefwahlstimmen von 60 Wahlbezirken beginnt in Halle-Neustadt. In den Räumen der Berufsbildenden Schule Gutjahr in Halle-Neustadt beginnt die Auszählung der Briefwahlstimmen von 60 Wahlbezirken. Vor den Gebäuden haben sich etwa 20 selbst ernannte Wahlbeobachter versammelt.
Marlena Wessollek: Wahlkampfurlaub in Quedlinburg. In den Wochen vor der Wahl haben die Grünen bundesweit Helfer für ihren Wahlkampf mobilisiert. Knapp 1.000 Grüne aus anderen Bundesländern folgten dem Aufruf zum sogenannten Wahlkampfurlaub.

The authors call for an active strategy of 'cognitive deterrence' against Russia. Instead of just responding to disinformation, Western actors should specifically address Russia's internal vulnerabilities, such as recruitment problems and war costs.

The comparison between the German 'firewall' strategy and the British approach under Prime Minister Andy Burnham shows different ways of dealing with right-wing populists like Nigel Farage, with Burnham focusing on social relief and proximity to the people.

A new study from Saarland University led by Martin Schröder shows that concerns about immigration are the strongest indicator of AfD support. Socioeconomic factors such as education or income, however, play a subordinate role.
After the state elections in Saxony-Anhalt, people gathered in Magdeburg and other cities for demonstrations for democracy. Greenpeace and the DGB youth, among others, called for action, while the AfD was leading in the polls.

There are signs of a significantly higher voter turnout in the state elections in Saxony-Anhalt than in 2021. By 4 p.m., 65.3 percent of those eligible to vote had cast their votes. The focus is on the AfD's performance and the question of possible government formation.

After the forced staff reduction in 2023, the Goethe-Institut in Russia will finally close. The decision ends cultural exchanges and hits pro-European forces in Russia, while at the same time the Russian House in Berlin was closed.