Daten des Statistischen Landesamts zeigen, dass die AfD bei Briefwählern deutlich schlechter abschneidet als bei der Stimmabgabe im Wahllokal.
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Die AfD äußert regelmäßig Zweifel an der Verlässlichkeit der Briefwahl. Briefwähler weisen demografisch oft eine höhere Parteibindung auf und sind tendenziell älter und städtischer geprägt.
Rund 21 Prozent der Wahlberechtigten haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt per Briefwahl abgestimmt – und sie haben sich deutlich anders entschieden als die 57 Prozent, die zur Stimmabgabe ins Wahllokal gegangen sind.
Wie aus Daten des Statistischen Landesamts Sachsen-Anhalt hervorgeht, stimmten unter den Briefwählern nur 24,3 Prozent für die AfD, im Vergleich zu 51,2 Prozent der Urnenwähler. Damit liegt die AfD bei den Briefwahlstimmen gleichauf mit der CDU (ebenfalls 24,3), die hingegen bei den Urnenwählern nur auf 14,5 Prozent kommt. Bei den Urnenwählern beträgt der Abstand zwischen AfD und CDU somit 36,7 Prozentpunkte.
Auch alle übrigen Parteien schnitten unter den Briefwählern besser ab: SPD, Grüne und Linke holen zweistellige Ergebnisse, das BSW sechs Prozent. Für die FDP hätte es mit 3,3 Prozent allerdings auch unter den Briefwählern nicht für einen Wiedereinzug in den Landtag gereicht.
Auf die Zahl der abgegebenen Stimmen gerechnet betrug der Anteil der Briefwähler 27,4 Prozent und lag damit 1,7 Prozentpunkte niedriger als bei der vergangenen Wahl.
Dass die AfD bei Urnenwählern besser abschneidet als bei Briefwählern ist ein wiederkehrendes Muster. Häufige Erklärungsansätze sind zum einen demografische Unterschiede: Briefwähler sind häufig älter, höher gebildet und leben eher in Städten – Gruppen, die traditionell eher CDU, SPD oder Grüne wählen. Sie weisen außerdem eine höhere Parteibindung auf. Des Weiteren beobachten Wahlforscher seit Längerem, dass insbesondere Protestwähler häufig zur Wahl an der Urne neigen.
Zum anderen schürt die AfD immer wieder Zweifel an der Verlässlichkeit der Briefwahl. So hatte etwa AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkampf mit Blick auf die Briefwahl in Pflegeheimen behauptet: „Wir alle wissen es, in vielen Einrichtungen, je nach Trägerschaft, wurde ab und zu mal nicht immer alles dem Zufall überlassen.“
Vergangene Woche hatte die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass eine unbekannte Person die Wahlunterlagen einer 95-jährigen dementen Frau in einem Pflegeheim in Dessau ohne Vollmacht ausgefüllt und für sie gewählt haben soll. Die Ermittlungen wurden später mangels Belegen eingestellt. Auch die AfD konnte keine konkreten Belege vorlegen.

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