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Miele ist ein Familienunternehmen aus Ostwestfalen, das Hausgeräte produziert. Das Unternehmen hat zuletzt 2024 ein Sparprogramm angekündigt, das die Verlagerung der Waschmaschinenproduktion von Gütersloh nach Polen vorsieht und aktuell 1400 Arbeitsplätze abbaut. Dieses Programm läuft bis Ende 2027.
Der Hausgerätehersteller Miele kritisiert die Standortbedingungen in Deutschland. „Die Politik handelt gegenwärtig nicht konsequent genug“, monierte Markus Miele, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens aus Ostwestfalen, gegenüber WELT AM SONNTAG. Es fehle hierzulande an Tempo. „Ideen und Pläne gibt es ja. Vieles steht sogar im Koalitionsvertrag. Aber diese Vorhaben müssen dann auch umgesetzt werden“, sagte Miele.
Konkret meint der Unternehmer damit Themen wie Bürokratieabbau, Steuern, Infrastruktur, Bildung oder auch Arbeitsmarkt. „Bei der Arbeitsproduktivität pro Stunde zum Beispiel entwickelt sich Deutschland seit Jahren nach hinten, statt nach vorne“, kritisierte Miele. „Gleichzeitig steigen die Sozialabgaben in Richtung 50 Prozent. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.“ Deutschland habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. „Und wir sprechen zu wenig darüber, wie wir unser Land zügig modernisieren“, so Miele.
Seit zwei Jahren produziert Miele dort schon Backöfen für den lokalen Markt. Waschmaschinen und Geschirrspüler werden aber weiterhin aus Europa dorthin geliefert. „Auch in diesem Bereich könnte sich auf Sicht aber ein eigenes Werk in den USA lohnen“, sagte Markus Miele. „Denn aktuell sind wir gut unterwegs – trotz der Zölle. Den Aufschlag geben wir wie alle anderen Hersteller zum größten Teil an die Kunden weiter. Vielleicht wären wir sonst sogar noch stärker gewachsen. Aber das ist Spekulation.“ Die USA sind hinter Deutschland der zweitgrößte Markt für Miele. „Trotzdem können wir dort bestimmt noch um zehn, 20 oder auch 50 Prozent wachsen.“
Aktuell kein neues Sparprogramm geplant
Mit dem ersten Halbjahr zeigt sich Miele zufrieden. Denn trotz mittlerweile jahrelanger Branchenkrise sind die Ostwestfalen in der ersten Jahreshälfte im Inland wie auch im Ausland gewachsen. „Wir schlagen uns aktuell gut“, sagte Markus Miele. „Aber natürlich wäre es schön, wenn sich ein paar Krisen endlich auflösen würden.“
Ein Sparprogramm wie zuletzt 2024, als Miele die Verlagerung einer Waschmaschinenproduktion von Gütersloh nach Polen verkündet hat und im Zuge dessen aktuell 1400 Arbeitsplätze abbaut, sei nicht geplant. „Aufgrund der sich verändernden Weltlage bewerten wir aber kontinuierlich unsere Aufstellung und handeln entsprechend, wenn dies nötig ist. Unser Ziel ist es, unsere Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit als Familienunternehmen zu erhalten.“ Noch läuft ohnehin das letzte Abbauprogramm. „Der Prozess dauert bis Ende 2027 an“, sagte Markus Miele.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.
Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in Düsseldorf. Er berichtet über Handel und Konsumgüter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.
AI outlook — possibilities, not facts
Miele wird die Standortbedingungen in Deutschland weiterhin kritisieren, wenn keine politischen Verbesserungen erfolgen.
Likely · Within months
Miele prüft kontinuierlich eine mögliche eigene Produktion in den USA für Waschmaschinen und Geschirrspüler.
Possible · Within years

VW-Chef Oliver Blume besuchte das Werk in Zwickau, um den 8000 Beschäftigten Rede und Antwort zu stehen. Er erklärte, dass es für den Standort in den nächsten zehn Jahren keine wettbewerbsfähige Belegung gebe, was die Zukunft der Arbeitsplätze gefährdet.

Volkswagen-Chef Oliver Blume versuchte in acht Betriebsversammlungen, die schwierige Lage des Konzerns zu erklären: geringere Einnahmen aus China, hohe Kosten durch US-Zölle und massive Überkapazitäten in Europa. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte die vagen Zukunftsperspektiven, während über eine mögliche Rüstungsproduktion im Osnabrücker Werk und einen staatlichen Einstieg durch Niedersachsen oder den Bund debattiert wird. Der Aufsichtsrat tagt am 4. September.
Die Bundesregierung zahlt seit Jahresbeginn bis zu 6000 Euro Zuschuss für private Elektroautos und stößt auf unerwartet große Resonanz. Laut ZDK-Chef Peckruhn könnte die Prämie wegen hoher Nachfrage bereits vor 2029 ausgeschöpft sein. Die Regierung prüft eine Überarbeitung, etwa durch Einbeziehung von EU-Präferenzregelungen, um die Förderung länger verfügbar zu machen und Verunsicherung bei Kunden zu vermeiden.

Nach seiner unglücklichen Pressekonferenz im Juli, bei der Kevin Warsh die Märkte mit nebulösen Aussagen verwirrte, versuchte der Fed-Chef in Jackson Hole mit einer falkenhaften Rede das Vertrauen zurückzugewinnen. Er bekräftigte das Zwei-Prozent-Inflationsziel und den PCE-Index als bevorzugtes Maß, wodurch kurzfristige Renditen stiegen und langfristige Anleihen nur leicht nachgaben.
Siemens-Vorstandschef Roland Busch hat sich gegen umfassende EU-Zölle gegen China ausgesprochen und warnt davor, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit zu schützen. Er betont, dass chinesische Unternehmen starke Konkurrenten mit innovativen Produkten und schneller KI-Adaption seien. Busch fordert ein höheres Tempo bei der EU-Zulassung von KI-Technologien, da Regulierungen oft veraltet seien, bevor sie in Kraft treten. Das Risiko einer KI-Blase hält er für überschaubar, da Investitionen größtenteils aus Cashflow finanziert würden.
US-Präsident Donald Trump hat ein Abkommen mit Venezuela bekanntgegeben, das den USA die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel Öl sichert. Ziel ist die Senkung der Spritpreise und die Belebung der venezolanischen Energiewirtschaft durch US-Investitionen. Das Abkommen erfolgt unter innenpolitischem Druck vor den Midterms und nach der Festnahme von Nicolás Maduro im Januar.