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Die EU diskutiert über mögliche Zölle gegen chinesische Importe aufgrund von Vorwürfen unfaire Handelspraktiken und Subventionen. Gleichzeitig wird die Regulierung von KI-Technologien durch den AI Act und Data Act vorbereitet, die jedoch aufgrund langer Gesetzgebungsprozesse verzögert werden könnten.
Siemens-Vorstandschef Roland Busch hat sich gegen umfassende EU-Zölle gegen China ausgesprochen. „Es mag Gründe für wenige, gezielte Zölle geben. Man muss jedoch äußerst vorsichtig sein, nicht etwa mangelnde Wettbewerbsfähigkeit zu schützen, denn das rächt sich“, sagte Busch im Interview mit WELT AM SONNTAG. Die europäischen Handelsprobleme mit China seien nicht nur auf unfaire Handelspraktiken zurückzuführen. „Ich würde davor warnen, jedes Problem mit chinesischen Importprodukten pauschal darauf zurückzuführen, dass China alles subventioniere.“
Er glaube nicht, dass dies die ganze Wahrheit sei. „Die Wahrheit ist vielmehr, dass wir es in China mit sehr leistungsfähigen Wettbewerbern zu tun haben – mit starken Ingenieuren und engagierten Teams, die innovative Produkte entwickeln und neue Technologien, einschließlich KI, rasch adaptieren. Das ist die neue Wettbewerbslandschaft. Wir müssen sie anerkennen und entsprechend reagieren“, sagte Busch.
Von der EU fordert Busch ein höheres Tempo bei der Zulassung von KI‑Technologien. „Wir dürfen das Entwicklungstempo der KI-Technologie nicht durch Regulierung bremsen. Man denke nur daran, wie lange es dauert, bis ein ‚AI Act‘ oder ‚Data Act‘ verabschiedet wird – vielleicht zwei Jahre. In dieser Zeit können sich KI-Modelle bereits sechs- oder achtmal weiterentwickelt haben. Bis die Verordnung tatsächlich in Kraft tritt, hat sich die KI-Technologie oft schon in eine ganz andere Richtung bewegt. Wir hinken stets hinterher“, sagte Busch.
Das Risiko, dass es bei der KI-Technologie zu einer Blasenbildung kommen könnte, hält Busch nach eigenen Worten für überschaubar. „Was wir derzeit erleben, ist die größte Wette der Geschichte auf Technologie. Aber es handelt sich hierbei nicht um eine Blase, die auf geliehenem Geld basiert. Ein Großteil der Mittel stammt von Unternehmen, die einen erheblichen Cashflow erwirtschaften. Ein weiterer Punkt ist, dass bei einem Platzen dieser Wette nicht alles abgeschrieben werden müsste“, so Busch. Er sei fest davon überzeugt, dass sich die Investitionen auszahlen werden.
AI outlook — possibilities, not facts
Die EU wird keine umfassenden Zölle gegen China verhängen, sondern eher gezielte Maßnahmen prüfen.
Likely · Within months
Die Zulassungsverfahren für KI-Technologien in der EU werden trotz Buschs Forderung nicht signifikant beschleunigt werden.
Possible · Within months

VW-Chef Oliver Blume besuchte das Werk in Zwickau, um den 8000 Beschäftigten Rede und Antwort zu stehen. Er erklärte, dass es für den Standort in den nächsten zehn Jahren keine wettbewerbsfähige Belegung gebe, was die Zukunft der Arbeitsplätze gefährdet.

Volkswagen-Chef Oliver Blume versuchte in acht Betriebsversammlungen, die schwierige Lage des Konzerns zu erklären: geringere Einnahmen aus China, hohe Kosten durch US-Zölle und massive Überkapazitäten in Europa. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte die vagen Zukunftsperspektiven, während über eine mögliche Rüstungsproduktion im Osnabrücker Werk und einen staatlichen Einstieg durch Niedersachsen oder den Bund debattiert wird. Der Aufsichtsrat tagt am 4. September.
Die Bundesregierung zahlt seit Jahresbeginn bis zu 6000 Euro Zuschuss für private Elektroautos und stößt auf unerwartet große Resonanz. Laut ZDK-Chef Peckruhn könnte die Prämie wegen hoher Nachfrage bereits vor 2029 ausgeschöpft sein. Die Regierung prüft eine Überarbeitung, etwa durch Einbeziehung von EU-Präferenzregelungen, um die Förderung länger verfügbar zu machen und Verunsicherung bei Kunden zu vermeiden.
Der Hausgerätehersteller Miele kritisiert die Standortbedingungen in Deutschland, insbesondere Bürokratie, Steuern, Infrastruktur, Bildung und Arbeitsmarkt. Markus Miele fordert konsequenteres politisches Handeln und sieht trotz Zöllen Wachstumspotenzial in den USA, wo das Unternehmen bereits Backöfen produziert. Aktuell sei kein neues Sparprogramm geplant, da das letzte Abbauprogramm bis Ende 2027 läuft.

Nach seiner unglücklichen Pressekonferenz im Juli, bei der Kevin Warsh die Märkte mit nebulösen Aussagen verwirrte, versuchte der Fed-Chef in Jackson Hole mit einer falkenhaften Rede das Vertrauen zurückzugewinnen. Er bekräftigte das Zwei-Prozent-Inflationsziel und den PCE-Index als bevorzugtes Maß, wodurch kurzfristige Renditen stiegen und langfristige Anleihen nur leicht nachgaben.
US-Präsident Donald Trump hat ein Abkommen mit Venezuela bekanntgegeben, das den USA die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel Öl sichert. Ziel ist die Senkung der Spritpreise und die Belebung der venezolanischen Energiewirtschaft durch US-Investitionen. Das Abkommen erfolgt unter innenpolitischem Druck vor den Midterms und nach der Festnahme von Nicolás Maduro im Januar.