
Nach der Olympia-Entscheidung wagen Markus Söder und Dominik Krause eine Fahrt im Olympia-Looping. Gleichzeitig zieht das Oktoberfest eine Bilanz mit Festnahmen, Gewaltvorfällen und einem schweren Busunfall.
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Das Oktoberfest in München zieht jährlich Millionen Besucher an. Parallel läuft die nationale Diskussion über eine Olympia-Bewerbung.
Oktoberfest„Einmal reicht“
29. September 2026, 9:31 Uhr
Nach der Achterbahn-Fahrt mit OB Dominik Krause zieht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine gemischte Bilanz. Die Idee, Olympia und die Wiesn zusammenzubringen, ist gut 200 Jahre alt.
Söder und Krause fahren zusammen Olympia-Achterbahn
Wenn alle Ankündigungen in Sachen Olympiabewerbung so schnell umgesetzt werden wie die Fahrt mit dem Olympia-Looping, dann müsste Münchens Kandidatur für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 eine gmahde Wiesn sein, wie man so sagt: Nur zwei Tage, nachdem München den Zuschlag als Deutschlands Kandidat bekommen hat, machen sich Münchens OB Dominik Krause (Grüne) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montagabend daran, das für diesen Fall gegebene Versprechen einzulösen. Am frühen Abend treffen sich die beiden Politiker vor dem Olympia-Looping-Fahrgeschäft auf der Theresienwiese, um sich in die wilde Achterbahnfahrt zu stürzen.
Krause hatte die Idee vor dem Wiesn-Auftakt aufgebracht, Söder nicht energisch genug widersprochen, nun kam er nicht mehr aus. Mit einem offensichtlich ein wenig mulmigen Gefühl nähert sich Söder dem Ort des Geschehens. Er müsse sich darauf „psychisch vorbereiten“, hatte er am Samstag zugegeben. Krause trägt bei seiner Ankunft ein schelmisches Lächeln im Gesicht – so, als sei ihm ein Lausbubenstreich gelungen.
König Ludwigs Traum von Olympia auf der Theresienwiese
Während Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) den Zuschlag zur Olympiabewerbung symbolisch in der „Olympia-Looping“-Achterbahn auf der Theresienwiese feiern, träumte schon König Ludwig I. von „Olympien“ auf ebendiesen Flächen. Der bayerische König galt als Fan der hellenistischen Kultur. So schwebte dem Monarchen, dessen Sohn Otto später König Griechenlands wurde, ein Fest im Stil der antiken Olympischen Spiele vor. König Ludwig starb 1868, die Wiederbelebung der Olympischen Spiele in Athen folgte erst 1896.
Ein internationaler Wettkampf hätte den Ruhm des Königshauses und der Residenzstadt München weiter glanzvoll gemehrt, schrieben die Volkskundler Florian Dering und Ursula Eymold in ihrer Dokumentation „Das Oktoberfest 1810 - 2010“, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Bereits 1835 gab es demnach unter Leitung des Turnlehrers Josef Gruber athletische Spiele. Die Disziplinen seien mit Ringen, Speerwerfen und einem griechischen Wettkampf zu Pferde an das antike Ideal angelehnt gewesen. Damals hatten Turnen und Leichtathletik mit „Turnvater Jahn“ ohnehin Aufschwung. Das wirkte sich auch auf die Veranstaltungen auf der Wiesn aus.
Sieben Schankkellner im Paulaner-Festzelt kündigen
Die Meinungen darüber, wie es dazu gekommen ist, gehen etwas auseinander, sicher aber ist: Im Paulaner-Festzelt standen am Montagabend zwischenzeitlich und stehen teilweise immer noch Bedienungen statt Schankkellner in den Schänken.
Der Grund: Einem Schankkellner wurde gekündigt, aus Solidarität sind sechs weitere gegangen. Aus Bedienungskreisen heißt es, der Schankkellner habe außerhalb seiner Pause etwas gegessen, von der Wirtesprecherin heißt es, zwei Schankkellner seien beim Bier trinken erwischt worden und danach ausfallend gegenüber Wirt Lorenz Stiftl geworden.
Fest steht: Danach halfen mehrere Bedienungen in den Schänken aus, auch zwei Braumeister von Paulaner, die zufällig im Zelt waren, und drei Schankkellner aus dem benachbarten Hacker-Pschorr-Festzelt sollen aushelfen. Und, das versichert die Sprecherin: Morgen werde ohnehin jeder Engpass behoben sein, dann kommen Schankkellner aus weiteren Häusern, die die Stiftls betreiben.
Wie die Protagonisten die Fahrt erlebten
Wie war die Looping-Fahrt? Für einen O-Ton muss mein Kollege Heiner Effern Ministerpräsident Söder über die halbe Wiesn hintererherjagen. Es ist zu erfahren: „Gut war es. Aber einmal reicht.“
Sprint weiter gen Gewerbehof. And für Sie, Herr Krause?
"Es hat Spaß gemacht", sagt der OB - und lobt seinen Beifahrer: „Respekt, dass er das Versprechen eingelöst hat.“
Eine Achterbahn der Superlative
18.37 Uhr: Söder und Krause sitzen im Wagen, der Bügel schließt sich, jetzt gibt es keine Fluchtmöglichkeit mehr. Ein Horn tönt, es geht los. Fünfmal drehen sie ihre Runden durch die olympischen Ringe.
Der „Olympic Looping“, die größte transportable Achterbahn der Welt, ist seit 1989 fester Teil des Oktoberfestes. Die fünf Loopings haben die Farben der olympischen Ringe, sie sind ähnlich angeordnet, aber im Vergleich zur Vorlage oval und nicht rund. In der Spitze werden die Fahrzeuge auf der 1250 Meter langen Achterbahn 90 Kilometer pro Stunde schnell.
Wiesnbesucher mit Masskrügen verletzt
Am Sonntagabend registrierte die Polizei zwei Auseinandersetzungen, in denen Kontrahenten durch Masskrüge verletzt wurden. Gegen 20.20 Uhr war ein 48-Jähriger aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen in der Augustiner-Festhalle aus unbekanntem Grund mit zwei weiteren Männern in Streit geraten. Ein 41-Jähriger aus Niedersachsen schlug ihm einen Masskrug frontal ins Gesicht, er wurde noch am Tatort festgenommen.
Wegen des gleichen Delikts wurde auch ein 28-Jähriger aus dem Landkreis Ebersberg angezeigt, der in Bodo's Cafézelt zwei Männer mit einem Masskrug am Kopf getroffen hatte.
Attacke mit Besteckmesser
Mit einem Besteckmesser hat ein 24-Jähriger aus dem Saarland am Sonntagabend einen 32 Jahre alten Briten im Schützenfestzelt verletzt, der schlichten wollte. Der Angreifer wurde festgenommen.
21-Jährige im Bavariapark vergewaltigt
Zu einer Vergewaltigung ist es am Freitagabend im Umfeld des Oktoberfests im Bavariapark gekommen. Eine 21-jährige Kanadierin und ein 23-jähriger Italiener tauschten Zärtlichkeiten aus, als sich ein unbekannter Mann von hinten näherte und sexuelle Handlungen an der Frau vornahm. Der Täter flüchtete.
Woher die Wiesn-Gäste einfliegen
Heiko Reitz, Hub-Manager bei der Lufthansa in München, verriet die Top-3-Nationen der Fluggäste: Die meisten kommen aus den USA, gefolgt von Italien und dem Vereinigten Königreich.
41-Jähriger wehrt sich massiv gegen Festnahme
Ein 41-amerikanischer Staatsbürger leistete am Sonntagabend in einer Toilettenkabine des Käferzelts massiven Widerstand gegen Polizeibeamte. Es waren fünf Beamte nötig, um ihn zu bändigen. Er kam nach Hinterlegung einer Kaution von 30 000 Euro wieder frei.
Zwei Tote bei Busunglück auf der A96
Am Sonntag verunglückte eine 33-köpfige Reisegruppe auf dem Weg zum Oktoberfest auf der Autobahn 96 im Ostallgäu. Ein Reisebus kam von der Fahrbahn ab und kippte um. Zwei philippinische Staatsangehörige starben, zahlreiche weitere Personen wurden verletzt.
AI outlook — possibilities, not facts
Weitere Aufarbeitung der Sicherheitsvorfälle auf dem Oktoberfest durch die Polizei
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