Proeuropäische Partei des lettischen Ministerpräsidenten gewinnt Parlamentswahl klar
Quick Look
- Die proeuropäische Partei des lettischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs hat die Parlamentswahl in Lettland mit 35,4 Prozent der Stimmen überraschend klar gewonnen und ihr Ergebnis gegenüber der vorigen Wahl mehr als verdreifacht.
- Populistische Parteien wie "Lettland an erster Stelle" und "Souveräne Macht" erzielten ebenfalls starke Zugewinne, während nur zwei von Kulbergs bisherigen Koalitionspartnern den Sprung ins Parlament schafften.
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Why It Matters
Andris Kulbergs war erst im Mai an die Macht gekommen, nachdem die vorherige Koalition am Streit über den Umgang mit verirrten Militärdrohnen zerbrochen war. Die Wahl wurde von Sorgen über die nationale Sicherheit und sozialpolitischen Problemen dominiert.
Die proeuropäische Partei des lettischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs hat die Parlamentswahl in Lettland überraschend klar gewonnen. Mit 35,4 Prozent der Stimmen geht das Wahlbündnis Vereinigte Liste als haushoher Sieger aus der Abstimmung hervor, wie die Daten der Wahlkommission in Riga nach Auszählung der Angaben von 94 Prozent aller Wahllokale zeigten. Damit konnte das Mitte-rechts-Bündnis das Ergebnis im Vergleich zur vorigen Wahl mehr als verdreifachen.
Starke Zugewinne bei der von Sorgen über die nationale Sicherheit und sozialpolitischen Problemen dominierten Wahl verzeichneten auch populistische Kräfte. Zweitstärkste Kraft wird die Partei Lettland an erster Stelle (13,2 Prozent) vor Souveräne Macht (11,8 Prozent). Beiden dürften besonders bei Wählerinnen und Wählern aus der russischstämmigen Minderheit gepunktet haben. Dahinter folgen die linksgerichteten Progressiven (7,4 Prozent).
Nur zwei Koalitionspartner holen mehr als fünf Prozent
Von Kulbergs’ bisherigen drei Koalitionspartnern schaffen nur zwei den Sprung ins Parlament: die nationalkonservative Nationale Allianz (9,1 Prozent) und die liberalkonservative Jauna Vienotiba (6,2 Prozent). Insgesamt werden damit sechs der 14 angetretenen Parteien und Wahlbündnisse in der Volksvertretung Saeima vertreten sein. Die Wahlbeteiligung lag nach bisherigen Angaben bei 51,8 Prozent.
Der 47-jährige Kulbergs hatte im Wahlkampf auf das Thema Sicherheit gesetzt. Er versprach, die Verteidigungsausgaben bei fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu belassen, einem der höchsten Werte in der Nato. Seine prorussischen Konkurrenten forderten hingegen ein Ende der Ukrainehilfe und, sich stattdessen stärker den steigenden Lebenshaltungskosten zu widmen.
Die große russischsprachige Minderheit in dem baltischen Staat ist in ihrer Haltung zum Krieg gespalten. Kulbergs war erst im Mai an die Macht gekommen, nachdem die vorherige Koalition am Streit über den Umgang mit verirrten Militärdrohnen zerbrochen war.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Vereinigte Liste wird eine Koalitionsregierung mit der Nationalen Allianz und Jauna Vienotiba bilden.
Likely · Within weeks
Die Regierung wird die Verteidigungsausgaben bei fünf Prozent des BIP behalten.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wie wird die neue Regierungskoalition aussehen?
- Wird die Vereinigte Liste mit der Nationalen Allianz und Jauna Vienotiba koalieren?
- Wie wird die Regierung die Verteidigungsausgaben von fünf Prozent des BIP finanzieren?
- Wie wird die Regierung auf die Forderungen der prorussischen Parteien nach Ende der Ukrainehilfe reagieren?





