
Die Kosten für die Pflege laufen aus dem Ruder. Die Vorstandschefin des AOK-Bundesverbandes warnt vor einem heftigen Defizit im kommenden Jahr und macht zwei Vorschläge, um höhere Beiträge zu vermeiden.
AI-generated summary
Die soziale Pflegeversicherung verzeichnet ein jährliches Ausgabenvolumen von 70 Milliarden Euro. Derzeit wird über eine Reform zur Deckung struktureller Finanzlücken debattiert.
In der gesetzlichen Pflegeversicherung zeichnet sich nach den Worten von AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann ein Defizit von acht Milliarden Euro ab. »Das drohende Loch umfasst also über ein Zehntel des gesamten Ausgabenvolumens der sozialen Pflegeversicherung von 70 Milliarden Euro pro Jahr und erscheint somit noch dramatischer als das Finanzproblem der gesetzlichen Krankenversicherung«, sagte Reimann der Funke-Mediengruppe.
Das für dieses Jahr vom Bund bereitgestellte Darlehen von 3,2 Milliarden Euro werde voraussichtlich nicht ausreichen. »Wir gehen davon aus, dass das Darlehen nicht bis zum Ende des Jahres reicht«, betont Reimann und warnt: »Wenn diese Löcher nicht schnell gestopft werden, wird es zu weiteren Beitragssatzanhebungen kommen – es sei denn, man trifft andere Maßnahmen oder stellt zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt bereit.« Im Frühjahr hatte Oliver Blatt, Chef des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, im SPIEGEL vor einem Defizit von rund vier Milliarden Euro für das laufende Jahr 2026 gewarnt.
Als mögliche zusätzliche Entlastung nannte die AOK-Chefin einen Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung. Reimann forderte ferner, gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Pflegeversicherung aus Steuermitteln zu finanzieren. Dazu zählt sie auch die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige.
Sie begrüßte die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), geplante Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige nicht mitzutragen. Rund 5,7 Millionen Menschen seien pflegebedürftig, 86 Prozent würden zu Hause gepflegt, »zu großen Teilen von Angehörigen«. Gerade dort die Rentenversicherungsbeiträge zu reduzieren, sei »der komplett falsche Weg«.
Die schwarz-rote Koalition arbeitet an einer Reform der Pflegeversicherung, die derzeit – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten trägt. Das heißt: Pflegebedürftige bekommen Leistungen der Pflegekasse, müssen dazu aber einen Eigenanteil leisten.
Ein noch von der früheren Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgelegter Gesetzentwurf sieht Ausgabenbremsen und Mehreinnahmen vor, um chronische Milliardenlücken der Pflegeversicherung zu decken und allgemeine Beitragserhöhungen zu vermeiden. Geplant hatte Warken auch Kürzungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige, dies will Linnemann als neuer Gesundheitsminister vermeiden.
AI outlook — possibilities, not facts
Beitragssatzanhebungen bei fehlenden Reformmaßnahmen
Likely · Within months

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist der Wahl-O-Mat online gegangen. Nutzer können ihre Positionen zu 38 Thesen mit den Wahlprogrammen von Manuela Schwesig (SPD) und Leif-Erik Holm (AfD) sowie weiteren Parteien vergleichen.

Präsident Selenskij sieht bis Sommer 2027 ein Zeitfenster für US-vermittelte Friedensgespräche. Während die Ukraine ein Thesenpapier für einen Waffenstillstand vorlegt, lehnt der Kreml Sonderzonen im Donbass ab. Parallel dauern russische Angriffe an.

Ministerpräsident Mark Carney hat kanadische Vergeltungszölle gegen die USA angekündigt. Er betont die Souveränität Kanadas gegenüber Washington und reagiert damit auf den politischen Druck durch Donald Trump, der das Land als 51. US-Bundesstaat bezeichnete.
Westliche Geheimdienste beobachten Vorbereitungen Russlands auf eine mögliche neue Zwangsmobilisierung. Während Moskau den Westen mit Angriffen auf Unterstützer der Ukraine droht, warnt der ukrainische Geheimdienst vor bis zu 300.000 neuen Soldaten.
Grüne und Linke warnen vor einer möglichen Regierungsübernahme durch die AfD in Sachsen-Anhalt bei der Landtagswahl am 6. September. Grünen-Chef Banaszak betont die Notwendigkeit des Einzugs von SPD und Grüne in den Landtag, um eine absolute Mehrheit zu verhindern.

Im US-Senatswahlkampf in Alaska sorgen drei Personen namens Dan Sullivan für Verwirrung. Der ehemalige Bürgermeister von Anchorage, Dan A. Sullivan, unterstützt den amtierenden Senator Dan S. Sullivan gegen den Herausforderer Dan J. Sullivan.