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Spritpreise auf Rekordhoch: Lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto?
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Handelsblatt1 hour agoBusiness3 min readGermanyView translation

Spritpreise auf Rekordhoch: Lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto?

Angesichts steigender Kraftstoffkosten durch den Iran-Krieg bietet das Handelsblatt einen Rechner zum Vergleich der Lade- und Tankkosten.

Quick Look

  • Aufgrund des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus erreichen Spritpreise in Deutschland Rekordwerte.
  • Ein Handelsblatt-Rechner hilft Autofahrern dabei, die jährlichen Ersparnisse durch den Umstieg auf ein Elektroauto zu ermitteln.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Spritpreise steigen aufgrund der Blockade der Straße von Hormus und geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Deutschland.

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Durch den Iran-Krieg sind die Spritpreise nach wie vor auf Höchstniveau. Wie viel lässt sich durch Laden statt Tanken einsparen? Der Handelsblatt-Rechner zeigt es.

Fast täglich erreichen die Preise an den Zapfsäulen neue Höhen. Seit Monaten steigen die Kosten infolge des Irankriegs und der damit einhergehenden Blockade einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten, der Straße von Hormus. Der Preis für einen Liter Benzin der Sorte E10 stieg zuletzt im bundesweiten Tagesdurchschnitt auf 2,286 Euro und erreichte damit einen Rekordwert, wie der ADAC mitteilte. Diesel kostete 2,412 Euro pro Liter und war damit nur noch knapp vier Cent von seinem im April erreichten Höchststand entfernt.

Für Autofahrer, die über einen Neuwagen nachdenken, rückt das noch eine andere Frage in den Vordergrund: Wie viel Geld könnte ich aktuell mit einem Elektroauto sparen?

Das Handelsblatt hat einen Rechner gebaut, der es ermöglicht, die jährliche Ersparnis beim Laden gegenüber dem Tanken nachzuvollziehen. Dazu müssen Sie nur die Anzahl der gefahrenen Kilometer auswählen und des Weiteren den Verbrauch des Verbrenners im Vergleich zum E-Auto Ihrer Wahl sowie ein Jahr als Basis für die Sprit- und Strompreise.

Als Richtwert: Ein Tesla Model Y verbraucht laut ADAC ungefähr 16 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer. Der Mercedes CLA Coupé liegt bei etwa 13 kWh und ein BMW iX3 50 xDrive bei etwa 16 kWh.

Der durchschnittliche Autofahrer legt laut Kraftfahrt-Bundesamt im Jahr bis zu 14.000 Kilometer zurück. Das hängt allerdings stark von der Antriebsart ab. Die meisten Deutschen nutzen einen benzinbetriebenen Pkw, der im Schnitt zwischen fünf und acht Liter auf 100 Kilometer verbraucht, und fahren an die 10.000 Kilometer. Die Kostenersparnis im Vergleich zu einem durchschnittlichen Stromer beträgt hierbei aktuell bereits über 1000 Euro.

Angesichts der Eskalation im Nahen Osten könnte diese Lücke in den nächsten Wochen sogar noch größer werden. Der Grund für die hohen Spritpreise liegt in den weltweiten Krisen und Kriegen der vergangenen Jahre.

Was der Vergleich zwischen Stromer und Benziner zeigt

Aktuell sorgt eine Zuspitzung im Irankrieg für steigende Öl- und Gaspreise. Hintergrund sind Meldungen, wonach Saudi-Arabien nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten musste.

Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran ist der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI teilweise um mehr als 65 Prozent gestiegen. Weil es seit Ausbruch des Ukrainekriegs durch Russland schon seit 2022 Knappheiten an Rohöl, Diesel und Erdgasexporten gibt, waren die Preise allerdings ohnehin unter Druck.

Besonders tief in die Tasche greifen müssen aktuell Dieselfahrer. Die Einsparungen beim Umstieg auf ein E-Auto sind dementsprechend noch höher. Aber nicht nur die Ersparnis beim Tanken sorgt derzeit für einen regelrechten Run auf Elektroautos.

Die Zahl der Neuzulassungen für Elektroautos steigt seit einem Jahr deutlich. Im März wurden in Deutschland erstmals mehr Stromer als Verbrenner neu zugelassen. Auch im August dominierten E-Autos laut den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts. Insgesamt wurden 68.930 E-Autos neu auf die Straßen geschickt – über 75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Nicht nur die hohen Spritpreise dürften den Boom bei Elektroautos treiben. Zwar sind Stromer, was den Kaufpreis angeht, immer noch teurer als vergleichbare Verbrenner, aber der Unterschied wird kleiner. Ein größeres Angebot an Modellen dürfte ebenfalls manche Kaufentscheidung beeinflussen.

Vor allem die ausländische Konkurrenz bringt immer mehr erschwinglichere Modelle auf den Markt. Renault bietet mit seinem R5 einen kompakten Elektrowagen an, chinesische Anbieter wie BYD und Geely wollen ihr Engagement in Europa ebenfalls deutlich ausweiten. Auch die Reichweite, die bei einigen Modellen mittlerweile bei mehr als 700 Kilometern liegen kann, ist längst kein Hindernis mehr.

Staatliche Förderprogramme kurbeln die Verkaufszahlen zusätzlich an. Seit Jahresanfang zahlt Deutschland Haushalten eine Prämie von bis zu 6000 Euro.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die deutlich verbesserte Ladeinfrastruktur. Laut Bundesnetzagentur waren zum 1. August 2026 bundesweit bereits 212.064 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb, darunter mehr als 66.665 Schnellladepunkte. Noch vor wenigen Jahren galt der Mangel an Lademöglichkeiten als eines der größten Hindernisse für die Elektromobilität. Davon kann mittlerweile keine Rede mehr sein. Entlang vieler Autobahnen, in Städten und zunehmend auch in ländlichen Regionen entstehen immer mehr Ladepunkte und ganze Schnellladeparks.

Open Questions

  • Wie lange halten die hohen Ölpreise an?
  • Werden weitere Förderprogramme für E-Autos aufgelegt?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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