Ukraine wirft Russland systematische Angriffe auf Eisenbahnnetz vor
Russische Drohnenangriffe nahe der polnischen Grenze führen zu Evakuierungswarnungen und vorübergehenden Grenzschließungen.
Quick Look
- Die Ukraine meldet systematische russische Angriffe auf ihr Eisenbahnnetz und Infrastruktur nahe der polnischen Grenze.
- Ein Zug Richtung Warschau wurde von einer Drohne getroffen, zudem kam es zu einer vorübergehenden Schließung des Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn.
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Why It Matters
Die Ukraine ist für Handels- und Waffenlieferungen auf ihre westlichen Grenzen angewiesen. Russland greift verstärkt die wirtschaftliche Infrastruktur an, um die Verteidigungsfähigkeit zu schwächen.
Die Ukraine hat Russland einen systematischen Angriff auf ihr Eisenbahnnetz vorgeworfen. Wegen landesweiter Angriffe seien das Überwachungszentrum und das gesamte Personal der ukrainischen Bahn „in höchster Alarmbereitschaft“, teilte die staatliche Bahngesellschaft am Sonntag in Onlinediensten mit. Sie warnte vor möglichen Evakuierungen und Verspätungen von Zügen sowie Umleitungen in der zentralukrainischen Region Dnipro.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe in der Westukraine Infrastruktur attackiert, die für Militärtransporte aus Europa genutzt werde.
Am Sonntag hatte eine russische Drohne einen Zug getroffen, der in Richtung Polen in Grenznähe unterwegs war. Nach Angaben aus Warschau und Kiew wurde niemand verletzt. Der Bahnbetreiber PKP Intercity teilte mit, der Zug sei von Kiew nach Warschau unterwegs gewesen. An Bord hätten sich 206 Fahrgäste befunden.
Zudem schlug eine russische Drohne nahe der Grenze zu Polen ein und setzte eine Tankstelle in Brand. Das teilten der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha und die örtliche Zollbehörde mit. „Das ist Putins Terror, der direkt an die Türen von EU und Nato klopft. Russische Barbaren stehen vor euren Toren, liebe Partner“, schrieb Sybiha in einem Beitrag auf der Plattform X.
„Putin eskaliert“, schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski. Auch die polnische Regierung meldete sich zu Wort und warf Moskau eine Verschärfung des Konflikts vor. „Putin eskaliert“, schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk rief für den Nachmittag einen Krisenstab zusammen. Auch westliche Politiker sind bei ihren Reisen nach Kiew auf die Bahnverbindung von Polen in die Ukraine angewiesen – der Luftraum über dem Land ist gesperrt.
Auch ein Lastwagen nahe der ukrainischen Grenze zu Polen wurde am Sonntag von russischen Drohnen angegriffen. Der Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn sei nach dem Angriff etwa 800 Meter von polnischem Gebiet entfernt vorübergehend geschlossen worden, sagte ein Sprecher der polnischen Grenzwache der Nachrichtenagentur Reuters. Der Betrieb sei später aber wieder aufgenommen worden.
Die Ukraine ist auf Handels- und Waffenlieferungen über ihre Grenzen zu Polen, Rumänien und Moldau angewiesen. Russland hat in den vergangenen Wochen damit begonnen, die Grenzübergänge der Ukraine zu ihren westlichen Verbündeten ins Visier zu nehmen. Dies ist Teil systematischer Angriffe beider Seiten, mit denen im nunmehr fünften Jahr der Invasion die wirtschaftliche Infrastruktur der Ukraine geschwächt werden soll.
Die Kämpfe gingen unterdessen unvermindert weiter. In dem von Russland besetzten Teil der südostukrainischen Region Saporischschja beschuldigte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom die Ukraine eines Angriffs auf Tanklastwagen in der Nähe des dortigen Atomkraftwerks.
Zudem berichtete der Bürgermeister der russischen Stadt Nischnekamsk, dass ukrainische Drohnen zivile und industrielle Ziele getroffen hätten. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Die ukrainischen Behörden äußerten sich dazu zunächst nicht, bestätigten aber einen Angriff auf eine andere Raffinerie in der südlichen russischen Region Krasnodar.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Einberufung weiterer Krisensitzungen durch polnische Behörden.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie reagiert die Nato auf die Angriffe in Grenznähe?
- Welche langfristigen Auswirkungen haben die Angriffe auf die Bahnlogistik?


