Breaking
INTLRussian strike near Kyiv kills 37; Zelensky orders investigation into ammunition storageKRPresident of the Park Dushanbe Group, Nepal flood displaced personnel local arrival to help searchKRAttempted military mutiny occurs in Niger's capital, NiameyTRThirty-seven people were killed in Russian airstrikes on UkraineRUThe Air Force hit the trade pavilion in VasilievkaKRNepal: China's Himalayan flood death toll rises to 682, and 3,000 people are missingARDevelopments in forest fires in Algeria and U.S. actions against the Bank of Egypt branch in the UAEKRSouth Korean rescue teams search for nine missing nationals in Nepal after flash floodsFRProfessional firefighters announce a new national strikeDEVolkswagen: No agreement on a refurbishment package in sightINTLRussian strike near Kyiv kills 37; Zelensky orders investigation into ammunition storageKRPresident of the Park Dushanbe Group, Nepal flood displaced personnel local arrival to help searchKRAttempted military mutiny occurs in Niger's capital, NiameyTRThirty-seven people were killed in Russian airstrikes on UkraineRUThe Air Force hit the trade pavilion in VasilievkaKRNepal: China's Himalayan flood death toll rises to 682, and 3,000 people are missingARDevelopments in forest fires in Algeria and U.S. actions against the Bank of Egypt branch in the UAEKRSouth Korean rescue teams search for nine missing nationals in Nepal after flash floodsFRProfessional firefighters announce a new national strikeDEVolkswagen: No agreement on a refurbishment package in sight
BackUS-Präsident Trump verkündet weitreichendes Erdölabkommen mit Venezuela
US-Präsident Trump verkündet weitreichendes Erdölabkommen mit Venezuela
BREAKING
Süddeutsche Zeitung1 hour agoPolitics4 min readGermany

US-Präsident Trump verkündet weitreichendes Erdölabkommen mit Venezuela

USA sichern sich mehrheitliche Kontrolle über venezolanische Ölreserven im Rahmen eines als „historisch“ bezeichneten Deals

Quick Look

  • US-Präsident Donald Trump hat ein Erdölabkommen mit Venezuela verkündet, das den USA die Kontrolle über 65 Milliarden Barrel Öl sichert.
  • Die venezolanische Präsidentin Delcy Rodríguez bezeichnete den Deal als historisch und erwartet hohe Steuereinnahmen.

AI-generated summary

Why It Matters

Die USA intervenierten im Januar in Venezuela, entführten Präsident Maduro und installierten Delcy Rodríguez. Das Land leidet unter den Folgen eines schweren Erdbebens und langjähriger wirtschaftlicher Misswirtschaft.

Font size

Es sei „der größte Öl-Deal in der Weltgeschichte“ – mit diesen Worten hat US-Präsident Donald Trump am Freitagabend auf seiner Plattform Truth Social ein weitreichendes Erdölabkommen zwischen den USA und Venezuela verkündet. Die amtierende venezolanische Präsidentin Delcy Rodríguez schrieb am Freitagabend auf Telegram, es handele sich um ein „historisches“ Abkommen. Rodríguez ist im Amt, seit US-Streitkräfte im Januar in Venezuela einfielen und den damaligen Präsidenten Nicolás Maduro entführten. Ihm soll in New York der Prozess wegen „Drogenterrorismus“ gemacht werden.

Aber was genau wurde verhandelt? Was bedeutet das Abkommen für die USA und für Venezuela? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist verkündet worden?

Über den Deal sind bislang kaum Details bekannt. Mit dem Abkommen hätten sich die USA die mehrheitliche Kontrolle über 65 Milliarden Barrel an venezolanischem Erdöl gesichert, schrieb Trump in seinem Post. Das Öl würde zu den nationalen Ölreserven der US gezählt und mithilfe privater Firmen erschlossen. Die 65 Milliarden Barrel wären mehr förderbares Rohöl, als derzeit noch in amerikanischem Boden nachweisbar sei. Die unter anderem für die Erdölreserven zuständige Behörde EIA geht davon aus, dass Stand Ende 2024 gut 46 Milliarden Barrel Rohöl vorliegen.

Die venezolanische Präsidentin wiederum schrieb, das Abkommen würde Investitionen in 17 Ölfelder in der Höhe von insgesamt 100 Milliarden Dollar (in etwa 86 Milliarden Euro) beinhalten. Für den venezolanischen Staat würden mehr als 200 Milliarden Dollar an zusätzlichem Steuereinkommen erwartet. Über die Höhe möglicher weiterer Einnahmen ist bislang noch nichts bekannt.

Wie reagiert Venezuela?

Wenn es um die Staatsspitze geht, lässt sich das in einem Wort zusammenfassen: euphorisch. Präsidentin Rodríguez schrieb in der Mitteilung von Freitag, Venezuela würde nun eine neue Ära des „Aufschwungs, des Wachstums, […] der Sicherheit und des Wohlstands“ einläuten.

Unter ihrem Vorgänger Maduro durchlitt das Land eine lang andauernde wirtschaftliche Krise, die nicht zuletzt auch auf Misswirtschaft durch das autokratische Regime zurückzuführen war. Die Inflation war enorm hoch, die staatlich organisierte Ölförderung am Boden und alltägliche Lebensmittel wie zum Beispiel Milch waren für Bürgerinnen und Bürger teils nicht oder nur schwer zu bekommen.

Ihre Kritiker aber warfen Rodríguez schon vor der Bekanntgabe des Deals einen Ausverkauf des Landes an die USA vor. Zu den kritischsten Stimmen zählt María Corina Machado, die venezolanische Exilpolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin des vergangenen Jahres. Laut einer Umfrage aus dem Juni ist Machado die beliebteste Politikerin des Landes, weit vor Rodríguez.

Was hat Venezuela davon? Und was gewinnen die USA?

Venezuela braucht die Investitionen und das bereits erwähnte Geld. Das Land hat zwar die größten Ölreserven der Welt, nicht aber das für die Förderung nötige Kapital. Ein Großteil des Öls unter venezolanischem Land ist Schweröl, dessen Förderung technisch aufwendiger und damit kostspieliger ist als bei anderen Varianten. Zudem befindet sich das Land im Wiederaufbau: Ein heftiges Erdbeben erschütterte im Sommer das Land. Mehrere Tausend Menschen starben.

Aus US-Sicht und besonders aus Sicht des US-Präsidenten liegen die Vorteile auf der Hand: Trump verkündete, das Abkommen würde keine Belastung sein, dafür aber die Spritpreise „substanziell“ verringern. Diese sind seit dem Krieg der USA gegen Iran stark gestiegen.

Die Preise für Benzin sowie die Lebenshaltungskosten ganz generell waren in den USA bei den zurückliegenden Wahlen jeweils große Themen. Im November wird in den USA das Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats neu gewählt und Trumps Republikaner fürchten eine Niederlage.

Ziehen die USA das angegriffene Land hier über den Tisch?

Der in seinen Rahmendaten bekannte Deal ist äußerst ungewöhnlich und wäre so sicher nicht zustande gekommen, hätten die USA Maduro im Januar nicht entführt. Maduro gilt als Feind der USA und als Verteidiger der in den vergangenen Jahrzehnten vollzogenen Nationalisierung der venezolanischen Ölindustrie. Die USA und besonders die Trump-Regierung hatten Venezuela jahrelang vorgeworfen, mit Enteignungen die USA um Eigentum, Profit und ihr Öl gebracht zu haben.

Die amtierende Präsidentin Rodríguez wiederum arbeitet eng mit den USA zusammen, wohl auch, um ihr eigenes politisches Überleben zu sichern. Zu der Zusammenarbeit gehörten bereits vor dem jetzt verkündeten Deal Pläne, US-Konzernen den Zugang zu venezolanischen Rohstoffen zu verschaffen.

Chevron, das einzige US-Unternehmen, das jetzt schon in großem Maßstab in Venezuela Öl fördert, sei in fortgeschrittenen Verhandlungen, die Produktion in Venezuela massiv zu erhöhen. Das hatte das Wall Street Journal berichtet. Große Konzerne waren zuletzt vorsichtig mit Investitionen in Venezuela, da die Enteignungen unvergessen sind.

Was bedeutet das für die Opec?

Die Folgen sind vorerst unklar. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, Venezuela würde einen Opec-Austritt erwägen. Die Opec ist die Organisation erdölexportierender Länder und Venezuela ist eines ihrer Gründungsmitglieder. Keine andere Organisation hat so viel Macht über den Ölpreis. Das war den USA unter Trump ein Dorn im Auge. Vor wenigen Monaten verkündeten die Vereinigten Arabischen Emirate bereits ihren Austritt aus der Opec.

Was bedeutet das geopolitisch?

Beobachter interpretieren das Vorgehen der Trump-Regierung als Erweiterung der sogenannten Monroe-Doktrin. Die ursprüngliche Doktrin aus 1823, benannt nach dem damaligen Präsidenten James Monroe, besagte, dass die USA gegen jegliche europäische Einmischung auf dem amerikanischen Kontinent vorgehen würden. Im 20. Jahrhundert wurde aus der Doktrin der Anspruch auf eine Vormachtstellung in Nord- und Südamerika. Trump setzt diesen Anspruch unter seiner „Donroe“-Doktrin aggressiv durch.

Bemerkenswert ist zudem, dass weder Trump noch seine Regierung in den vergangenen Monaten einen Hehl daraus machten, dass es ihnen beim Vorgehen in Venezuela auch um Öl geht. Frühere US-Regierungen versuchten, diesen Eindruck zu zerstreuen. Was also im Januar mit einer Militäroperation und der Entführung eines Staatsoberhauptes begann, gipfelt nun in der US-Kontrolle über ausländische Rohstoffschätze.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt von einer „mit nichts vergleichbaren Intervention in die Wirtschaft eines südamerikanischen Landes“.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Erhöhung der Ölproduktion durch Chevron in Venezuela

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie reagiert die Opec offiziell auf den möglichen Austritt Venezuelas?
  • Welche konkreten Bedingungen gelten für die privaten US-Firmen?

Related Topics

This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

Related Stories

More on this topicerdöl