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BackBrandanschlag auf Rüstungsunternehmen in München-Berg am Laim
Brandanschlag auf Rüstungsunternehmen in München-Berg am Laim
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Süddeutsche Zeitung45 minutes agoCrime2 min readGermany

Brandanschlag auf Rüstungsunternehmen in München-Berg am Laim

Zwei Tatverdächtige nach versuchtem Anschlag auf Firmenareal in der Mühldorfstraße festgenommen

Quick Look

  • In der Münchner Mühldorfstraße wurden Brandsätze auf ein Areal geworfen, auf dem die Rüstungsfirmen Rohde & Schwarz und Helsing ansässig sind.
  • Zwei bulgarische Staatsangehörige wurden festgenommen.
  • Ein Brandsatz wurde vom BLKA entschärft.

AI-generated summary

Why It Matters

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine warnen Sicherheitsbehörden vor Sabotage an Rüstungsunternehmen. In München gab es in den letzten Jahren eine Serie von Anschlägen auf kritische Infrastruktur.

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Passanten hatten gegen Mitternacht die Polizei alarmiert, dass in der Mühldorfstraße im Stadtteil Berg am Laim mehrere Brandsätze aus einem Auto geworfen worden seien. Dort sind unter anderem die Rüstungsfirmen Rohde & Schwarz sowie Helsing ansässig. Wem genau der Anschlag gegolten habe, ob nur einem dieser Unternehmen oder beiden, lasse sich aktuell nicht mit Sicherheit sagen, heißt es aus informierten Kreisen.

Nach Angaben der Münchner Polizei hat einer der Brandsätze ein Feuer ausgelöst, das jedoch von eintreffenden Beamten gelöscht werden konnte. Ein weiterer Brandsatz habe nicht gezündet und sei später von Spezialisten des BLKA entschärft worden, wie ein Sprecher der Behörde der SZ bestätigte.

Ob weitere Brandsätze gefunden wurden, ist unklar; ebenso um welche Art von Brandsätzen es sich gehandelt hat. Nähere Angaben dazu machte der BLKA-Sprecher nicht; SZ-Informationen zufolge soll es sich aber nicht um vergleichsweise simple Molotow-Cocktails gehandelt haben. Auch eine Handgranate, wie sie nach unbestätigten Meldungen in der Nacht auf Mittwoch am Augsburger Hauptbahnhof detoniert sein soll, wurde eher ausgeschlossen.

Für die Entschärfung des Brandsatzes wurde die Gegend um die Fundstelle weiträumig abgesperrt. Verletzt wurde niemand bei dem Anschlagsversuch, heißt es.

Im Rahmen einer sofort eingeleiteten Fahndung sind an einer nahegelegenen Esso-Tankstelle am Innsbrucker Ring zwei Tatverdächtige festgenommen worden, eine 28 Jahre alte Frau und ein 38 Jahre alter Mann, beide mit bulgarischer Staatsangehörigkeit. Ob und inwieweit sie mit dem Anschlag zu tun haben, ist Teil der Ermittlungen; bislang hätten sie sich nicht geäußert, heißt es.

Einer Meldung des Bayerischen Rundfunks zufolge sind die Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale von Rohde & Schwarz geworfen worden. Dass dieser Technologiekonzern das Ziel des Anschlags gewesen sein soll, bestätigte ein BLKA-Sprecher allerdings nicht. Er wies darauf hin, dass in unmittelbarer Nähe weitere Rüstungsunternehmen ansässig seien. Der Hauptsitz von Helsing befindet sich beispielsweise schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite, weshalb nicht auszuschließen sei, dass auch dieses Unternehmen getroffen werden sollte.

Von Helsing war auf Anfrage keine offizielle Stellungnahme zu dem nächtlichen Anschlag zu erhalten. Eine Sprecherin von Rohde & Schwarz bestätigte lediglich, es sei „in der vergangenen Nacht (…) zu einem Polizei- und Feuerwehreinsatz im Umfeld unseres Betriebsgeländes München“ gekommen. Das Betriebsgelände selbst sei jedoch nicht betroffen. Darüber hinaus wolle sich der Konzern „zum aktuellen Zeitpunkt nicht öffentlich äußern“.

Der Konzern Rohde & Schwarz entwickelt und produziert unter anderem Funk- und Fernmeldesysteme für Regierungs- und Sicherheitsbehörden sowie die Bundeswehr. Das 2021 gegründete Start-up Helsing ist vor allem in der Drohnenproduktion tätig und wirbt explizit mit Verteidigungskonzepten „zum Schutz unserer Demokratie“.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Urkaine sind die hiesigen Rüstungsunternehmen verstärkt in das Interesse feindlicher Mächte gerückt. Zuletzt hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Ende Juli einen Sicherheitshinweis an entsprechende Unternehmen verschickt und vor Spionage- sowie Sabotagemaßnahmen in russischem Auftrag gewarnt.

Rohde & Schwarz war allerdings schon vorher in den Fokus militanter Gegner geraten. Nach einem Anschlag auf das Stromnetz im Münchner Osten im Mai 2021 war Rohde & Schwarz in einem Bekennerschreiben auf einer von Linksradikalen genutzten Medienplattform ausdrücklich als Ziel der Aktion genannt worden. Die Echtheit des Schreibens wurde allerdings bislang nicht von den Sicherheitsbehörden bestätigt.

Die damalige Brandstiftung in einer Baugrube wird zu einer Serie von etwa 50 Anschlägen gerechnet, die es in den vergangenen Jahren auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in und um München gegeben hat. Diese waren zunächst eher einer linksradikalen Szene zugeordnet worden; inzwischen werden aber auch russische Geheimdienste als Anstifter nicht mehr ausgeschlossen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Ausweitung der Sicherheitsmaßnahmen bei Rüstungsbetrieben in München.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Welches Unternehmen war das konkrete Ziel?
  • Welche Art von Brandsätzen wurde verwendet?
  • Haben die Tatverdächtigen Verbindungen zu extremistischen Gruppen?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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