DJU registriert Zunahme von Übergriffen auf Journalisten in Sachsen-Anhalt
Die Journalistengewerkschaft beklagt eine passive Polizei und gezielte Behinderungen durch rechte Aktivisten im Wahlkampf.
Quick Look
- Die DJU meldet einen starken Anstieg von Übergriffen auf Medienschaffende im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt.
- Seit Mai wurden über 30 Vorfälle dokumentiert, wobei die Gewerkschaft insbesondere rechte Aktivisten und eine oft passive Polizei kritisiert.
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Why It Matters
Die DJU dokumentiert seit Mai eine Häufung von Vorfällen gegen Journalisten im Umfeld des Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt.
Die Journalistengewerkschaft DJU hat eine steigende Zahl an Übergriffen auf Medienschaffende im Zuge des Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt registriert. Insbesondere rund um AfD-Veranstaltungen komme es vermehrt zu Auseinandersetzungen. Seit Mai seien mehr als 30 Vorfälle dokumentiert worden, bei denen mindestens 43 Journalistinnen und Journalisten, TV-Teams und politische Influencer betroffen gewesen seien.
Dabei komme es etwa zu verbaler Diffamierung und gezielter Arbeitsbehinderung, aber auch zu Nachstellungen bis hin zu körperlichen An- und Übergriffen. Medienvertreter seien »stellenweise massiv behindert, bedrängt, diffamiert« und in fünf Fällen körperlich angegriffen worden, teilte die DJU mit. Betroffen waren etwa Mitarbeitende der Schweizer Sender RTS und SRF, der kanadischen CBC News, ProSieben, rbb, Spiegel TV, WDR und MDR.
Rechte Streamer und Aktivisten bedrängen Journalisten
Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg tätlicher Angriffe. Allein in den vergangenen drei Wochen hätten sich 25 Vorfälle ereignet, sagte die DJU. Zum Vergleich: In der Statistik von Reporter ohne Grenzen kamen im gesamten Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt insgesamt fünf Fälle von Übergriffen gegen Medienschaffende zusammen.
Die Angriffe gingen in einem »wesentlichen Teil« von rechten bis rechtsextremen Streamern und Medienaktivisten aus, erklärte die Gewerkschaft. Aber auch Sicherheitsmitarbeiter auf AfD-Veranstaltungen wurden teils übergriffig, wie im Fall der britischen Korrespondentin Anne McElvoy des Magazins Politico in Lützen.
Kritik an der Polizei
Dabei habe die Polizei nicht interveniert und den Beamten, der McElvoy am Arm gepackt und sie gewaltsam abgedrängt hatte, unbehelligt gelassen, kritisierte die DJU. Stattdessen sei die Journalistin kontrolliert und auf Zuruf der Sicherheitsmitarbeiter »die rechtswidrige Löschung von Bildmaterial« durchgesetzt worden.
»Wir erleben vielfach eine passive und oft überforderte Polizei in Sachsen-Anhalt. Nur vereinzelt registrieren wir ein vorbildliches Verhalten der Beamten«, erklärte Lucas Munzke, stellvertretender Ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Polizei komme der »verfassungsrechtlichen Schutzpflicht für Medienschaffende« überwiegend nicht nach. Die DJU forderte, solches Fehlverhalten lückenlos aufzuklären.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Aufklärung des Fehlverhaltens durch die Polizei gefordert
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie reagieren die Behörden auf die Vorwürfe gegen die Polizei?
- Welche konkreten Konsequenzen folgen aus den dokumentierten Vorfällen?


