Wolfram Weimer bezeichnet sich als „Kulturkämpfer gegen die AfD“ und warnt vor Gefahren für das Bauhaus in Sachsen-Anhalt.
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In Sachsen-Anhalt findet am 6. September eine Landtagswahl statt, bei der die AfD in Umfragen vorn liegt.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) bezeichnet sich selbst als „Kulturkämpfer gegen die AfD“. „Der einzige Kulturkampf, den ich führe, richtet sich gegen diese Partei“, sagte Weimer dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Mittwoch).
Er sei kein Ideologe. „Linke Leute halten mir vor, ich sei ein konservativer Kulturkämpfer“, sagte er. Das stimme aber nicht.
Der parteilose Politiker warnte: „Uns rutscht das Land nach Rechtsaußen ab, das will ich verhindern, und das erkennen manche vielleicht nicht.“ Weimer hält auch ein „intellektuell-kulturelles Vorgehen gegen Rechtsextremisten“ für nötig.
Bezogen auf die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt sagte Weimer, er wolle für die Kultur in dem Bundesland kämpfen, „denn sie ist durch die AfD gefährdet“. „Erst recht, falls die Partei bei der Landtagswahl stärkste Kraft wird“, sagte er. Bezogen auf das von der Partei infrage gestellte Erbe der Bauhaus-Architektur sagte Weimer: „Die AfD in Sachsen-Anhalt steht in direkter Kontinuität der Nazis, was das Bauhaus angeht.“
Weimer sagte zuletzt, dass er erwartet, dass das Land Sachsen-Anhalt die finanzielle Unterstützung der Bauhaus-Stiftung auch im Fall eines Regierungswechsels fortsetzen wird – also auch im Fall einer Regierungsübernahme der AfD. „Das Land Sachsen-Anhalt steht weiterhin in der Pflicht und Verantwortung für unser Welterbe“, sagte eine Sprecherin Weimers der „Augsburger Allgemeinen“. Der Bund werde das Bauhaus weiter verlässlich fördern.
Im Magdeburger Landtag hat die AfD-Fraktion bereits wiederholt versucht, Kulturpolitik mit der deutschen Geschichte zu verbinden. So bezeichnete die AfD das Bauhaus als „Irrweg der Moderne“ und will die Werbekampagne des Landes mit dem Slogan „#moderndenken“ durch „#deutschdenken“ ersetzen.
Weimer kritisierte die Haltung der AfD gegenüber dem Bauhaus: „Wer das attackiert, der knüpft direkt an die Verfolgung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten an, die Bauhausmeister wie Feininger, Kandinsky, Klee oder Schlemmer brutal verfolgten“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“.
Das Bauhaus war 1919 von Walter Gropius und anderen als Kunstschule in Weimar gegründet worden und später nach Dessau umgezogen. Seine künstlerischen Ansätze und Designformen beeinflussen bis heute Kunst und Architektur.
Fünf Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut einer Umfrage weiter deutlich vorn. Im aktuellen „Sachsen-AnhaltTREND“ des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von MDR, WDR, „Magdeburger Volksstimme“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ kommt die Partei weiter auf 41 Prozent und behauptet damit ihren deutlichen Vorsprung auf die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Die Union verliert im Vergleich zur letzten Befragung im Mai zwei Prozentpunkte und kommt auf 24 Prozent.
Es folgen die Linke mit 13 Prozent und die SPD mit 7 Prozent. Auch die Grünen haben mit 5 Prozent eine Chance zum Einzug in den Landtag. Dagegen würde das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die noch mitregierende FDP wird wegen ihrer niedrigen Werte nicht einzeln ausgewiesen.
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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September
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