
Kanzler Friedrich Merz lädt Wirtschaftsvertreter zur Klausurtagung nach Neuhardenberg ein, um über die wirtschaftliche Realität zu beraten.
AI-generated summary
Das Kabinett trifft sich zu einer Klausurtagung in Neuhardenberg, um wirtschaftspolitische Weichenstellungen zu diskutieren.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
wenn gute Politik tatsächlich mit der Betrachtung der Wirklichkeit beginnt, könnte es mit der schwarz-roten Wirtschaftspolitik doch noch etwas werden. Bei der Neuhardenberger Klausurtagung, zu der das Kabinett heute und morgen zusammenkommt, hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) jedenfalls für eine ordentliche Druckbetankung mit der ökonomischen Realität gesorgt: Fünf Köpfe aus der Wirtschaft sollen den Ministerinnen und Ministern dieses Land erklären. Und tatsächlich sind es nicht die üblichen Verdächtigen aus den Traditionsbranchen, sondern eine Mischung, die vor allem eins symbolisiert: Zukunft.
Roland Busch: Der Siemens-Chef legt gerade eine ambitionierte Transformationsgeschichte hin. Zum 1. Oktober startet der Umbau zur „One Tech Company“: Rund 300 C-Level-Titel unterhalb des Vorstands verschwinden, der ganze Konzern wird auf Technologie ausgerichtet.
Aidan Gomez: Der Cohere-Chef steht für die Idee, dass KI auch jenseits der Machtblöcke USA und China gedeihen kann. Auf Vermittlung der Politik versucht er gerade, den gescheiterten deutschen Anbieter Aleph Alpha zu übernehmen.
Judith Dada: Die General Partnerin beim Wagniskapitalgeber Visionaries Club gilt mit Wetten auf Personio, Parloa und Black Forest Labs als eine der einflussreichsten Investorinnen Europas. Seit Juni führt sie das KI-Start-up Langdock als Co-CEO. Und sie ist die schärfste Stimme der Runde: Europa, sagt sie, befinde sich in einem „state of emergency“.
Ruth Bosse: Die frühere McKinsey-Beraterin gründete Ark Software 2024 in München und verkauft Klimaschutz-Software an Kommunen. Sie kann erklären, wie sich Gründer hierzulande entfalten – oder eben auch nicht.
Jörg Dittrich: Der Handwerkspräsident vertritt einen unterschätzten Zweig. Das Handwerk spielt bei der Klimatransformation genauso eine Schlüsselrolle wie in einer Arbeitswelt, in der KI die Wissensjobs übernimmt.
Und wenn sie schon mal in Neuhardenberg sind, können die Wirtschaftsleute den Regierenden auch vielleicht noch erklären, wie man sich im Management-Alltag nicht verzettelt – zum Beispiel durch Prioritäten setzen. Das jedenfalls sieht Clemens Fuest, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo, als wichtigste Aufgabe für die Regierung im zweiten Halbjahr: Die Bundesregierung könne nicht gleichzeitig die Rüstungsausgaben erhöhen, die Infrastruktur sanieren, Klimaschutz finanzieren, Sozialleistungen ausweiten, Renten stabilisieren und Steuern senken, schreibt der Ökonom im Handelsblatt.

Ministerpräsident Mark Carney hat kanadische Vergeltungszölle gegen die USA angekündigt. Er betont die Souveränität Kanadas gegenüber Washington und reagiert damit auf den politischen Druck durch Donald Trump, der das Land als 51. US-Bundesstaat bezeichnete.
Westliche Geheimdienste beobachten Vorbereitungen Russlands auf eine mögliche neue Zwangsmobilisierung. Während Moskau den Westen mit Angriffen auf Unterstützer der Ukraine droht, warnt der ukrainische Geheimdienst vor bis zu 300.000 neuen Soldaten.
Grüne und Linke warnen vor einer möglichen Regierungsübernahme durch die AfD in Sachsen-Anhalt bei der Landtagswahl am 6. September. Grünen-Chef Banaszak betont die Notwendigkeit des Einzugs von SPD und Grüne in den Landtag, um eine absolute Mehrheit zu verhindern.

Im US-Senatswahlkampf in Alaska sorgen drei Personen namens Dan Sullivan für Verwirrung. Der ehemalige Bürgermeister von Anchorage, Dan A. Sullivan, unterstützt den amtierenden Senator Dan S. Sullivan gegen den Herausforderer Dan J. Sullivan.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump plant den Widerruf von bis zu 200.000 B-1- und B-2-Visa. Betroffen sind Reisende, die nach der Einreise Asyl beantragt haben, um dauerhaft in den USA zu bleiben.

AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann warnt vor einem Defizit von acht Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung für 2027. Sie fordert einen Finanzausgleich zwischen gesetzlicher und privater Versicherung sowie eine stärkere steuerliche Finanzierung.