Zehntausende demonstrieren in Spanien für das Recht auf Wohnen
Nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid fordern Massenproteste ein Ende der Wohnungsnot und strengere Mietgesetze.
Quick Look
- Zehntausende Menschen protestierten in Spanien gegen Wohnungsnot und Zwangsräumungen.
- Auslöser war die Räumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid.
- Demonstranten fordern Mietpreisstopps und einen besseren Schutz für Mieter.
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Why It Matters
Die 87-jährige Maricarmen Abascal wurde nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung in Madrid vertrieben, nachdem ein Investor die Miete um 275 Prozent erhöht hatte.
Cristina Lopez, Demonstrantin:
»Es ist genug!«
Manuel Ortega, Demonstrant:
»Es macht einen unruhig!«
Charo Carmona, Demonstrantin:
»Für Solidarität mit Maricarmen!«
Zehntausende Menschen sind am Wochenende in Spanien für das Recht auf Wohnen auf die Straße gegangen. Das Innenministerium sprach von 25.000 Demonstrierenden, die Veranstalter eines Mieterverbandes von 300.000. Das Motto des Massenprotests: »Ni una Maricarmen más« – »Keine weitere Maricarmen«. Vor wenigen Tagen war die 87 Jahre alte Maricarmen Abascal nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung in Madrid vertrieben worden – obwohl es seit Monaten Proteste dagegen gab.
Abascal war 1956 mit ihren Eltern in die Wohnung gezogen und hatte später den Mietvertrag übernommen. Laut dem Mieterschutzbund erhöhte ein Investor die Miete um 275 Prozent. Nach mehreren gescheiterten Räumungsversuchen wurde Abascal am Mittwoch aus der Wohnung geholt und in ein Krankenhaus gebracht.
Cristina Lopez, Demonstrantin:
»Wir haben genug von der Gewalt, die wir gegen Maricarmen gesehen haben.«
Charo Carmona, Demonstrantin:
»Die Wohnungsnot gerät außer Kontrolle, und ein Dach über dem Kopf ist ein Recht, das wir alle haben.«
Manuel Ortega, Demonstrant:
»Ich bin der Meinung, dass man nicht mit einem in der Verfassung verankerten Grundrecht spielen darf, nur weil sich einige Parasiten Wohnraum – ein Gemeingut – aneignen, bloß weil sie über das nötige Geld und das Recht auf Privateigentum verfügen.«
Die Demonstrierenden machen sowohl die linke Zentralregierung als auch konservative Regionalregierungen wie jene in Madrid für die Wohnungsnot verantwortlich. Sie fordern eine automatische Verlängerung von Mietverträgen auf unbestimmte Zeit, besseren Schutz vor Zwangsräumungen, ein Einfrieren der Mieten sowie eine Reform des Mietrechts.
Victor Palomo, Demonstrant:
»Es darf keine weiteren Zwangsräumungen wie die von Maricarmen geben; es gibt so viele davon – 45 jeden Tag. Wir alle, die zur Miete wohnen, leben in ständiger Angst.«
Am Samstagabend errichteten Dutzende Demonstrierende auf dem Platz vor der Regionalregierung in Madrid Zelte. Spanische Medien berichten, dass das Protestcamp bis Sonntagmorgen auf mehr als 100 Zelte angewachsen ist. Unter dem Eindruck der Proteste will die Regierung am Dienstag im Ministerrat ein neues Gesetzesdekret zur Wohnungspolitik verabschieden.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Regierung verabschiedet am Dienstag ein neues Gesetzesdekret zur Wohnungspolitik.
Very likely · Within days
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen enthält das neue Gesetzesdekret?
- Wie reagieren Investoren auf die angekündigten Mietrechtsreformen?





