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Trump fordert Zinssenkungen von Fed-Chef Warsh und droht mit Handelsstopps
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Handelsblatt5 hours agoBusiness2 min readGermanyView translation

Trump fordert Zinssenkungen von Fed-Chef Warsh und droht mit Handelsstopps

US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die Notenbank Fed, während Finanzminister Scott Bessent mit den wirtschaftlichen Folgen von Handelskonflikten und steigenden Renditen kämpft.

Quick Look

  • US-Präsident Donald Trump fordert von Fed-Chef Kevin Warsh explizite Zinssenkungen und droht bei Nichtbefolgung mit Handelsstopps gegen Länder mit Handelsdefizit.
  • Die Fed steht vor einem Dilemma zwischen Inflationsbekämpfung und politischem Druck vor den Wahlen.

AI-generated summary

Why It Matters

Die US-Notenbank steht unter politischem Druck durch Präsident Trump, der Zinssenkungen fordert. Gleichzeitig belasten hohe Lebenshaltungskosten und Hypothekenzinsen die Wähler vor den Kongresswahlen.

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Die Schonfrist ist vorbei. Erstmals fordert US-Präsident Donald Trump von Fed-Chef Kevin Warsh explizite Zinssenkungen – genau das, was er auch von Vorgänger Jerome Powell verlangt hatte.

Zugleich droht Trump der US‑Notenbank. Senkt sie die Zinsen nicht, will er den Handel mit allen Ländern stoppen, mit denen die USA ein Handelsdefizit haben. Das wäre laut dem Analysehaus Kobeissi fast die Hälfte aller Handelspartner, darunter Mexiko, China und Taiwan.

Unterbrochene Lieferketten würden Importe verknappen und damit die Preise steigen lassen: Zinserhöhungen statt -senkungen wären damit angezeigt. Darauf drängen auch eine Reihe von US‑Notenbankern. Starke Arbeitsmarktdaten vom Freitag bestärken sie in ihrer Forderung.

Warsh hat eigentlich keine guten Optionen. Senkt er die Zinsen, wie von Trump gefordert, dürfte dies die Preise anheizen. Lässt der Fed-Chef die Zinsen unverändert, riskiert er wegen des möglichen Handelsstopps ebenfalls eine steigende Teuerung. Aber auch steigende Zinsen bringen Nachteile mit sich.

Die aktuelle Situation zeigt, wie blank die Nerven vor den Kongresswahlen im November liegen. „Die hohen Lebenshaltungskosten stehen jetzt wieder im Fokus. Und ganz besonders bezahlbarer Wohnraum“, sagte der Kapitalmarktexperte Mohamed El-Erian im Handelsblatt-Interview. Die Hypothekenzinsen orientieren sich an den wichtigen Renditen auf zehnjährige Staatspapiere. Und diese kletterten in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

Niedrigere Zinsen würden die Renditen auf kurz laufende Staatsanleihen vielleicht für eine Weile drücken. Doch sie könnten längerfristige Inflationssorgen noch verstärken und damit die Renditen auf längerfristige Staatspapiere noch erhöhen. Mit dem angekündigten Anleiherückkaufprogramm wollte Finanzminister Scott Bessent eigentlich das Gegenteil erreichen.

Steigende Zinsen würden zwar die Inflation drücken. Doch so kurz vor den Wahlen würden sie die Stimmung innerhalb der Wirtschaft verschlechtern und die Probleme auf dem Häusermarkt verstärken.

Ein höheres Zinsniveau würde aber auch ein weiteres Problem für Bessent verschlimmern. Es führt in der Regel auch zu einem stärkeren Dollar. Wertet die US‑Währung gegenüber dem Yen weiter auf, werden neue Währungsinterventionen wahrscheinlicher.

Japan ist ein wichtiger Käufer von US‑Staatsanleihen. Um die eigene Währung zu stützen, müsste Japan seine Bestände reduzieren. Mit Interventionen könnte Bessent dies verhindern.

Die Effekte der Eingriffe des japanischen und amerikanischen Finanzministeriums aus dem Sommer waren schnell verpufft. Doch eine neue Offensive aus Japan hat dazu geführt, dass sich der Yen gegenüber dem Dollar gerade wieder etwas stabilisiert hat.

Die Zinsen beim nächsten Entscheid am 16. September auf dem derzeitigen Niveau von 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen, scheint daher zumindest vorerst die beste Lösung zu sein. Die Folgen eines Handelsstopps wären derart gravierend, dass Warsh offenbar darauf setzt, dass Trump blufft und sich bald wieder anderen Themen zuwendet.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Zinsentscheidung am 16. September

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Wird Trump seine Drohung eines Handelsstopps tatsächlich umsetzen?
  • Wie reagiert die Fed auf den direkten politischen Druck?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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